Tech-Blog-Test: Microsoft Surface Laptop Go

Um bei Microsofts Surface Reihe den Überblick zu bewahren bedarf es fast eines IT-Studiums. Surface Go, Surface Pro, Surface Laptop, Surface Book und jetzt also der Surface Laptop Go. Alle Geräte in unterschiedlichsten Konfigurationen und Preisen. Könnte man ehrlich gesagt eine wenig straffen - ist aber nur meine Meinung. Der von mir getestete Surface Laptop Go ist ein Mittelding aus Surface Go und Surface Laptop. Ein kompaktes Gerät mit 12,4-Zoll Display und einigermaßen potenter Hardware. Ob es seine Lücke ausfüllen kann? Mehr dazu im Fazit.

Hardware und Design - sehr gelungen!

Unter der schick und äußerst kompakt gebauten Haube arbeitet ein Intel Core i5-1035G1 Prozessor der 10.Generation mit 4 Kernen und einem Maximaltakt von 3,6 Ghz. Das ist insofern beachtlich als das Gerät über keine aktive Kühlung verfügt und trotzdem stets pfeilschnell arbeitet. Flankiert wird der Prozessor von 8 GB RAM und einer 256 GB großen SSD Festplatte (beides nicht erweiterbar). Sehr erfreulich ist in dieser kompakten Kategorie neben dem USB-C Anschluss (3.1) der vollwertige USB-A Port (3.0). Ein Klinkenanschluss ist auch vorhanden. Bluetooth arbeitet in Iteration 5.0 und Wifi erfreulicherweise schon bis zum neuen Standard ax (WiFi 6). Das 12,4-Zoll Multitouch-Display löst mit 1536x1024 auf und kommt somit auf eine Pixeldichte von 149 ppi. Bei dieser Größe mehr als ausreichend. Das Format ist mit 3:2 von anderen Surface Geräten bekannt. Ein Fingerabdrucksensor sitzt im Power-Button, das Gerät fährt somit sofort hoch wenn es den Fingerabdrucksensor erkennt (Windows Hello). Die Tastatur ist angenehm und hintergrundbeleuchtet.

Das Design des Laptops ist schlicht und edel wie wir es von Surface Geräten gewohnt sind. Nichts knarzt oder knackt, das Scharnier des Bildschirm ist schön fest. Hier hat Microsoft wieder hervorragende Arbeit abgeliefert. Aufgrund der Bauweise lässt sich das Gerät aber, wie die meisten anderen Surface-Geräte, nur von Profis öffnen. Reparaturen und der Austausch von RAM und SSD wird dadurch für Anwender de facto verunmöglicht. Die USB-Anschlüsse samt Klinkenstecker sind links beheimatet - rechts befindet sich der Dock-Connector, der zugleich zum Aufladen genutzt wird. Sehr löblich: Auch der USB-C Port kann zum Aufladen verwendet werden. Hab es mit einem 65-Watt Netzteil getestet und das funktionierte einwandfrei.

Software - Windows 10, out-of-the-box abgespeckt!

Eine Strategie von Microsoft ist mir eher unverständlich. Windows 10S - also eine abgespeckte Windows Version auf der nur Apps aus dem hauseigenen Store laufen. Diese ist am Surface Laptop Go vorinstalliert. Als ich wie gewohnt ein paar Benchmark-Programme installieren wollte, konnte ich das nicht, denn die Programme waren nicht als Apps verfügbar. Und aus dem Internet heruntergeladene Software darf ich nicht installieren im S-Modus. Meiner Meinung nach braucht diesen Modus wirklich absolut niemand. Er lässt sich zum Glück leicht entfernen, man muss sich mit dem Microsoft-Konto anmelden und kann dann gratis auf das unbeschränkte Windows 10 upgraden (habe ich beim Testgerät nicht gemacht, funktioniert aber aus Erfahrung problemlos).

Beim Browsen und anderen leichteren Tätigkeiten sind mir keine nennenswerten Verzögerungen aufgefallen, das System arbeitet sehr schnell und auch die Datenraten der SSD sind hervorragend. Insofern ist es mir noch unverständlicher, warum Microsoft auf derart potenter Software so ein limitiertes Windows vorinstalliert.

Fazit - cooles Gerät, aber für wen?

Trotz sehr guter Hardware und anfänglich suboptimaler Software hat mich dieses Gerät etwas ratlos zurückgelassen. Für ultraportable Anwendungsgebiete hat Microsoft das Surface Go (10,5-Zoll Bildschirm). Das Surface Pro 7 hat zwar nominell nur ein 12,3-Zoll-Display ist aber potenter und portabler als der Laptop Go. Jene die das Laptop-Feeling wollen nehmen den Surface Laptop 3 (13,5-Zoll Display). Und alle die die volle Hardware-Power brauchen greifen zum Surface Book 3 mit 13,5 oder 15-Zoll Bildschirm.

Am ehesten konkurriert der Laptop Go daher mit dem Surface Pro 7 ist aber schwerer und bietet keine abnehmbare Tastatur. Außerdem ist die Hardware weniger stark als beim großen Bruder. Und damit kommen wir auch zum Preis. Mein Testgerät kommt auf eine UVP von 999 Euro und obwohl der Preis für das Gerät schon etwas gesunken ist (Launch war im Oktober 2020) gibt es das Surface Pro 7 derzeit mit der gleichen Speicherausstattung schon günstiger zu erstehen. Dazu bekommt man beim Pro 7 den etwas potenteren Prozessor dazu. Fairerweise sei erwähnt, dass es den Laptop Go schon ab rund 600 Euro gibt, dann aber mit 4GB RAM und 64GB Flash-Speicher, aber diese Kombi kann ich 2020 selbst den Anspruchslosesten nicht mehr empfehlen.

Am besten wäre es für potentielle Interessenten die verschiedenen Geräte live zu vergleichen und dann zu entschieden. Da wir aber am Erscheinungstag dieser Review noch immer im Lockdown 2.0 sind ist das derzeit sehr schwer. Trotz der unklaren Zielgruppe und des, zumindest für mein Testgerätes, hohen Preises bekommt der Laptop Go 7 von 10 Bewertungspunkten, denn als Gerät funktioniert er sehr gut. Wiewohl auch gesagt sei, dass man ähnliche Hardware bei anderen Herstellern deutlich günstiger bekommt.

Mehr Fotos des Geräts:   

 

Bis zum nächsten Mal!

Hinweis: Das Testgerät wurde mir für einen begrenzten Zeitraum von Microsoft zur Verfügung gestellt. Microsoft erhält diesen Test nicht vorab und erteilt keine Freigabe. 

Weekend-Redakteur Lukas Steinberger-Weiß ist ein Technik-Freak sondergleichen. Wobei ihn die Bezeichnung „Nerd“ nicht beleidigt, sondern ehrt. Er saugt alle Neuheiten in sich auf und ist immer am neuesten Stand, liebt Computerspiele, beschäftigt sich ausführlich mit den neuesten Smartphones und den dazugehörigen Gadgets und ist ein Experte für Unterhaltungselektronik. In seinem Blog testet er Spiele, Konsolen, Smartphones, Gadgets und vieles mehr und lässt die Leser an seiner Faszination für die spannende Technik-Welt teilhaben.

Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 26.11.2020