Studie zeigt: Frauen masturbieren immer häufiger

Auch wenn Frauen laut Studien immer öfter selbst Hand anlegen, gibt es immer noch eine große Masturbationslücke zwischen den beiden Geschlechtern. Der Equal Masturbation Day soll darauf aufmerksam machen.
Autor: Teresa Frank, 13.06.2022 um 13:07 Uhr

Bereits zum dritten Mal wird der „International Equal Masturbation Day“ um auf die Masturbationslücke zwischen Männern und Frauen aufmerksam zu machen. Dieser Tag gibt an, dass Frauen bis zu diesem Tag im Jahr noch nicht masturbiert haben, während Männer schon seit Jahresbeginn fleißig selbst Hand anlegen. Ein positiver Aufwärtstrend lässt sich jedoch in einer Umfrage von Sextoy-Anbieter „Womanizer“ feststellen: Denn Masturbation Gap ist im Vergleich zum Vorjahr von 61 auf 47 Prozent gesunken – somit findet der „Equal Masturbation Day“ dieses Jahr am 23. Juni statt. Im Durchschnitt legen Frauen etwa 76-mal im Jahr selbst Hand an – 23 mal öfter als 2021. Am aktivsten sind dabei die Briten: Hier masturbieren Frauen im Schnitt sogar 100-mal. 

Immer noch große Unterschiede

Dennoch herrscht nach wie vor eine große Lücke zwischen Männern und Frauen. Die Herren der Schöpfung masturbieren doppelt so oft wie Frauen – sie kommen im Schnitt auf 2,8-mal die Woche. Bei den männlichen Befragten haben übrigens die Schweizer die Nase vorne: Sie befriedigen sich im Durchschnitt 145-mal im Jahr. Auch in Österreich ist der „Masturbation Gap“ gesunken. Hier tun es die Männer  durchschnittlich 124-mal im Jahr, Frauen 62-mal (Vergleich zu 2021: M: 154-mal; F: 56-mal). Ein großer Teil der Frauen gibt außerdem an, gar nie zu masturbieren: In Österreich trifft das auf 27 Prozent zu, international sind es knapp 24 Prozent. „Der Equal Masturbation Day hat uns dieses Jahr selbst überrascht. Wir haben den Tag 2020 ins Leben gerufen, um auf die gesellschaftliche Schieflage aufmerksam zu machen,“ erklärt Johanna Rief, Head of Sexual Empowerment bei Womanizer. „Vor zwei Jahren war der Equal Masturbation Day noch Anfang September. Dass diese Lücke nun um zwei Monate gesunken ist, ist eine wirklich positive Entwicklung.“

Tabuthema

Warum dieses Thema immer noch zu den Tabus unserer Gesellschaft gehört? Ein Grund dafür liegt wahrscheinlich in der Sexualerziehung. Wie frühere Umfragen von „Womanizer“ zeigen, würde sich ein Drittel der Befragten wünschen, im Sexualkundeunterricht mehr über Lust zu lernen oder darüber, wie man offen über Sex spricht. Jede Fünfte würde auch gern mehr über Self-Love und Masturbation erfahren und nicht nur die Biologie hinter dem Reproduktionsprozess lernen. Aber nicht nur in der Schule, auch im Elternhaus wird dieses Thema zu wenig besprochen. Viele fühlen sich mit dieser Materie allein gelassen. Daher ist es auch kaum verwunderlich, dass etwa 20 Prozent der Befragten ihr Wissen durch das Ansehen von Pornos erlangt haben. Und das ist wohl kaum eine authentische und zuverlässige Quelle. Johanna Rief dazu: „Diese Ergebnisse zeigen, wie wichtig Aufklärungsarbeit rund um weibliche Sexualität und Lust ist. Wir arbeiten kontinuierlich mit Kampagnen wie der Menstrubation Studie oder der Kooperation mit Lilly Allen daran, weibliche Sexualität zu enttabuisieren. Es ist toll zu beobachten, dass ein gesellschaftlicher Wandel stattfindet und wir dazu beitragen dürfen. Mit dem Womanizer Pleasure Fund möchten wir außerdem dazu beitragen eine weitere Lücke, die Gender Health Gap, zu schließen.”