Blaues Gold: Wie Wasser auf uns wirkt

Wasser ist als die Quelle des Lebens bekannt. Das Element hat viel mehr Wirkung und Einfluss auf uns, als man vermuten würde.
Autor: Melanie Ogris, 30.09.2022 um 08:00 Uhr

Am Strand spazieren gehen oder im Meer planschen ist für viele Menschen der Inbegriff von Urlaubsglück und eine Immobilie mit Blick aufs Wasser ein Traum, für den so manche viel Geld bezahlen würden. Wasser hat eine große Anziehungskraft auf uns Menschen und großen Einfluss auf unsere körperliche und psychische Gesundheit.

Essenziell

Wasser erfüllt bekannterweise lebenswichtige Aufgaben für uns: Es regelt unsere Temperatur und wird für den Transport von Nährstoffen in die Zellen sowie für den Abtransport und die Ausscheidung über Gefäße und die Niere benötigt. Damit diese Funktionen gewährleistet werden können, muss der Flüssigkeitshaushalt regelmäßig aufgefüllt werden. Laut dem Öffentlichen Gesundheitsportal Österreich sollten Jugendliche und Erwachsene pro Tag zwischen 30 und 40 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen.

Frau trinkt ein Glas Wasser

Glücklichmacher

Aber auch der Zustand unserer Psyche ist vom blauen Gold abhängig. Studien, wie eine der University of Connecticut, zeigen einen Zusammenhang zwischen Depression und Dehydration – also einem Flüssigkeitsmangel. Viele Funktionen des Gehirns werden durch geringe Wasserzufuhr behindert. Daraus resultieren Stimmungsstörungen und emotionale Probleme. Außerdem wird für die Produktion von Serotonin, das auch als Glückshormon bekannt ist, ausreichend Wasser benötigt.

Heiß-Kalt

Nicht nur durch die Aufgaben in unserem Körper beeinflusst das kostbare Nass unsere Gefühlslage, auch der äußere Kontakt steigert das Wohlbefinden. Ein Bad wirkt sich positiv auf den Stoffwechsel aus, senkt den Blutzuckerspiegel und stärkt das Immunsystem. Zudem vermittelt warmes Wasser ein Gefühl von Geborgenheit und kann eine heilende Wirkung haben.

Frau entspannt in Badewanne

Power durch Wechselduschen

Auch unter der Dusche kann das Immunsystem gestärkt, geistige Erschöpfung gesenkt und der Blutdruck wieder in Schwung gebracht werden. Beim sogenannten Wechselduschen braust man sich zunächst mit warmem Wasser ab und beginnt anschließend mit kühlem an den Beinen – bestenfalls am rechten Fuß, also dem weit entferntesten Punkt vom Herzen. Anschließend werden Arme, Oberkörper und Kopf mit Kaltwasser abgeduscht – danach wird wieder zu Warmwasser gewechselt. Im Detail weiten sich beim Wechselduschen im ersten Schritt die Gefäße durch die warme Dusche aus und ziehen sich durch das anschließende Abbrausen mit kühlem Wasser reflexartig wieder zusammen – der Temperaturunterschied regt die Durchblutung an. Wichtig ist, dass eine Wechseldusche immer mit kaltem Wasser endet.

Tausende haben ohne Liebe gelebt, nicht einer ohne Wasser. – Wystan Hugh Auden, englischer Schriftsteller

Seriosität in Farbe

Blau steht für Glaubwürdigkeit, Zuverlässigkeit, Treue und wirkt beruhigend auf uns. Darum setzen auch viele Versicherungen, Banken sowie die Kosmetik-, Medizin- und Lebensmittelbranche den Farbton als Marken-Booster ein. Die Farbpsychologie hat sogar in den Abstufungen der Farbe unterschiedliche Wirkungen festgestellt: So verleiht ein leuchtendes Blau einer Marke einen energetischen Look während Türkis mit einem kreativen und fortschrittlichen Unternehmen assoziiert wird. Die Farbe des Wassers und des Himmels wird außerdem am häufigsten als Lieblingsfarbe genannt, wie ein Forscherteam von der britischen Newcastle University in einer Studie herausgefunden hat.

Buchtipp

Die beruhigende Wirkung von Flüssen, Seen und Wasserfällen sowie das „Meerweh“ ist wohl vielen bekannt. Im Buch „Blue Mind“ geht Biologe Dr. Wallace J. Nichols auf dieses Phänomen ein und beschreibt, wie das Leben in der Nähe von Gewässern die psychische Gesundheit verbessern kann.