Studie: Frauen lieben Homeoffice

Verbesserte Work-Life-Balance für die Hälfte der Befragten. Doch bei den Jungen steigt der Stress.
Autor: Rudolf Grüner, 15.06.2022 um 12:31 Uhr

My home is my office: Seit Pandemiebeginn hat sich das Arbeitsleben für viele ins Private verlagert. Laut den aktuellen Zahlen der Statistik Austria waren im ersten Quartal noch knapp 20 Prozent in Heimarbeit. Auch wenn immer mehr Berufstätige wieder regelmäßig an den Büro-Schreibtisch und zu den Kollegen zurückkehren, wird der Berufsalltag in den eigenen vier Wänden mit großen Vorteilen verknüpft, wie eine Studie herausgefunden haben will. Überraschend: Vor allem Frauen sind Fans.

Mehr Pausen

Zusätzlicher Stress durch Job, Kinder und Haushalt an einem Ort? Anscheinend Fehlanzeige! Einen möglichen Grund haben sie in der Umfrage verraten: Die Österreicherinnen (aber auch die Österreicher) leisten sich ohne Chef im Rücken einen ganz anderes Pausen-Modus.

Laut Umfrage von ImmoScout24 ist für 58 Prozent der Frauen das Verhältnis von Arbeit und Freizeit durch Homeoffice deutlich ausgewogener geworden. Bei den 40- bis 49-Jährigen sprechen gar 62 Prozent der Befragten von einer verbesserten Work-Life-Balance.

Stimmungsaufheller

Diese Stimmungslage schlägt auch auf die Bürostunden in Küche und Co. durch. Knapp die Hälfte der Befragten macht der Job zuhause viel mehr Spaß. Begründet wird dies mit der Möglichkeit, die Arbeit viel einfacher ins Private integrieren zu können. Aber auch in diesem Punkt ticken die Geschlechter deutlich unterschiedlich. Frauen (51 Prozent) sehen weitaus öfter Vorteile als Männer (41 Prozent).

Neben dem Wegfall der Pendelzeiten steigert laut Studie auch die flexiblere Pausengestaltung das Wohlbefinden. Knapp die Hälfte der Befragten sagt, das sie eine höhere Anzahl an kleinen Auszeiten in den Arbeitsalltag integriert. 46 Prozent können so ihr Sportpensum besser in ihre Tagesroutine einplanen.

Problem: permanent auf Standby

Doch Home-Office bedeutet für eine nicht unerhebliche Gruppe auch Stress: Nicht jeder schafft es, aus dem Arbeitsmodus konsequent auszusteigen. 47 Prozent sitzen auch noch spät am Abend und bearbeiten Mails oder erledigen Dinge, die ihnen in ihrer „Freizeit“ einfallen. Knapp 40 Prozent fällt es schwer, hier eine deutliche Grenze zu ziehen. Besonders die jüngeren Arbeitnehmer sind hier anfällig: 50 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sind permanent auf Standby. In der Gruppe der 30- bis 39-Jährigen haben immerhin noch 47 Prozent Probleme die Arbeit ruhen zu lassen.