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FOTOS: DELFIN WELLNESS, MEDIA PHOTOS / SHUTTERSTOCK

Schlafstörungen nehmen spürbar zu

26.08.2026 um 11:50, Natalija Traxler
min read
Immer mehr Menschen kämpfen mit Schlafproblemen. Stress, digitale Medien und Schlafapnoe zählen zu den häufigsten Ursachen schlechter Nächte.

So geht gute Nacht

Fast jede zweite Person in Österreich wacht zumindest einmal pro Nacht auf. 22 Prozent werden sogar mehrmals aus dem Schlaf gerissen. Gleichzeitig geben 13 Prozent der Österreicher:innen an, eher schlecht oder überhaupt nicht gut zu schlafen. Das zeigt eine aktuelle IMAS-Studie aus dem Jahr 2026.

Die Zahlen machen deutlich, was viele Menschen längst im Alltag spüren: Erholsamer Schlaf ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Stress, Sorgen, gesundheitliche Beschwerden und die permanente Reizüberflutung durch digitale Medien sorgen dafür, dass die Nacht für viele zur Herausforderung wird. Während wir schlafen, regeneriert sich der Körper, das Gehirn verarbeitet Informationen und das Immunsystem arbeitet auf Hochtouren.

Was uns wach hält

Man wacht nachts auf. Die aktuelle IMAS-Untersuchung zeigt, dass Schlafprobleme längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. Die durchschnittliche Schlafdauer beträgt unter der Woche zwar 7,2 Stunden und am Wochenende 8,2 Stunden, dennoch fühlen sich viele Menschen nicht ausreichend erholt.

Als häufigste Ursachen für schlechten Schlaf nennen die Befragten Durchschlafprobleme (34 %), Stress und Sorgen (27 %) sowie gesundheitliche Beschwerden oder Schmerzen (19 %). Die Ergebnisse spiegeln eine Entwicklung wider, die Schlafmediziner:innen seit Jahren beobachten.

„Es gibt zumindest den Eindruck, dass Schlafstörungen häufiger geworden sind“, sagt Christopher Lambers, Leiter der Abteilung für Pneumologie am Ordensklinikum Linz Elisabethinen und verantwortlich für das größte Schlaflabor Oberösterreichs. Als Ursachen nennt er die zunehmende Nutzung digitaler Medien und gesellschaftliche Krisen.

Tatsächlich verbringen viele Menschen heute einen Großteil ihrer Freizeit vor Bildschirmen. Selbst kurz vor dem Schlafengehen wird noch gescrollt, gestreamt oder auf Nachrichten geantwortet. „Social Media und die unglaubliche Verwendung von Handys gehören sicherlich zu den Faktoren, die in den vergangenen zehn Jahren neu dazugekommen sind“, erklärt Lambers.

Hinzu kommen Sorgen über die wirtschaftliche Entwicklung, politische Unsicherheiten oder persönliche Belastungen. Ein weiterer Faktor sind die steigenden Temperaturen. Gerade im Sommer leiden viele Menschen unter heißen Schlafzimmern. Die Folgen reichen von Einschlafproblemen bis hin zu häufigem nächtlichem Aufwachen.

Mögliches Gesundheitsrisiko

Jede:r schläft gelegentlich schlecht. Nach einem stressigen Arbeitstag oder in belastenden Lebenssituationen ist das völlig normal. Problematisch wird es dann, wenn Schlafprobleme regelmäßig auftreten und über längere Zeit bestehen bleiben.

„Wenn jemand mehr als drei Mal pro Woche schlecht schläft und das über mehrere Monate hinweg anhält, sollte man genauer hinschauen“, erklärt Lambers. Entscheidend sei vor allem die Frage, wie stark die Tagesleistung beeinträchtigt werde.

Wer morgens dauerhaft erschöpft aufwacht, Konzentrationsprobleme hat oder tagsüber ständig müde ist, sollte die Beschwerden ernst nehmen. Warnsignale sind auch Sekundenschlaf beim Autofahren oder Atemaussetzer während der Nacht. „Wenn man beim Autofahren kurz wegnickt, muss das unbedingt abgeklärt werden“, betont der Schlafmediziner.

Eine unterschätzte Gefahr

Neben klassischen Schlafstörungen spielt auch die Schlafapnoe eine wichtige Rolle. Dabei kommt es während des Schlafs immer wieder zu Atemaussetzern. Laut einer Presseaussendung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie leiden mehr als 500.000 Menschen in Österreich an Schlafapnoe.

Viele Betroffene wissen gar nichts von ihrer Erkrankung. Typische Anzeichen sind lautes Schnarchen, morgendliche Erschöpfung, Konzentrationsprobleme und ausgeprägte Tagesmüdigkeit. Durch die wiederholten Atemaussetzer gerät der Körper in einen dauerhaften Stresszustand.

„Wenn Partner:innen beobachten, dass jemand während des Schlafs plötzlich aufhört zu atmen und danach wieder nach Luft schnappt, sollte das medizinisch abgeklärt werden“, sagt Lambers.

