Tech-Blog: Xiaomi Mi 11 Lite 5G im Test - Leichtgewicht!?

Mi 11, Mi 11i, Mi 11 Ultra, Mi 11 Lite, Mi 11 Lite 5G, Mi 11 Pro und bald das Xiaomi 11T. Die 11er-Reihe der Chinesen ist wie von Xiaomi gewohnt wieder eine mit vielen verschiedenen Geräten. Vom absoluten Flaggschiff, dem Mi 11 Ultra bis zur Mittelklasse, dem Mi 11 Lite. Dessen 5G-Version durfte ich jetzt in Händen halten und es liefert bei der Hardware richtig gut ab. Xiaomi täte allerdings sehr gut daran nicht unendlich viele Geräte zu releasen, sondern auch die Software zu optimieren. Da ist nämlich schon lange nicht mehr alles Gold was glänzt.

Design und Hardware - starkes Gesamtpaket!

Das Mi 11 Lite 5G ist nur 6,8 Millimeter dick und wiegt nur 159 Gramm. Damit ist es eines der dünnsten und leichtesten Geräte seiner Klasse. Auch der Rest des Design ist sehr gelungen, trotz seiner geringen Dicke liegt es sehr gut in der Hand und der Kamerbuckel stört nur wenig. Die Farbgebung ist bei meinem Testgerät Türkis (offiziell: mint green), es gibt das Gerät auch in einem Gelb und in klassischem Schwarz. Mir gefällt die gelbe Version davon am besten, die hatte ich schon mal in Händen und die sieht Hammer aus. Das Türkis muss man mögen, nicht nur politisch. Aber back to topic, das Gerät ist ein richtiger Handschmeichler und es ist erstaunlich, wie viel Technik die Chinesen in das kompakte Gehäuse reinbekommen haben.

Technisches Highlight ist für mich das 6,55-Zoll große AMOLED Display mit 1-Billion Farben und 90 Hz Bildwiederholrate. Es wird nämlich mit bis zu 800 Nits (Automatikmodus) richtig hell, das ist in dieser Preisklasse nicht immer so. Beim Prozessor haben sich die Chinesen für einen Snapdragon 780G entschieden, der von maximal 8GB RAM und maximal 256 GB UFS 2.2-Speicher flankiert wird. Der Speicher ist übrigens per microSD erweiterbar. Neben diesen Specs packt Xiaomi auch Stereo-Lautsprecher, einen 4.250 mAh großen Akku (33W Fast-Charging) und ein IP53-Rating (Spritzwassergeschützt) in das dünne Gehäuse. Der Fingerabdrucksensor ist seitlich zu finden und ist in Ordnung, Das Kamerasetup beinhaltet eine 64-Megapixel Hauptkamera und einen 8-Megapixel-Ultraweitwinkel, sowie ein 5-Megapixel Macroobjektiv. WiFi 6, Bluetooth 6 usw... sind auch mit von der Partie. Alles in allem um rund 400 Euro ein sehr starkes Gesamtpaket. Allerdings merkt man manchmal doch, dass da sehr viel auf engem Raum zusammengebastelt wurde. Denn das Mi 11 Lite 5G wird teilweise recht warm im Betrieb. Zu Abbrüchen oder Störungen kam es allerdings nie. Die Selfie-Kamera ist als 20-Megapixel Punchhole ausgeführt.

Software und Kamera - eine Baustelle, ein Lichtblick!

So gut die Hardware ist, die Software kann hier nicht mehr Schritt halten. Kurz nach dem Einrichten kam das Update auf MIUI 12.5 und auf einmal war alles anders. Das Layout, die Benachrichtigungsleiste usw... Na gut, darauf eingestellt und weitergemacht. Aber so richtig warm wurde ich nicht damit. MIUI 12.5 ähnelt iOS stark. Die Benachrichtigungsleiste zum Herunterziehen ist jetzt in links und rechts aufgeteilt, das nervt unendlich. Die Floating-Windows sind ein nettes Gimmick aber auch nicht wirklich superpraktisch. Was noch immer nicht repariert wurde ist das willkürliche Verhalten von Benachrichtigungen. Manchmal bekomme ich sie, manchmal nicht. Und das betrifft jetzt nicht nur unwichtige Apps, sondern ebenso wichtigere. Auch die Verbindung zu meiner Garmin-Smartwatch war mit MIUI so instabil, wie selten auf einem Gerät. Einzig die Geschwindigkeit in der man durch die Menüs flitzt und scrollt ist endlich besser geworden und dank 90 Hz auch richtig flüssig. Allerdings ist ab Werk nur die 60 Hz-Bildwiederholrate eingestellt. Wer also den flotteren Speed will, muss ihn erst aktivieren. Ein weiteres gigantisches Ärgernis war das "Always-On-Display". Das ist nämlich nur 10 Sekunden ON. Dann ist es aus. Eine Option es dauerhaft anzuzeigen gibt es nicht und ist laut Xiaomi auch nicht vorgesehen. Komisch, denn bei den teureren Flaggschiffen geht das. Für Nutzer die immer gerne Uhrzeit und Benachrichtigungen im Blick haben ein Ärgernis.

