Mediterranes Flair: Südländer im Garten
- Regionale Unterschiede
- Begrenzte Auswahl
- No-Gos im Garten
- Überwintern bei Profis
- Mediterrane Pflanzen
- Olivenbaum
- Zitrusbäume
- Pampasgras
- Bambus
- Eukalyptus
- Lavendel
- Feige
Milde Winter, heiße Sommer und lange Trockenperioden verändern die Spielregeln im Garten. Der Klimawandel wirkt sich nicht nur auf den Alltag der Menschen aus, sondern insbesondere auch auf das Wachstum und die Auswahl von Pflanzen. Während heimische Arten zunehmend unter Trockenstress leiden, ziehen immer mehr mediterrane Gewächse in österreichische Gärten ein. Doch so verlockend Olivenbaum und Eukalyptus auch sind, ganz ohne Risiko ist ihr Einsatz im Freien nicht.
Regionale Unterschiede
Ob südländische Pflanzen im Garten dauerhaft überleben, hängt in erster Linie von der geografischen Lage ab. Im wintermilden Süden, Südosten und in klassischen Weinanbaugebieten, also in Kärnten, der Südsteiermark, dem Burgenland oder Wien, können gewisse Arten mittlerweile ausgepflanzt werden. In höheren Lagen und im Westen Österreichs sieht die Sache anders aus, weiß Landschaftsgärtner Johannes Laimgruber. „Ab Salzburg und weiter Richtung Tirol sinken die Chancen deutlich, da die Winter schlicht zu kalt sind. Mediterrane Pflanzen kommen dort selbst mit Schutzmaßnahmen kaum über den Winter“, erklärt Laimgruber.
Begrenzte Auswahl
Die Auswahl an wirklich wintertauglichen Südländern ist auch in milderen Gegenden überschaubar. Dennoch gibt es Pflanzen, die mit dem richtigen Standort und etwas Pflege gut funktionieren und mediterranes Flair in den Garten bringen. Dazu zählen Olivenbäume, Feigen oder bestimmte Eukalyptusarten, allerdings nur mit entsprechendem Winterschutz. Ergänzt werden können sie durch winterharte Kräuter wie Lavendel, Thymian oder robuste Gräser wie Bambus und Pampasgras. „Olive und Eukalyptus passen gut in unsere Region, sie harmonieren mit alpiner Vegetation auch optisch“, so Gartenprofi Johannes Laimgruber.
No-Gos im Garten
Zitruspflanzen wie Zitronen oder Orangen gehören in Österreich grundsätzlich nicht ins Freiland. Sie vertragen keinen anhaltenden Frost und sollten immer im Topf kultiviert werden. Selbst Schutzvlies oder Noppenfolie reichen bei Minusgraden nicht aus. Spätestens vor dem ersten Frost müssen sie ins Winterquartier übersiedeln, idealerweise in ein helles, kühles Umfeld wie ein Gewächshaus, eine Garage oder ein Stiegenhaus. Auch bei Oliven, Feigen und Eukalyptus ist man in raueren Regionen mit dem Topf auf der sicheren Seite. Und ganz ehrlich: Sie sorgen auch als Kübelpflanzen auf Terrasse, Balkon oder im Garten für mediterranes Flair.
Überwintern bei Profis
Nicht jeder verfügt über geeignete Räumlichkeiten für die Überwinterung. Viele Gärtnereien bieten deshalb professionelle Überwinterungsservices an. In temperierten Gewächshäusern mit unterschiedlichen Klimazonen werden die Pflanzen fachgerecht betreut, regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf zurückgeschnitten. Nach den Eisheiligen können Oliven, Feigen und Zitrusbäumchen gesund und kräftig wieder abgeholt werden.
Mediterrane Pflanzen
Olivenbaum
Ältere und große Bäume können in wintermilden Regionen ausgepflanzt werden. Kleine Bäumchen sind empfindlicher und sollten im Topf ins Winterquartier.
Outdoor-Winter: frostverträglich bis etwa minus 6 Grad, Stamm und Krone mit Vlies und Noppenfolie vor Frost schützen.