Die perfekte Schlafumgebung

Wer besser schlafen möchte, muss nicht sofort zu Medikamenten greifen. Oft helfen bereits einfache Veränderungen im Schlafzimmer. Für Lambers spielt die Schlafumgebung eine entscheidende Rolle.

Das Schlafzimmer sollte möglichst dunkel, ruhig und gut belüftet sein. Als ideale Temperatur nennt der Experte rund 18 Grad Celsius. „Stellen Sie sich zwei Räume vor: einen warmen, stickigen Raum mit 22 Grad und einen kühlen Raum mit frischer Luft. Wo würden Sie besser einschlafen?“, fragt er.

Besonders wichtig sei auch regelmäßiges Lüften vor dem Schlafengehen. Frische Luft könne die Schlafqualität deutlich verbessern.

Die richtige Matratze

Wenn es um guten Schlaf geht, denken viele Menschen zuerst an die richtige Matratze. Eine allgemeingültige „Wundermatratze“ gibt es laut Lambers jedoch nicht. Entscheidend sei vielmehr, dass die Schlafunterlage zum eigenen Körper passe.

„Die Matratze sollte ausreichend auf den Körper abgestimmt und weder zu hart noch zu weich sein“, sagt der Schlafmediziner. Wer unter Schlafproblemen leidet, sollte deshalb auch die eigene Matratze kritisch hinterfragen.

„Man sollte zumindest bedenken, dass man bei Schlafstörungen auch einmal über die Matratze nachdenkt“, empfiehlt Lambers. Wichtig ist, dass die Wirbelsäule ausreichend unterstützt wird und man sich auf der Unterlage wohlfühlt. Schließlich verbringen Menschen rund ein Drittel ihres Lebens im Bett.

Tipps für besseren Schlaf

Bevor zu Schlafmitteln gegriffen wird, empfehlen Expert:innen zunächst einfache Veränderungen im Alltag. Denn oft sind es nicht medizinische Probleme, sondern Gewohnheiten, die einer erholsamen Nacht im Weg stehen.

Ganz oben auf der Liste stehen regelmäßige Schlafenszeiten. Wer jeden Tag ungefähr zur gleichen Zeit ins Bett geht und aufsteht, unterstützt die innere Uhr und hilft dem Körper dabei, einen stabilen Schlaf-Wach-Rhythmus zu entwickeln. Besonders am Wochenende neigen viele Menschen dazu, deutlich länger zu schlafen. Das kann zwar kurzfristig angenehm sein, bringt den biologischen Rhythmus aber oft durcheinander.

Ebenso wichtig ist die Reduktion der Bildschirmzeit am Abend. Smartphones, Tablets und Fernseher begleiten viele Menschen bis ins Bett. Das Problem dabei: Das blaue Licht der Bildschirme kann die Ausschüttung von Melatonin beeinflussen – jenem Hormon, das den Körper auf die Nacht vorbereitet.

Zudem sorgen soziale Medien, Nachrichten und Streamingdienste dafür, dass das Gehirn ständig mit neuen Reizen versorgt wird. „Eine Stunde vor dem Schlafengehen sollte man das Handy möglichst weglegen und dem Körper Zeit geben, sich auf die Nacht einzustellen“, rät Lambers.

Auch Alkohol, Nikotin und Koffein zählen zu den Schlafkillern. Viele Menschen unterschätzen, wie lange Koffein im Körper aktiv bleibt. Alkohol wiederum wird oft fälschlicherweise als Einschlafhilfe betrachtet. Zwar kann man nach einem Glas Wein oder Bier schneller müde werden, die Schlafqualität leidet jedoch häufig darunter.

Zusätzlich sollten schwere Mahlzeiten kurz vor dem Schlafengehen vermieden werden. Der Körper hat nachts genug damit zu tun, sich zu regenerieren. Eine aufwendige Verdauung kann dazu führen, dass man schlechter schläft.

Stattdessen empfiehlt Lambers eine bewusste Abendroutine. Ein Buch lesen, Musik hören, einen Spaziergang machen oder einfach den Tag ruhig ausklingen lassen, helfen dabei, sich auf die Nacht vorzubereiten.

Auch der Schlafmediziner selbst setzt auf eine feste Routine. Seinen Kindern vor dem Schlafengehen eine Geschichte vorzulesen, gehört für ihn zum Alltag: „Das hilft wirklich, um runterzukommen."

Stefanie Schauer

VORAUSSCHAUEND.
Bei meiner Matratze ist
mir wichtig, dass sie
weder zu hart noch zu
weich ist. Besonders
praktisch finde ich waschbare
Bezüge. Auf Reisen
vermisse ich vor allem
meinen Polster – deshalb
kommt er bei längeren
Aufenthalten mit.

