Mutige Impulse für mehr Wirtschaftswachstum
Es war nicht nur die größte Generalversammlung in der 153-jährigen Geschichte der Volkskredit Verwaltungsgenossenschaft – es war auch ein wirtschaftspolitisches Stimmungsbild mit Signalwirkung. 742 stimmberechtigte Genossenschafter füllten am 5. Mai 2026 das Linzer Design Center. Zum Auftakt präsentierte VKB-Generaldirektor Markus Auer zwei Rekorde. Erstmals durchbrach die Bank die Marke von vier Mrd. Euro Bilanzsumme. Gleichzeitig kletterte die harte Kernkapitalquote auf mehr als 20 % – ein historischer Höchstwert für das Institut.
„Diese historische Kapitalstärke sichert unsere Eigenständigkeit und gibt uns ein starkes Fundament für die weitere Expansion.“ Tatsächlich setzt die VKB ein offensives Zeichen. Die Volkskredit Verwaltungsgenossenschaft beschloss eine Kapitalerhöhung um 15 Mio. Euro auf künftig 45 Mio. Euro Grundkapital.
Unsicherheit und Aufbruch
Im anschließenden Wirtschaftstalk wurde schnell deutlich, dass die Stimmung im Land an einem Wendepunkt steht. WIFO-Direktor Gabriel Felbermayr zeichnete dabei ein vorsichtig optimistisches Bild. Für 2026 erwartet das WIFO ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sich geopolitische Krisen wie die Spannungen rund um den Iran nicht weiter zuspitzen.
Besonders der Maschinenbau leide derzeit unter der doppelten Belastung aus amerikanischer Zollpolitik und wachsender Konkurrenz aus China. Trotzdem sieht der Ökonom erste positive Signale: „Der zyklische Aufwärtstrend ist da. Wir haben eine starke Basis – jetzt brauchen wir Rahmenbedingungen, die das Investieren wieder attraktiv machen.“
Gestaltungswille
WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer berichtete von einer vorsichtigen Trendwende. Nach Jahren der Zurückhaltung würden Unternehmen wieder investieren, neue Projekte starten und Personal aufbauen, dazu steigt die Zahl der Unternehmensgründungen. Ihr Appell: „Wir müssen zurück zur Mentalität, dass Erfolg außerhalb der Komfortzone passiert.“
Viele Unternehmer hätten nicht mehr das Gefühl, dass Leistung und Risiko ausreichend honoriert würden. Markus Auer brachte einen ungewöhnlich direkten Vorschlag: Bis Ende 2030 solle es keine neuen Gesetze mehr geben, die eine Belastung für Unternehmen mit sich ziehen. Stattdessen müsse sich die Politik darauf konzentrieren, bestehende Regelungen zu vereinfachen und veraltete Vorschriften abzuschaffen. Die Forderung traf einen Nerv im Publikum, das lautstark applaudierte.
Doch trotz Rezession, geopolitischer Risiken und hoher Standortkosten geht es um Zuversicht und unternehmerischen Gestaltungswillen. Felbermayr warnte ausdrücklich davor, die wirtschaftliche Lage schlechter zu reden, als sie tatsächlich sei: „Die Substanz ist viel stärker, als die Statistik suggeriert.“ Die Botschaft war eindeutig: Der Mittelstand verlangt keine weiteren Arbeitsgruppen, Strategiepapiere oder Ankündigungen. Gefordert werden schnellere Entscheidungen, weniger Regulierung und politische Rahmenbedingungen, die Investitionen wieder attraktiver machen.
Diese historische
Kapitalstärke sichert
unsere Eigenständigkeit
und gibt uns ein starkes
Fundament für die
weitere Expansion.
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