Klassisch oder Skating: Welcher Langlauf-Typ sind Sie?

Eines vorweg: Bei der Entscheidung für einen Langlaufstil gibt es kein „richtig“ oder „falsch“ – beide Varianten sind gesund, halten fit und wirken positiv auf Herz- und Kreislauf-System. Im Grunde ist es nur eine Typ-Frage, bei der Sporterfahrung und Ziele entscheidend sind. Auf was es ankommt, hat uns Karin Pichler, Inhaberin der Langlaufschule „Nordic Fun“ in Faistenau (Salzburg) erklärt. 

Für Genießer: Das spricht für den Klassik-Typ

  • Sie sind ein kompletter Neueinsteiger oder schon lange nicht auf Langlaufskiern gestanden.
  • Sie sehen sich als Skiwanderer und möchten die rhythmische Bewegung mit Diagonalschritt und Doppelstockschub lernen.
  • Sie begrüßen eine feste Spur, die ihnen zeigt, wo es lang geht und die Sturzgefahr reduziert.
  • Sie möchten einen Sport erlernen, der eine meditative Wirkung mit ausreichend Bewegungen kombiniert.
  • Sie möchten die Natur genießen und auch einmal eine gemütliche Sporteinheit einlegen.

Das sagt Profi Karin Pichler: „Sie entscheiden über die Intensität der Ausführung, die richtige Technik unterstützt Sie dabei, Anstiege und Abfahrten sicher zu meistern.“

Klassischer Langlauf | Credit: SalzburgerLand Tourismus/Michael Groessinger

Für Power-Asse: Das spricht für den Skating-Typ

  • Sie sind mit Langlauf bereits vertraut oder ein ambitionierter Hobbysportler und bevorzugen dynamische Sportarten.
  • Sie möchten sich ordentlich auspowern und aus Ihrer Komfortzone ausbrechen.
  • Sie trauen sich Balance- und Gleitfähigkeit zu und möchten Ihre Koordinationsfähigkeit trainieren.
  • Auf vorgefertigte Spurrillen haben Sie keine Lust und Sie scheuen nicht davor zurück, einmal auf dem Hintern zu landen.
  • Sie möchten auch steile Anstiege meistern, die mit der Skating-Technik leichter zu bewältigen sind.

Das sagt Profi Karin Pichler: „Motivierte Läufer können beide Techniken erlernen, beim Skating ist einfach etwas mehr Geduld gefragt. Beherrschen Sie die einzelnen Schritte, werden Sie erstaunt sein, wie kraftsparend und mühelos man vorwärts gleitet.“

Skating-Technik | Credit: iStock.com/ med_ved

Warum ist diese Entscheidung wichtig?

Je nachdem für welchen Stil man sich entscheidet, ist ein spezielles Equipment nötig. Das heißt, mit einem Langlaufski können nicht beide Disziplinen ausgeübt werden.

Skating-Ausrüstung: Der Ski ist in der Regel kürzer (Körpergröße + 5 bis 10 cm, je nach Körpergewicht und Können) und verfügt über eine durchgehend glatte Fläche, um bestmöglich Gleiten zu können. Die Stöcke sind länger (Körpergröße in cm x 0,89) und Schuhe mit höherem Schaft, Gelenkmanschette und verwindungssteifer Sohle sorgen für Stabilität.

Klassische Ausrüstung: Die längeren Skier (Körpergröße + 10 bis 20 cm, je nach Körpergewicht und Können) verfügen in der Mitte über eine Steig- bzw. Abstoßzone – ein aufgerauter Bereich, um sich abstoßen zu können. Die Stöcke sind ein wenig kürzer (Körpergröße in cm x 0,84) und die Schuhe weicher, flacher und mit flexibler Sohle im vorderen Bereich ausgestattet – genau richtig, um Vor- und Rückwärtsbewegungen bestmöglich zu gewährleisten.

Autor: Simone Reitmeier, 28.01.2021