Warum Masturbation gut für die Partnerschaft ist!

Der Mai steht ganz im Zeichen der Masturbation und soll aufklären, wieso Selbstbefriedigung nicht nur für das eigene Glück, sondern auch für das der Partnerschaft essentiell ist.
Autor: Cornelia Scheucher, 03.05.2022 um 11:45 Uhr

Masturbation bedeutet zwar Solo-Sex, trotzdem wirkt sich Selbstbefriedigung auch positiv auf Partnerschaften aus. Denn, wer den eigenen Körper kennt, weiß auch, was er im Bett von einer anderen Person möchte. Und was nicht.

Großes Stigma

Doch um überhaupt erst einmal über das Thema reden zu können, muss erstmal ein großes Stigma abgebaut werden. Die meisten assoziieren Masturbation nämlich mit dem Single-Dasein. Viele finden es sogar verletzend oder bedrohend, wenn der Partner bzw. die Partnerin in der Beziehung masturbiert. Dabei hat Selbstbefriedigung in den meisten Fällen nichts mit der schwindenden Lust auf den Partner zu tun – sondern einfach mit der Lust auf sich selbst. Hat man das einmal verstanden, kann die positive Wirkung auch den Sex in der Partnerschaft beeinflussen, wie Julia Henchen, Sexualtherapeutin und Sexual-Wellness-Expertin der Marke We-Vibe, erklärt: "Auch in einer glücklichen Partnerschaft müssen wir immer wieder neu lernen, uns selbst wahrzunehmen. Selbstbefriedigung also als Zeichen zu sehen, dass etwas im gemeinsamen Sexleben fehlt, ist gänzlich am Thema vorbei. Das komplette Gegenteil ist der Fall: Wer sich bewusst und sinnlich selbst befriedigt, lernt sich besser kennen und kann so die Qualität der gemeinschaftlichen Sexualität steigern." 

Frau, die am Bett liegt und masturbiert

Solo, aber gemeinsam

Wer als Paar noch einen Schritt weiter gehen möchte, kann versuchen, gemeinsam zu masturbieren. Das braucht natürlich eine gewisse Ebene des Vertrauens, führt jedoch auch zu einer ganz neuen Intimität in der Partnerschaft. Schließlich bekommt eine andere Person die Erlaubnis, zuzuschauen, während man sich selbst berührt. Gleichzeitig lernt der Partner dadurch noch intensiver die erogenen Zonen kennen und kann beim gemeinsamen Sex besser darauf achten. Und seien wir uns ehrlich: Wem gefällt es nicht, die liebste Person in Solo-Action zu erleben?

Fester Platz in Beziehung 

Masturbation sollte also einen fixen Platz in einer Beziehung haben. Das rät auch Sexualtherapeutin Henchen: "Verstehe, was du selbst brauchst, was du willst und auch, was dir nicht gefällt. Wie willst du berührt werden und wo? Wie viel Druck findest du gut? Was gefällt dir nicht?" All diese Fragen können dabei helfen, das Sexleben auf ein neues Level zu bringen. Das ist übrigens auch ein Plädoyer für Frauen: Denn durchschnittlich masturbieren Männer weitaus häufiger. Das ging unter anderem aus einer repräsentativen Umfrage der Sexual-Wellness-Marke We-Vibe hervor, bei der 14.500 Männer und Frauen aus 17 Ländern befragt wurden. 

Masturbation May 

Seit 1995 steht der Mai ganz im Zeichen der Masturbation. Am 7. Mai 1995 wurde erstmals der Internationale Tag der Masturbation ausgerufen. Auslöser war eine Fehde zwischen Ex-Gesundheitsministerin Minnie Joycelyn Elders und dem damaligen Präsidenten Bill Clinton. Die Ärztin forderte, dass Thema Masturbation in den Sexualkundeunterricht aufzunehmen. Daraufhin wurde sie von Clinton gefeuert. Danach wurde der Tag der Masturbation auf den gesamten Monat Mai ausgeweitet. Im Fokus steht die Aufklärung sowie das Brechen mit Vorurteilen.