Heimatgefühl trifft Vorsorge
Welchen Vorsorge-Aspekt würden Sie nennen, den niemand auf die leichte Schulter nehmen sollte?
Wenn es um die Altersvorsorge geht, ist der zentrale Faktor ganz klar die Zeit! Mit der privaten Vorsorge sollte man so früh wie möglich beginnen. Je früher man startet, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt, selbst bei kleinen Beträgen. Vorsorge ist ein langfristiger Prozess über Jahrzehnte. Auch geringe monatliche Beiträge können bei einem frühen Start zu einem soliden Polster anwachsen. Deshalb gilt: Lieber früh anfangen, als später mit hohen Beträgen aufholen zu müssen.
Frauen gelten als schlechter abgesichert als Männer. Was ist Ihr Rat an uns Frauen zur Vorsorge?
Der wohl wichtigste Rat, den eine Frau befolgen sollte, ist aus meiner Sicht, sich so früh wie möglich mit der eigenen finanziellen Situation zu befassen. Sich darüber im Klaren zu werden, welche finanziellen Bedürfnisse ich kurz-, mittel- und langfristig habe und mir diesbezüglich Rat und Unterstützung bei einem Vorsorge-Experten zu holen. Gemeinsam wird dabei die finanzielle Situation analysiert und auf dieser Basis ein nachhaltiger Vorsorgeplan erstellt. Und ganz wichtig: Verlassen Sie sich in finanziellen Angelegenheiten nicht nur auf den Staat oder den eigenen Partner – das ist oft zu kurz gedacht. Und: Auch wenn es unromantisch klingt, aber eine Ehe oder Partnerschaft kann vieles sein – eine verlässliche Altersvorsorge ist sie nicht.
Ihre Funktion bringt viel Verantwortung. Was reizt Sie persönlich am meisten an Ihrer Aufgabe?
Verantwortung zu übernehmen und gestalten zu können sowie der direkte Kontakt vor Ort mit Kund:innen und gemeinsam erfolgreiche Wege zu gestalten. Zudem ein Top-Arbeitgeber zu sein und eine erfolgreiche Organisation in meinem Heimatbundesland zu führen und zu entwickeln.
Ist unser Bundesland besonders?
Ich sage immer: In Oberösterreich versichert man von der Hundehaftpflicht bis zum großen Konzern – das Spektrum ist riesig. Was es aber wirklich einzigartig macht, ist der hohe Anteil an eigentümergeführten Unternehmen – oft mit langer Tradition. Das bringt in den Gesprächen enorme Vorteile: Meist sitzt der Entscheider direkt am Tisch, was Entscheidungen beschleunigt und persönlicher macht. Diese Unternehmen denken typischerweise langfristig – nicht in Drei-Jahres-Zyklen, sondern mit Blick auf die nächste Generation oder den Nachfolger. Gerade in schwierigen Phasen investieren sie oft weiter, statt zu sparen. Das ist eine Haltung, die in anderen Bundesländern seltener so ausgeprägt ist.