Dreimal so schlau! So intelligent sind Tiere

Teamplayer, Kommunikationsprofis, Spaßvögel: Tiere haben mehr mit uns gemeinsam als gedacht. Vor allem in puncto Intelligenz. Das beweist ein Buch ganz besonders eindrucksvoll.
Autor: Ariane Perktold, 10.12.2021 um 14:53 Uhr

Bereits vor einiger Zeit genoss ich am Almkanal in Salzburg wohl einen der letzten sommerlichen Samstagabende. In der Umgebung waren Rasenmäher zu hören, über mir eine schnatternde Gänseschar, die wiederholt über meinem Kopf hin- und herflog. Was sie wohl einander gerade mitzuteilen hatten, fragte ich mich unweigerlich. Nicht zuletzt, nachdem ich eben erst „Animal Wise – How We Know Animals Think and Feel“ von Virginia Morell gelesen hatte. Kaum zu glauben, dass lange Zeit Tieren die Fähigkeit zu denken und und zu fühlen abgesprochen wurde. Spätestens nach der Lektüre dieses Buches ist man anderer Meinung, zu überzeugend sind die Beispiele, die Virginia Morell aus der Tierwelt zum Besten gibt.

Ameisen - wahre Teamplayer

Der Tierforscher Nigel Franks konnte bei einer bestimmten Ameisenart beobachten, dass die Tiere beim Bau eines neuen Heims einander unterrichteten: Sobald eine Ameise einen potenziellen neuen Bau entdeckte, erforschte sie das Neuland sorgfältig. Als sie nach ihren Erkundigungen zu ihrer Gruppe zurückkehrte, kam sie in der Folge mit einer weiteren Ameise wieder. Diese wurde geduldig herumgeführt, damit sie sich nach den zögerlichen ersten Schritten im neuen Heim soweit orientieren konnte, dass sie ihr Wissen wiederum an die nächste weitergeben konnte. Die Ameisen nahmen also Rücksicht auf ihre Artgenossen und handelten nicht zu ihrem eigenen Vorteil. Wahre Teamplayer eben!

Ameisen bilden das Wort "Team" | Credit: iStock.com/shutter_m

Papageien - wahre Menschenversteher

Die Tierforscherin Irene Pepperberg wollte anhand eines afrikanisches Graupapageis namens Alex herausfinden, wie Vögel die Welt erleben. Dazu brachte sie ihm die Bezeichnungen verschiedener Farben und Formen bei. Als sie ihm dann verschiedene Objekte zeigte, konnte er die Gegenstände ein- und derselben Farben eindeutig erkennen - und benennen, nicht nur Wörter nachsprechen. Bis dato hatte man das nicht für möglich gehalten. Wahre Menschenversteher eben!

Zwei Papageien auf einem Ast | Credit: iStock.com/dmodlin01

Ratten - wahre Spaßvögel

Der Tierforscher Jaak Panksepp erforschte die emotionale Intelligenz von Ratten. Dabei machte er unterhaltsame Entdeckungen. Ratten lieben es zu spielen und gekitzelt zu werden. Das wurde dem Forscher in dem Moment klar, als er verstand, was das hohe Quietschen zu bedeuten hatte, das die Tiere beim Spielen von sich gaben: Es war nichts anderes als Gelächter! Nicht einmal die geliebten Leckerlis konnten dieses offensichtliche Glücksgefühl toppen. Panksepp konnte damit beweisen, was die Wissenschaft lange nicht für möglich hielt - dass Tiere emotionale und interaktive Wesen sind, Glück empfinden und Spaß haben können. Wahre Spaßvögel eben!

Tiere - entfernte Verwandte des Menschen

Keine Frage: Tiere deshalb zu vermenschlichen wäre wohl weder in deren Interesse noch im Sinne der Tierforschung. Was jedoch anhand von Virginia Morells Beispielen eindeutig klar wird, ist, dass Tiere auf vielerlei Art und Weise intelligent sind. Und wir nicht die Krone der Schöpfung, sondern entfernte Verwandte von ihnen sind. Allein dafür haben sie sich mehr Wertschätzung verdient. Immerhin haben wir ja doch so einiges gemeinsam.

Zur Autorin

Passion Author Ariane Perktold studiert Bildnerische Erziehung und Englisch in Salzburg. In ihrer Freizeit begeistert sich die gebürtige Südtirolerin für Reisen, Literatur, Tiere, Kulinarik und Kunst. Themen, von denen auch ihre abwechslungsreichen Beiträge auf www.weekend.at handeln.