10 Dinge über Island, die nicht jeder weiß

"Eine andere Welt", die man zumindest einmal in seinem Leben gesehen haben sollte: Die nördliche Atlantikinsel Island ist wegen seiner atemberaubenden Landschaft und farbenprächtigen Polarlichter ganzjährig Anziehungspunkt für Menschen, die das Außergewöhnliche suchen. So originell Land und Leute sind, so kurios sind die folgenden Dinge, die Island ebenso ausmachen wie seine Naturphänomene.

1. Das friedlichste Land der Welt

Island gilt als das sicherste Land der Welt mit der niedrigsten Kriminalitätsrate. Selbst Polizisten tragen üblicherweise keine Waffen, sondern höchstens Pfefferspray mit sich. Ein Geheimnis bleibt, ob es an der äußerst friedvollen Bevölkerung oder der geringen Einwohnerdichte in Verbindung mit der isolierten Lage der Insel (wenig Fluchtmöglichkeiten) liegt.

Eine Frau in einem gelben Regenmantel blickt in Island lachend und mit weit ausgestreckten Armen zum Himmel | Credit: iStock.com/erikreis

2. Mehr Schafe als Einwohner

Island ist sehr dünn besiedelt. Allein zwei Drittel der insgesamt 360.000 Menschen leben in der Hauptstadt Reykjavik und dessen Umgebung. Im Gegensatz dazu sind ungefähr 460.000 Schafe auf der grünen Insel heimisch. Erwähnenswert sind auch die fast vier Millionen Papageientaucher (eine spezielle Vogelart), die es vorzugsweise in den Küstenregionen zu bestaunen gibt.

Drei isländische Schafe | Credit: iStock.com/george mkheidze

3. Das „Islandpony“

Laut der gängigen internationalen Klassifizierung werden Islandpferde aufgrund ihrer Größe (bis ca. 148 Zentimeter) den Kleinpferden, also den „Ponys“, zugeordnet. Aber bitte nicht in Island! Das Wort „Pony“ sollte man dort besser nicht in den Mund nehmen, darauf reagieren die Einheimischen allergisch. Die isländische Bevölkerung ist nämlich stolz auf ihre Pferde, die dort als Arbeits- und Reittiere für „Groß und Klein“ genutzt werden. Außerdem wird ein großer Wert auf die „Reinzucht“ dieser Rasse gelegt, die durch entsprechend strenge Regelungen sichergestellt wird. Daher dürfen Islandpferde, die einmal das Land verlassen haben, auch nie wieder zurück! Umgekehrt dürfen andere Pferderassen nicht nach Island einreisen - einerseits um die Zucht „clean“ zu halten und andererseits, um zu vermeiden, dass Krankheiten eingeschleppt werden könnten, die die Islandpferde bedrohen.

Islandpferde in freier Wildbahn | Credit: iStock.com/Raimundas Puckus

4. Delikatesse: „Gammelhai“

Mahlzeit! Die isländische Küche ist bekannt für Fisch- und Lammspezialitäten wie zum Beispiel Fischragout, Lammsuppe oder verschiedene Eintöpfe. Doch es werden auch noch ganz besondere Delikatessen wie „gekochter Schafskopf“ oder „Hàkarl“ (Gammelhai) angeboten, die nur für ganz mutige Urlauber eine Versuchung darstellen. Beim „Gammelhai“ handelt es sich in der Tat um einen „vergammelten“, also ungenießbaren Grönlandhai, der nur aufgrund der Fermentierung überhaupt zum Verzehr geeignet ist. Wer es wagt, einen Bissen zu sich zu nehmen, sollte jedenfalls nicht vergessen, mit einem Schluck „Brennivín“ (isländischer Branntwein) seiner Verdauung auf die Sprünge zu helfen!

5. Ein Stückchen „Amerika“ in Island

Geographisch betrachtet zählt Island natürlich zur Gänze zu Europa. Geologisch gesehen treffen jedoch im Südwesten Islands die tektonischen Erdplatten von Amerika und Europa aufeinander. Man könnte also sagen, dass sich Island genau auf der „Naht“ dieser beiden Kontinentalplatten befindet. Und nicht nur das! Man kann sie auch sehen - konkret im Nationalpark Thingvellir in Form einer immer größer werdenden Kluft, da die Platten jährlich um ein paar Zentimeter auseinanderdriften.

6. Isländische Flagge

Die isländische Flagge ist blau mit einem rot-weißen Kreuz. Der blaue Hintergrund steht für Wasser (Atlantischer Ozean), das rot-weiße Kreuz für Feuer (Vulkan) und Eis (Gletscher).

