Corona-Pandemie als Booster für Online-Dating

Online-Dating gehört zu den wenigen Profiteuren der Corona-Pandemie. Mittlerweile lernen sich bereits 43 Prozent der Paare im Internet kennen. Und trotzdem ist es vielen noch unangenehm, darüber zu sprechen.
Autor: Teresa Frank, 31.01.2022 um 10:31 Uhr

Das Dating-Verhalten hat sich durch Corona ganz klar verändert. In einer Studie der Partnervermittlungsplattform Parship bestätigen 43 Prozent der befragten Pärchen, die in den letzten zwei Jahren zusammengekommen sind, sich online kennengelernt zu haben. Mit „online“ sind sowohl Dating-Apps, soziale Netzwerke sowie andere Seiten im Internet gemeint. 90 Prozent der Befragten finden es ganz normal, seinen Partner heutzutage auf diese Art und Weise kennenzulernen. Sie betonen auch, dass es online einfacher sei, einen passenden Partner zu finden. 

Vergleich zu früher

Vor dem Aufkommen des Online-Datings, also bis zur Jahrtausendwende, verliebten sich die meisten über das Ausgehen (32 Prozent). 24 Prozent lernten sich über Freunde und Bekannte kennen, 16 Prozent über den Beruf und 6 Prozent an der Schule oder Universität. Heute ist das Internet der beliebteste Ort zur Partnersuche. In den letzten vier Jahren hat sich die Anzahl der Paare, die sich online kennengelernt und verliebt haben, fast verdoppelt: Waren es 2018 noch 23 Prozent, sind es 2021 schon 43 Prozent. 

Der Trend ließ sich schon vor der Pandemie beobachten, er tritt allerdings jetzt verstärkter auf. Denn viele Möglichkeiten des Kennenlernens, wie Feste feiern oder Ausgehen, wurden seit nun schon fast zwei Jahren zunehmend schwieriger. Aus heutiger Sicht sind die Erfolgsaussichten, einen passenden Partner zu finden, online eindeutig am größten.

- Caroline Erb, Psychologin bei Parship 

Verkuppeln ist out

Von gemeinsamen Bekannten verkuppelt zu werden, scheint auch aus der Mode gekommen zu sein. Vor 20 Jahren verliebte sich noch jedes vierte Paar (24 Prozent) über den Freundes- und Bekanntenkreis, heute sind es nur noch 16 Prozent. 

Tabu-Thema?

Trotz dieser eindeutigen Zahlen ist es vielen offenbar immer noch unangenehm, über das Kennenlernen im Internet zu sprechen. 21 Prozent der Befragten, die sich online verliebt haben, wollen nicht darüber reden. Trotzdem sehen auch sie die größte Chance, einen Partner zu finden, im Internet. Sie glauben außerdem, dass man im Netz eher einen passenden Kandidaten findet, da man vorab schon viele Informationen über den anderen hat. „Obwohl Online-Dating schon lange nichts Exotisches mehr ist und sich fast jedes zweite Paar über das Internet kennen lernt, fällt es manchen schwer, offen darüber zu sprechen. Das ist durchaus in Ordnung und auch nachvollziehbar, denn die Art und Weise des Kennenlernens ist etwas Intimes und Privates,“ so die Psychologin.