Die Marmelade-Semmel adé, jetzt wird das Müsli wieder entstaubt – zu recht

„Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettler“ - das alte Sprichwort birgt immer noch Wahres. Das Frühstück ist und bleibt die wichtigste Mahlzeit am Tag. Allerdings steht dem energiegeladenen Start in den Tag häufig falsche Ernährung im Weg.

Eine Bestandsaufnahme auf österreichischen Frühstückstischen zeigt: Fetthaltige Wurst- und Käsesorten, Zuckerhaltiges wie Marmelade oder Nougataufstriche und Semmeln stehen auf der Tagesordnung. Der Trend geht zwar hin zu Mehrkorn- und Vollkorngebäck beim Frühstück liegt die Semmel unangefochten vorn. Kurzum, wir essen immer noch zu viel Weißmehl und Zucker. Knapp 60 Kilo Weizen nimmt jeder Österreicher jährlich zu sich. Weißmehlprodukte sind voller Kohlenhydrate und die meisten Menschen bewegen sich zu wenig, um diese Energie umzusetzen. Die Folgen können Übergewicht, Herz- und Atemwegserkrankungen, Diabetes etc. sein. Auch das enthaltene Gluten ist eines der potentiell schädlichen Lektine im Getreide.

Müsli nur mit Beeren zubereiten

Eine gesunde Alternative auf dem Frühstückstisch sind also Vollkornprodukte und pflanzliche Lebensmittel. Müsli beinhaltet sogar beides. „Müslis haben völlig zu unrecht ein verstaubtes Image“, so Melanie Schütz, Geschäftsführerin der „Flavour Box“ in der Markthalle. Sie mischt nach individuellen Wünschen Müsli zusammen. „Momentan sind Kombinationen mit den sogenannten 'Superfood' wie Acerola-Kirsche, Acai- und Goji-Beeren angesagt.“

Das Müsli solle man allerdings immer nur mit Beeren und nicht mit anderem Obst, wie Äpfeln oder Orangen zubereiten. Die Früchte haben nämlich einen anderen Gärungsprozess als das Müsli. Dies könne zu Magenverstimmungen führen.

Damit auch auch das gesunde Frühstück auf Dauer nicht langweilig wird, empfiehlt Schütz, die klassischen Müslikomponenten mal durch Haferkleie oder Chia-Samen zu ersetzen.

Smoothie, wenn's schnell gehen muss

Wer es morgens eilig hat, muss auf ein ausgewogenes Frühstück dennoch nicht verzichten. Eine schnelle Alternative zum Müsli sind Smoothies. Die schmackhaften und erfrischenden Drinks können gut mitgenommen und beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit getrunken werden. Dafür werden Früchte, Nüsse, Samen, Topfen, Säfte – was der Kühlschrank eben hergibt – im Standmixer püriert – und schon kann geschlürft werden.

Hier ein Rezept von Melanie Schütz für einen Erdbeer-Topfen-Smoothie:

250 g Erdbeeren

½ Zitrone

200 g Topfen

150 ml roter Traubensaft

2 EL Weizenkleie

2 EL gemahlene Mandeln

Honig nach Bedarf

Die Erdbeeren waschen. Die Zitrone auspressen. Früchte mit den Zitronensaft pürieren. Nach Geschmack mit Honig süßen. Topfen mit dem Traubensaft verrühren und ebenfalls nach Geschmack süßen. Kleie und gemahlene Mandeln unterrühren. Erdbeeren und Topfen schichtweise in zwei Gläser füllen und mit einem Trinkhalm servieren.

"Superfood":

Goji-Beere: wirken antibakteriell, sollen das Gedächtnis und das Muskelwachstum fördern.

Acerola-Kirsche: zählt zu den Vitamin-C-reichsten Früchten

Acai: soll Falten vorbeugen wegen der hohe Konzentration an Antioxidantien schlank machen

Chia-Samen: wirken sich positiv auf Blutzuckerspiegel aus, unterstützen die Verdauung

Haferkleie: wirkt sich positiv auf den Blutdruck und den Cholesterinspiegel aus

Autor: Vanessa Grill, 15.04.2015