Reisetipp Griechenland: Dodekanes-Inseln

Vom touristischen Hotspot Rhodos aus erreicht man zwei kleine Inseln, auf die der abgeschmackte Begriff „Geheimtipp“ durchaus zutrifft: Symi und Chalki.
Autor: Gert Damberger, 18.05.2022 um 15:59 Uhr

Rund 20 Seemeilen nördlich von Rhodos gelegen, erschien Symi (auch „Simi“ geschrieben) erst sehr spät auf der touristischen Landkarte. Die ehemalige Schwammtaucherinsel wurde in den 1980er-Jahren von Rucksacktouristen entdeckt. Später kamen auch „normale“ Urlauber und auch die Jachtbesitzer und Segler, aber ein Massenziel wurde die zerklüftete Insel nicht. Und das trotz der wohl schönsten Stadtansicht der Ägäis – am Ende einer tief eingeschnittenen Bucht wuchert unterhalb einer verfallenen Johanniterburg eine Stadt, die aussieht, als wäre sie mit bunten Legosteinen gebaut worden.

Hafen Symi | Credit: Gert Damberger

Abgelegene Buchten

Die Insel lädt ein, auf ihren kaum befahrenen Straßen erwandert zu werden und bietet etliche abgelegene Buchten mit Kieselstränden, die man auch per Taxiboot erreichen kann. Ein schönes Ausflugsziel ist das Kloster Panormitis im Südwesten der Insel, das auch Fremdenzimmer anbietet, wobei die freundlichen Mönche die erste Nacht nicht verrechnen.  Normalerweise wird man aber in der Inselhauptstadt übernachtet, in der man zahlreiche kleine, geschmackvoll eingerichtete Pensionen und Privatzimmer findet. Am Hafen gibt es auch Cafés und Restaurants, so dass niemand die typische Griechenland-Atmosphäre vermissen muss. 

Dodekanes-Inseln | Credit: iStockphoto/PeterHermesFurian

In Chalki hat man seine heilige Ruhe

Auch die noch kleinere Insel Chalki erreicht man von Rhodos (Hafen Kamiros Skala) aus. Auch hier lebte die Inselbevölkerung bis etwa Mitte der 1950er Jahre vom Schwammfischen. Das Aufkommen des Synthetikschwammes trieb die meisten der 7.000 Insulaner in die Emigration nach Florida. Heute zählt das Eiland an die 500 Einheimische, die in erster Linie von Tourismus und (etwas) Fischfang leben. Chalki wurde in den 1980er-Jahren für den Fremdenverkehr entdeckt – von einem englischen Geschäftsmann namens Ian Murdoch. Dieser gründete eine Firma, die verfallene Häuser im inseltypischen Stil saniert und darin Appartements errichtet. Heute ist die Insel während der Hauptsaison fest in der Hand von britischen Individualtouristen.

Chalki erreicht man von Rhodos aus. | Credit: Gert Damberger

Ein Paradies für Schnorchler

Es ist ein Tourismus, der sich Grenzen hält. Diese wird von der vorgeschriebenen Maximalzahl von 900 Gästebetten reguliert. Massentourismus ist auf der Insel auch deshalb nicht möglich, weil es auf der Insel keine Quellen gibt und das Süßwasser mit Tankschiffen geliefert werden muss. Und was kann man in Chalki erleben? Ruhe gibt es im Übermaß (ideal etwa für Leute, die längere Texte schreiben müssen), Strände gibt es und Buchten mit kristallklarem Wasser. Wer nach Chalki kommt, sollte Taucherbrille und Schnorchel nicht vergessen.

Chalki | Credit: Gert Damberger