Aber genug der Kritik, das Kamerasetup ist in dieser Klasse wirklich gelungen. Hautptsensor und Ultraweitwinkel schießen bei guten Lichtverhältnissen sehr gute Fotos und auch bei dunklerem Licht geht die Qualität in Ordnung. Auch das 5-Megapixel Makroobjektiv ist definitiv zu gebrauchen. Wem ein fehlender Zoom nichts ausmacht, der hat hier ein gutes Setup immer mit dabei.

Fazit - gemischte Gefühle!

Ich bin mittlerweile an einem Punkt, wo ich Xiaomi liebe und verfluche! Die Geräte bieten TOP-Hardware und sind dabei preislich absolut in Ordnung, aber die Software wird immer mehr zum Ärgernis. Hier die verpasste Willhaben-Mitteilung, dort ein WhatsApp, das nicht durchkommt. GRRR! Auch eine Veränderung des Stromsparmodus brachte wenig Abhilfe. Wäre jetzt die Akkulaufzeit dafür unendlich, könnte ich damit leben, allerdings brachte mich das Mi 11 Lite 5G gerade so über den Tag. Manchmal musste ich Zwischenladen. Und ich bin mit diesem Ärgernis nicht alleine, die Internetforen sind voll davon. Viele ärgern sich darüber, vor allem über die Benachrichtigungen, denn die sind heutzutage einfach essentiell wichtig.

Bei der Hardware macht Xiaomi aber auch beim Mi 11 Lite 5G wieder alles richtig, ein helles und gutes Display mit 90 Hz, ein starker Prozessor, ein gutes Kamerasetup und das ganze in einem superdünnen und leichten Gerät. Da gibt es absolut nichts zu meckern. Aber ein Smartphone ist eben mehr als gute Hardware. Es gibt aber, wie bei so vielem, eineLösung: Xiaomi müsste endlich aufhören von einer Reihe gefühlt 10 Geräte zu launchen. Ein Superflaggschiff, ein Premium-Gerät und ein guter Midranger. Punkt! Und dann die Software dieser drei Geräte perfekt optimieren. Ich bin sicher, das bekommen die Chinesen mit ihrer Manpower hin. Zumindest wäre es wünschenswert.

Das Mi 11 Lite 5G bekommt als Gesamtpaket 6 von 10 Bewertungspunkten. Ginge es um die Hardware alleine, wären es locker 8 Punkte, aber die Software ist einfach zu wichtig und spielt hier auch eine Rolle. Preislich liegt das Mi 11 Lite 5G bei rund 400 Euro UVP, der Straßenpreis ist aber bereits deutlich darunter, eine Recherche auf Geizhals und Co. zahlt sich also definitiv aus!

Bis zum nächsten Mal!

Mehr Fotos:

Hinweis: Das Testgerät wurde mir von Xiaomi für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung gestellt. Der Testbericht entsteht unabhängig und wird vor Veröffentlichung nicht an Xiaomi zur Freigabe gesendet.

Weekend-Redakteur Lukas Steinberger-Weiß ist ein Technik-Freak sondergleichen. Wobei ihn die Bezeichnung „Nerd“ nicht beleidigt, sondern ehrt. Er saugt alle Neuheiten in sich auf und ist immer am neuesten Stand, liebt Computerspiele, beschäftigt sich ausführlich mit den neuesten Smartphones und den dazugehörigen Gadgets und ist ein Experte für Unterhaltungselektronik. In seinem Blog testet er Spiele, Konsolen, Smartphones, Gadgets und vieles mehr und lässt die Leser an seiner Faszination für die spannende Technik-Welt teilhaben.

Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 04.10.2021