Welchen Internetspeed brauche ich für was

Eine stabile und schnelle Internetleitung gehört 2022 zur Infrastruktur eines Haushalts wie Strom oder Heizung. Aber welche Geschwindigkeit brauche ich für meine Aufgaben und wie kann ich mein Internet optimieren? Wir haben die Antworten!
Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 14.04.2022 um 09:43 Uhr

Die Pandemie hat es gezeigt: Internet hat eine Bedeutung bekommen wie nie. Nicht nur für das Home-Office sondern auch für andere Dinge. Man stelle sich vor, die ganze Familie sitzt im Lockdown zuhause. Papa und Mama müssen Home-Office erledigen und sich eventuell per VPN in die Firma verbinden, die Kinder haben vormittags Home-Schooling und Videocalls mit der Schule und am Nachmittag wird gezockt oder Netflix gestreamt. Da kann schon mal die beste Internetleitung ins Schwitzen kommen. Noch dazu ist man als Haushalt ja nicht alleine, sondern auch die Nachbarn sitzen zuhause und machen dasselbe.

Zum Glück ist die Pandemie nicht mehr auf dem Höhepunkt, trotzdem ist gutes und stabiles Internet wichtig wie nie zuvor. Leider gibt es aber einige Tücken, die man beachten muss, um sich nicht mit stockendem Internet zu ärgern.

Auf die Bandbreite kommt es an!

Mehr als je zuvor ist Bandbreite wichtig. Also vereinfacht ausgedrückt: Wieviel Daten lässt meine Leitung wie schnell zu mir durch. Und, darauf anschließend: Wie verteile ich das Internet in meiner Wohnung/meinem Haus. Aber bleiben wir bei der Bandbreite. Ein beliebter österreichischer Diskonter bietet mobiles, unbegrenztes Internet um 20 Euro pro Monat an. Bandbreite: bis zu 40 Mbit/s. Diese Form des Internet ist beliebt, da übers Mobilnetz mit einem kleinen und mobilen Router. Jetzt sind die 40 Mbit/s jedoch nicht garantiert und es hängt von mehreren Faktoren ab, ob man diese Geschwindigkeit überhaupt erreicht. Ein Faktor ist die Auslastung der Mobilzelle. Man stelle sich vor in einer Siedlung mit 12 Wohnungen beschließen 5 Einheiten sich dieses Internet zuzulegen. Alle hängen am selben Sendemasten, der diese Last verteilen muss. Die 40 Mbit/s permanent zu erreichen wird dann schwer. Generell ist mobiles Internet viel anfälliger für Geschwindigkeitsschwankungen als Internet über Glasfaser.

Dazu kommt, dass ein Tarif mit 40 Mbit/s für eine moderne Familie nicht mehr ausreichend ist. Die Kids streamen Netflix oder Disney+, die Eltern halten Video-Calls und Home-Office oder wollen selbst streamen. Nur zur Verdeutlichung: Netflix empfiehlt bei 4K-Inhalten eine minimale Geschwindigkeit von 25 Mbit/s, Für Full-HD sind es 5 Mbit/s. Nehmen wir an ein Kind streamt gerade die neueste Serie in voller 4K-Auflösung sind von den vorhandenen 40 Mbit/s schon mal 25 futsch. Den Rest darf sich dann die Familie aufteilen - Stress ist vorprogrammiert. Tarife, egal ob Mobil oder über Kabel mit 40 Mbit/s sind 2022 höchstens für Single-Haushalte ausreichend.

100 Mbit/s sind meist minimum

Für eine Familie mit einem oder mehreren Kinder muss der Anschluss heutzutage mindestens 100 Mbit/s oder mehr leisten. Nur dann ist gewährleistet, dass alle Familienmitglieder stets mit ausreichend Speed für alle Aufgaben versorgt sind. Österreich hat beim Breitbandausbau zwar noch Aufholbedarf, aber vor allem in den größeren Städten sind meist moderne Glasfasernetze verlegt, die bei Privathaushalten Geschwindigkeiten bis zu 1.000 Mbit/s zulassen. Ist so ein moderner Glasfaseranschluss nicht vorhanden besteht die Möglichkeit modernes 5G-Internet zu nutzen. Auch hier können theoretisch Bandbreiten bis zu 1.000 Mbit/s erreicht werden. Da es sich dabei um Mobilfunk handelt, können jedoch wieder stärkere Schwankungen als bei Glasfaser auftreten.

 

Die Verteilungsfrage

Nehmen wir an der schnelle Internetanschluss ist bestellt, das Modem vom Netzbetreiber kommt ins Haus aber das Internet hebt trotzdem nicht ab wie gewünscht. Das kann an der Hardware liegen. Die Modems der Netzbetreiber sind meist Standard-Geräte mit schwächeren W-LAN Spezifikationen. Hier ist es ratsam über einen eigenen Router, eventuell mit Mesh-Funktionalität nachzudenken. Der Router wird per LAN mit dem Modem des Netzbetreibers verbunden, nimmt sich das Internet und verteilt es im ganzen Haus. Sofern Mesh für größere Wohneinheiten verwendet wird, auch über mehrere hundert Quadratmeter. Der derzeitige Top-Standard ist WiFi 6 (ax). Hier lassen sich hohe Bandbreiten im gesamten Netzwerk erzielen. Mesh-Systeme oder Router mit dem neuesten Standard sind meist erschwinglich und fangen, je nach Geschiwndigkeit, bei rund 100 Euro an. Ein solches Mesh-System haben wir bereits getestet - das Xiaomi Mesh System AX3000 (Testbericht). Es gibt diese Systeme aber mittlerweile von vielen Anbietern.

 

Empfohlene Geschwindigkeiten der Streaming Anbieter

Die Empfehlungen variieren, je nach Qualität:

Standard-Definition (480 oder 720p):

  • Netflix (0,5 Mbit/s)
  • Amazon (0,9 Mbit/s)
  • Maxdome (2 Mbit/s)


Full HD (1080p):

  • Netflix (5 Mbit/s)
  • Amazon (3,5 Mbit/s)
  • Maxdome (6 Mbit/s)


4K-Ultra HD (2160p):

  • Netflix (25 Mbit/s)
  • Amazon (15 Mbit/s)