Keine Sehnsucht nach Wohnen in der Großfamilie

Mit Oma und Opa gemeinsam unter einem Dach? Wer gedacht hat, dass die Österreicher aufgrund der erzwungenen Distanz vielleicht auch häuslich enger zusammenrücken wollen, wohnt buchstäblich einem Irrtum auf.

Laut einer bundesweiten Analyse der Immobilienmakler-Organisation der Raiffeisen Bankengruppe lebt die große Mehrheit lieber „alone im home sweet home“.

Frauen sind noch am familienfreundlichsten

Nur jeder achte Befragte hegt in Corona-Zeiten den Wunsch  im größeren Familienverband zusammenzuziehen. Auch die bereits flüge gewordenen Kinder will man nicht mehr unbedingt in die eigenen vier Wände zurück. Wobei Frauen hier noch eher ein Auge zudrücken würden: 16 Prozent träumen hier vom Generationen-Wohnen, auch überdurchschnittliche 17 Prozent der 40- bis 50-Jährigen würde sich damit jederzeit anfreunden können.

Ältere wollen Alleinsein

Überraschend: Am unbeliebtesten ist die Vorstellung vom gemeinsamen Haushalt in der Generation 50 plus. Nur knapp jeder Zehnte in dieser Gruppe will die eigene Verwandschaft ständig um sich haben.

 

Älteres Ehepaar auf der Couch

Gerade die Generation der Best-Ager legt beim Wohnen großen Wert auf Eigenständigkeit und Qualität. Peter Weinberger, Raiffeisen Immobilien Österreich

Wunsch nach Barrierefreiheit

Die Umfrage zeigt, dass das Generationen-Wohnen weder in der Großstadt noch am flachen Land Thema ist. Umso wichtiger wird hingegen die Ausstattung der eigenen vier Wände. Laut einer weiteren Raiffeisen-Studie aus 2017 stehen bei den Best-Agern Barrierefreiheit sowie ökologische und energieeffiziente Bauweise ganz hoch im Kurs. Mittlerweile, so die Immoexperten, habe der Markt darauf auch reagiert. Ihr Befund: Altersgerechte Immobilien-Infrastruktur ist im Neubausegment mittlerweile Standard.

Autor: Rudolf Grüner , 16.10.2020