Stefanie Schauer Geschäftsführerin Offisy
Alexandra Fürstelberger Inhaberin Land and Sky | Schlafstudio Schönegger

FÜR WEN IST EIN
LUFTBETT DIE
BESTE WAHL?
Das Luftbett zählt zu den
am meisten unterschätzten
Schlafsystemen. Sein größter
Vorteil: Der Härtegrad
lässt sich per Knopfdruck
an individuelle Bedürfnisse
anpassen. Ob verändertes
Körpergewicht, eine andere
Schlafposition oder körperliche
Beschwerden – das
Bett kann flexibel darauf
reagieren. Bei vielen
Modellen lassen sich Schulter-
und Beckenzone separat
einstellen, um eine optimale
Druckentlastung und
ergonomische Lagerung zu
gewährleisten. Besonders
profitieren Menschen mit
Rückenproblemen, Paare
mit unterschiedlichen
Schlafgewohnheiten oder
alle, die flexibel bleiben
möchten. Im Gegensatz zu
vielen Schaumstoffen gibt
es keine klassische
Materialermüdung,
wodurch der Liegekomfort
dauerhaft erhalten bleibt.

l Alexandra Fürstelberger Inhaberin Land and Sky | Schlafstudio Schönegger
Christopher Lambers

WAS UNS WACH HÄLT.
Es ist zumindest der Eindruck
da, dass Schlafstörungen
häufiger geworden
sind. Man vermutet,
dass die Ursachen dafür
zum Teil die vermehrte
Verwendung digitaler
Medien, aber auch allgemeine
gesellschaftliche
Krisen wie Pandemiefolgen,
Klimawandel oder
militärische Konflikte sind.

Christopher Lambers Schlafmediziner OK Linz Elisabethinen
Andreas Roth Eigentümer Dostal Innenarchitektur

WARUM BRAUCHEN WIR
EINE INDIVIDUELLE
SCHLAFBERATUNG?
Erholsamer Schlaf beginnt
mit dem passenden Schlafsystem.
Eine Matratze, die
für jede:n passt, gibt es
nicht – entscheidend sind
Körperbau, Schlafposition,
Gewicht und persönliche
Bedürfnisse. Eine zu harte
oder zu weiche Matratze
kann zu Verspannungen,
Rücken- und Nackenschmerzen
führen. Deshalb
sollte die Wirbelsäule in
jeder Schlafposition möglichst
natürlich gelagert
werden. Moderne Schlafberatungen
setzen auf
individuelle Liegeanalysen
und Mess-Systeme, um die
optimale Kombination aus
Matratze, Lattenrost und
Kissen zu ermitteln. Auch
Faktoren wie Druckentlastung,
Atmungsaktivität
und Festigkeit spielen eine
wichtige Rolle. Wer eine
Matratze sucht, sollte verschiedene
Modelle testen
und sich beraten lassen.

Andreas Roth Eigentümer Dostal Innenarchitektur
Claudia Schaller Beratung & Vertrieb OÖ Wohnbau

DETAILVERLIEBT. Ich
liebe ein luxuriös-weiches
Bett – ganz wie die
Prinzessin auf der Erbse.
Unverzichtbar sind außerdem
mein Nackenkissen,
ein Seitenschläferkissen
und eine Schlafmaske.
Und ganz wichtig: eine
eigene Decke!

Claudia Schaller Beratung & Vertrieb OÖ Wohnbau
Robert Höllwart Gründer Naturtheke GmbH

KONSEQUENT. Abends
setze ich auf feste Routinen,
wenig Bildschirmzeit
und bewusste Ruhe.
Für guten Schlaf sind mir
frische Luft, Ordnung im
Schlafzimmer, eine passende
Matratze und der
richtige Kopfpolster
besonders wichtig.

Robert Höllwart Gründer Naturtheke GmbH
Monika Sandberger Geschäftsführerin zukunft.lehre.österreich.

BODENSTÄNDIG. Eine
Runde mit unserem Hund
hilft mir, den Tag ausklingen
zu lassen. Danach tausche
ich mich noch gerne
mit meinem Mann über
den Tag aus und wenn Zeit
bleibt, lese ich ein paar
Seiten in einem Buch.
Für guten Schlaf sind mir
schöne Bettwäsche, frische
Luft und eine bequeme
Matratze wichtig.

Monika Sandberger Geschäftsführerin zukunft.lehre.österreich.
Harald Kogler Geschäftsführer Delfin Wellness GmbH

PFLEGELEICHT. Als Frühaufsteher
bin ich abends
meist angenehm müde und
schlafe daher leicht ein. Ein
festes Abendritual brauche
ich nicht. Das Gefühl eines
frisch bezogenen Bettes
ist für mich allerdings
unschlagbar. Außerdem
schlafe ich auf eher harten
Matratzen am besten und
fühle mich am nächsten
Morgen ausgeruht.

Harald Kogler Geschäftsführer Delfin Wellness GmbH
Karin Feichtinger Inhaberin Markenpraxis

ÜBERZEUGT. Seit über
15 Jahren schlafe ich
auf einem Wasserbett
und möchte es nicht
missen. Es ist hygienisch,
angenehm temperiert
und bietet in jeder
Schlafposition ein Gefühl
von Komfort und
Entspannung!

Karin Feichtinger Inhaberin Markenpraxis

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