Fahnenmast mit isländischer Flagge vor einer alten Kirche | Credit: iStock.com/Pablo Ana Ibanez

7. Fast keine Wälder

In Island gibt es kaum Bäume, lediglich 0,5 bis 1 Prozent der Fläche sind mit Wald bedeckt. Im 9. Jahrhundert, als sich die Wikinger auf der Insel ansiedelten, war das Land noch zu 25 Prozent bewaldet. Damals wurde der Großteil abgeholzt, um Häuser zu errichten und Weideflächen zu erschließen. Leider haben sich die Wälder bis heute nicht davon erholt, sodass es eigentlich nur noch einen einzigen natürlichen Wald in Island gibt. Alle anderen wurden versuchsweise „künstlich“ mit „fremden“ Baumarten aufgeforstet. Ziel der Regierung ist es, dass Island bis 2100 wieder zu 12 Prozent aus Wald besteht.

8. Geysire – Achtung heiß!

Geysire kennt natürlich jeder. Zumindest von Bildern oder aus Film und Fernsehen. Doch wie heiß ist das Wasser eigentlich, das in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen als Fontäne aus der Erde schießt? Tatsächlich ist es ziemlich heiß! Unterirdisch kann es brodelnd bis zu 125 Grad Celsius erreichen, beim Schacht sind es ca. 100 und beim Ausbruch immerhin noch 90!

Geysir in Island | Credit: iStock.com/Ondrej Bucek

9. Keine Familiennamen

Auch wenn es merkwürdig klingen mag - isländische Familien haben üblicherweise keinen gemeinsamen Familiennamen, sondern heißen unterschiedlich. Denn der jeweilige Nachname des „Nachwuchses“ setzt sich normalerweise aus dem Vornamen des Vaters und der Endung „son“ (wenn es ein Sohn ist) oder der Endung „dottir“ (wenn es eine Tochter) zusammen. Klingt kompliziert? Ist es aber nicht wirklich. Also angenommen der Vater heißt mit Vornamen „Sven“, so wird der Nachname für seinen geborenen Sohn „Svensson“ und für seine Tochter „Svensdottir“ lauten. Wortwörtlich bedeutet Svensson also „Svens Sohn“ und Svensdottir „Svens Tochter“. Alles ganz logisch eigentlich, oder nicht?

10. 13 Weihnachtsmänner!

Isländische Kinder dürfen sich freuen! Denn es gibt sage und schreibe 13 (!) Weihnachtsmänner, die auch als „Trolle“ bezeichnet werden. Bereits 13 Tage vor Weihnachten, also am 12. Dezember, werden Kinder vom 1. Weihnachtsmann beschert. Bis zum 24. Dezember tritt täglich ein neuer, weiterer Weihnachtsmann in Erscheinung, sodass bis zu Heiligabend alle vollständig erschienen sind. Das bringt nicht nur jede Menge Geschenke, sondern – alle Jahre wieder - auch viele Kinderaugen zum Leuchten!

Panorama der isländischen Kleinstadt Vik i Myrdal an einem sonnigen Tag | Credit: iStock.com/NanoStockk

Warum heißt Island eigentlich Eisland und nicht Grünland?

Wer sich diese Frage stellt, wird vermutlich keine exakten Antworten finden, aber mit Sicherheit auf verschiedene Theorien stoßen. Vielleicht war Grönland früher wirklich einmal „grün“ und Island überwiegend mit „Eis“ bedeckt, als es erobert wurde? In Island wurde mir einmal erzählt, dass die Wikinger „ihre grüne Insel“ nach der Eroberung im 9. Jahrhundert absichtlich „Eisland“ und wiederum die vereiste Insel Grönland „Grünland“ nannten. Denn schließlich wollten die Wikinger die Europäer davon abhalten, nach Island zu kommen und sie lieber in das vermeintliche „Grünland“ schicken, um so ihr kostbares Territorium alleine für sich zu haben. Wer kann es ihnen verdenken, bedenkt man die seltene Schönheit dieser ungewöhnlichen Insel!

Zur Autorin

Als idealen Ausgleich zu ihrer Arbeit hat Passion Author Margit Kainz das Schreiben entdeckt. Kleine Anekdoten und Tipps sind die Spezialität der reisebegeisterten Tirolerin, die sie in ihren Beiträgen auf www.weekend.at serviert.

Autor: Margit Kainz, 30.09.2021