Nachhaltiger leben in 5 einfachen Schritten

Wer beginnt, darüber nachzudenken, welchen Einfluss sein tägliches Handeln auf seine Umgebung und nachfolgende Generationen hat, setzt den ersten entscheidenden Schritt zu einem nachhaltigeren Leben. So führt eine Frage unweigerlich zur nächsten: Wie kann man ein Gleichgewicht zwischen Seele und Körper in einer Umwelt herstellen, die ihrerseits aus dem Gleichgewicht geraten ist? Gesund bleiben bei einer Ernährung, die aus Inhaltsstoffen besteht, deren Produktion und lange Transportwege die Natur und das Klima belasten? Den Blick auf das Wesentliche ausrichten, wenn man wahllos Informationen aufnimmt? Und zu guter Letzt in seinen vier Wänden den Überblick bewahren, die von Konsumgütern überhäuft sind?

Nachhaltigkeit im Trend

Fragen, die immer mehr Menschen dazu anregen, ihre alltägliche Routine einer Überprüfung zu unterziehen. Immerhin findet sich mittlerweile unter den zehn am häufigsten genannten Jahresvorsätzen die Zielsetzung, sein Leben zu entschleunigen, gesünder zu leben und ökonomischer mit seinen persönlichen Ressourcen umzugehen, ganz vorne. Der schwierigste Schritt ist der schwerste, heißt es. Was wäre jedoch, mit den einfachen Schritten anzufangen? Fünf Anregungen, die ohne großen Aufwand umgesetzt werden können.

1. Bewusst bewegen

Ein Rat, den die amerikanische Feldenkrais-Trainerin Donna Ray gestressten Menschen ans Herz legt: "Immer zuerst tief ausatmen, bevor man tief einatmet." Wer bedingt durch Stress und Hektik buchstäblich kurzatmig durch den Alltag hetzt, wird den entscheidenden Unterschied rasch bemerken, wenn er bewusst Luft holt. Spüren, wie sich Kiefer und Muskeln langsam entspannen, sich das Bewegungstempo verlangsamkeit, und Sinneseindrücke intensiver wirken. Ein wohltuender Zustand, den man durch in Ruhe eingenommene Mahlzeiten, regelmäßige Ruhepausen und Einschlaf- sowie Aufwachrituale unterstützt.

2. Regional kaufen

Eine Frage, vor der mittlerweile Menschen immer häufiger stehen: Wer in meiner näheren Umgebung verkauft das Produkt, nach dem ich gerade suche? Viele sind erstaunt, wenn sie - leider oft nur per Zufall - erfahren, wie groß die Vielfalt an Firmen und Dienstleistern vor der eigenen Haustür ist. Dank diverser Plattformen hat die bisweilen langwierige Suche ein Ende. Eine kompakte Übersicht macht deutlich, welche Unternehmen es im eigenen Bezirk gibt, und welche Produktgruppen sowie Dienstleistungen sie anbieten. Spart nicht nur lange Anfahrts- oder Transportwege, sondern trägt zum Erhalt örtlichen Lebens bei.

3. Ökonomisch fortbewegen

Für all jene, die in ländlichen Regionen leben, bleibt das Auto mangels öffentlichen Nahverkehrsanbindungen Fortbewegungsmittel Nummer 1. Aber stimmt das immer und überall noch? Durch die zunehmend bessere Vernetzung von Bus- und Bahnverkehr und preislich attraktive Tarifmodelle lohnt es sich, Alternativen zu Autofahrten anzudenken. Ob Fahrgemeinschaften zur Arbeit, kurze Wege, die per Fahrrad oder zu Fuß erledigt werden können - wer einmal damit begonnen hat, findet rasch Gefallen an der Abwechslung und tut gleichzeitig etwas für seine Umwelt und seine Gesundheit.

4. Biologisch genießen

Die effektivste Art, um gleichzeitig Geld zu sparen, etwas für seine Gesundheit zu tun und die Umwelt zu schonen? Selbst zu kochen. Langsam wird Menschen wieder bewusst, dass es als Gegenstück zu den medial gepriesenen, sogenannten Superfoods aus tausenden Kilometer entfernten Regionen zahlreiche heimische Obst- und Gemüsesorten gibt, die ebenso reich an wertvollen Nährstoffen und Vitaminen sind und das Immunsystem stärken. Nicht zu vergessen tierische Produkte aus biologischer, regionaler Landwirtschaft.

5. Vorausschauend konsumieren

Wer schon einmal seinen Wohnraum entrümpelt hat (z.B. nach dem Magic Cleaning-Prinzip der Japanerin Marie Kondo), kennt vielleicht das begleitende Gefühl zwischen Erleichterung aber auch Entsetzen, wie viel Geld man für zu viele Dinge ausgibt, die einem am Ende so wenig bedeuten. Sich von Dingen zu trennen, hilft einem unbestritten wesentlich dabei, Klarheit und Ordnung in sein Leben zu bringen und entscheidungssicherer zu werden. Zum Beispiel bei der Frage, wofür man sein Geld ausgibt, um in Zukunft seine Müllmengen kleiner zu halten.

Autor: Ute Daniela Rossbacher, 05.05.2021