So lange wird eure Beziehung halten

Nora schwebt auf Wolke Sieben. Den ganzen Sommer hat sie mit ihrem Simon geturtelt, gelacht und geschäkert. Mit den kürzer werdenden Tagen wachsen bei der 29-Jährigen die Zweifel. Kann der Sommerflirt zur stabilen Beziehung werden? Eine Frage die nicht nur Nora umtreibt.

Im Sommer verlieben

In den warmen Monaten verlieben wir uns überdurchschnittlich häufig. Ob die Liebelei eine Chance hat, zur (letzten) großen Liebe zu werden, hängt tatsächlich weniger davon ab, wann wir uns kennen lernen. Viel entscheidender für Tiefe und Dauer der Verbindung sind das Wo und Wie. Die schlechte Nachricht zuerst: Der klassische Urlaubsflirt bringt eher prickelndes Abenteuerpotenzial mit sich als Hochzeitsglocken zum Klingen. Zu gering ist die Wahrscheinlichkeit, im Alltag auf ausreichend Gemeinsamkeiten bauen zu können. Aber immerhin: Knapp drei Prozent aller Pärchen haben sich auf Reisen kennengelernt, wie eine Umfrage von ElitePartner ergeben hat.

Besser nicht aufs Schicksal verlassen

Also dann doch lieber mit offenen Augen durch den Alltag gehen und auf Amors Pfeil hoffen? Falsch! Das hollywoodreife Stolpern in die Arme eines verträumten Fremden, das knisternde Kreuzen von Blicken im Supermarkt: Wer sich aufs Schicksal verlässt, muss sich auf eine längere Zeit als Single einstellen. Trotzdem glaubt fast ein Drittel beharrlich daran, dass Mr. oder Mrs. Right plötzlich in den Öffis, beim Einkaufen oder auf der Straße vor ihnen stehen wird. „Das ist mit dem Wunsch verbunden, so etwas Besonderes wie die große Liebe solle mit einer außergewöhnlichen Geschichte verbunden sein“, erklärt Datingportal-Expertin Lisa Fischbach.

Auf gemeinsame Interessen setzen

Besonders wäre so eine Love-Story tatsächlich. Denn nur 4,2 Prozent aller Paare finden unterwegs zufällig zueinander. Und selbst wenn sie es entgegen aller Wahrscheinlichkeit tun, ist die Halbwertszeit der Verbindung nicht unbedingt hoch angesiedelt. Das liegt daran, dass der Zufall alles andere als ein geschickter Kuppler ist. Woher soll er denn auch wissen, welche Interessen, Werte und Lebensziele zusammenpassen?

Hier lernen sich glückliche Paare am häufigsten kennen. Beziehungen, die übers Internet angebahnt werden, haben eine auffallend lange Haltbarkeit.

Kontakte im Freundeskreis

Da ist der Freundeskreis erfolgreicher: Dort trifft man Menschen aus einer ähnlichen Lebenswelt mit einer größeren Schnittmenge hinsichtlich der Einstellungen“, sagt Fischbach. Fast ein Drittel aller Paare lernt sich im oder über den Freundes-, Familien- und Bekanntenkreis kennen und lieben.

Club oder Büro?

„Geh’ doch mal wieder aus!“, ist aus selbigen ein oft geäußerter Ratschlag an Suchende. Bei knapp 15 Prozent aller Paare ist der zündende Funke in Bars oder Clubs übergesprungen. Die Wahrscheinlichkeit ist also ähnlich hoch wie in der Arbeit. Aber: Besonders beim Panscherl im Berufsumfeld muss man befürchten, dass sie Verflechtung zwischen Privat und Job nicht lange überleben.

Partnerbörsen helfen

Das Ende der Lockdowns sollte für Singles deswegen aber kein Grund sein, Tinder und Co. wieder zu löschen. In den letzten Jahren macht das Internet dem Freundeskreis als Partnervermittlungsplatz Nr. 1 starke Konkurrenz. Paare, die im digitalen Raum zueinander finden, halten es Studien zufolge sogar besonders lange miteinander aus. Online-Partnerbörsen und Dating-Apps funktionieren nämlich nach einem ähnlichen Prinzip wie die Kuppelei über Kumpel. Gemeinsamkeiten bilden die Basis fürs Anbandeln. Gute Nachrichten also für Nora und Simon. Sie haben sich auf einem Grillfest bei Freunden kennengelernt. Übrigens: Die meisten Paare finden im August zueinander …

Autor: Stefanie Hermann, 29.09.2021