Indoor-Winter: hell und kühl, zum Beispiel Garage oder Stiegenhaus, kein zusätzlicher Frostschutz notwendig.
Tipp: Wirft der Olivenbaum seine Blätter ab, ist das kein Grund zur Panik. Alle zwei bis zweieinhalb Jahre „putzt er sich durch“ und treibt neu aus.
Zitrusbäume
Zitronen-, Orangen-, Mandarinen oder Limettenbäumchen sind nicht winterhart und müssen im Topf kultiviert werden.
Outdoor-Winter: Nicht möglich. Zitrusbäume reagieren äußerst empfindlich auf Minusgrade und überstehen österreichische Winter nicht.
Indoor-Winter: frostempfindlich, heller und kühler Standort, zum Beispiel Garage oder Stiegenhaus, keine beheizten Räume.
Tipp: Erst bei stabilen Temperaturen im Frühjahr wieder ins Freie stellen, um Blütenbildung und Wachstum zu fördern.
Pampasgras
In den meisten Regionen winterhart, lediglich in sehr kalten Lagen problematisch.
Outdoor-Winter: frostverträglich bis etwa minus 15 Grad. Auch Kübelpflanzen können den Winter im Freien überstehen. Da die Wurzeln jedoch schneller durchfrieren, sollte man mulchen, den Topf mit Vlies umwickeln und ihn auf eine Holz- oder Styroporplatte stellen. Idealer Standort: an einer Hauswand oder auf einem überdachten Balkon.
Tipp: Gräser im Herbst zusammenbinden und erst im Frühjahr, wenn der Schnee weg ist, bodeneben abschneiden.
Bambus
Gartenbambus ist robust und kann in den meisten Regionen ausgepflanzt werden.
Outdoor-Winter: frosthart bis minus 15 bis 20 Grad, kein zusätzlicher Schutz notwendig. Auch Kübelpflanzen können den Winter im Freien überstehen. Da die Wurzeln schneller durchfrieren, sollte man mulchen, den Topf mit Vlies umwickeln und ihn auf eine Holz oder Styroporplatte stellen. Idealer Standort ist an einer Hauswand oder auf einem überdachten Balkon.
Tipp: Keinen kompletten Rückschnitt durchführen. Eine Rhizomsperre verhindert unkontrolliertes Ausbreiten im Garten.
Eukalyptus
Einige Eukalyptusarten eignen sich für wintermilde Regionen, andere sind deutlich frostempfindlicher. Im Topf bleibt man auf der sicheren Seite.
Outdoor-Winter: je nach Art frostverträglich bis etwa minus 6 Grad, Stamm und Krone mit Vlies und Noppenfolie schützen.
Indoor-Winter: hell und kühl, zum Beispiel Garage oder Stiegenhaus, kein zusätzlicher Forstschutz notwendig.
Tipp: Eukalyptus ist eine sehr durstige Pflanze und braucht auch über den Winter regelmäßig Wasser.
Lavendel
Gilt als winterhart und kann auch frei im Garten angepflanzt werden.
Outdoor-Winter: Hält Temperaturen bis etwa minus 15 Grad aus. Im Herbst nur verblühte Teile entfernen, kräftiger Rückschnitt erst im Frühjahr.
Indoor-Winter: halbschattige, kühle Standorte auf dem Balkon oder im Stiegenhaus, Styroporunterlagen beugen Frostschäden vor.
Tipp: Lavendel lässt sich dank ähnlicher Ansprüche ideal mit Thymian kombinieren. Pollen und Nektar bieten eine Nahrungsquelle für Bienen und Schmetterlinge.
Feige
Ficus carica (Feigenbäume) können kurze Frostperioden überstehen, junge Pflanzen sollten jedoch geschützt oder am besten im Topf überwintert werden.
Outdoor-Winter: Mulchen, Stamm und Krone mit Vlies und Noppenfolie schützen. Hält Frostperioden bis zu minus 10 Grad aus.
Indoor-Winter: heller und kühler Standort, z. B. Garage oder Stiegenhaus, kein zusätzlicher Frostschutz nötig.
Tipp: Erst bei stabilen Temperaturen im Frühjahr wieder ins Freie stellen, um Blütenbildung und Wachstum zu fördern