Gesundheitstipps: Was tun bei Zöliakie?

Die Zöliakie, auch bekannt als Glutenunverträglichkeit, hat die Debatten zur gesunden Ernährung im Lauf der vergangenen Jahre wie kaum eine andere Nahrungsmittelintoleranz dominiert. Das Angebot an Diätratgebern, die uns mit Tipps für eine glutenfreie Küche versorgen, hat mittlerweile nahezu astronomische Ausmaße angenommen und glutenfreie Lebensmittel sind heutzutage auch in den Regalen der Disconter keine Seltenheit mehr. Und das, obwohl laut Experten nur ca. ein Prozent der Bevölkerung tatsächlich unter einer Zöliakie leidet, während es sich in den restlichen Fällen meist um unterschiedliche Formen einer Weizenallergie handelt. Man sollte sich daher eine Zöliakie-Erkrankung unbedingt ärztlich bestätigen lassen, bevor man konkrete Schritte dagegen einleitet.

Brotregal mit verschiedensten Sorten

Signale des Körpers

Symptome, die dazu Anlass geben können, sind klassische Magen-Darm-Fehlfunktionen wie Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen, die von Entzündungen der Dünndarmschleimhaut der Betroffenen herrühren. Darüber hinaus gelten auch regelmäßige Schwäche- und Müdigkeitsphasen, Depressionen oder ein auffälliger Gewichtsverlust als Zöliakie-Indizien. Prinzipiell kann das Leiden bereits bei Säuglingen mit dem Einnehmen der ersten Babynahrung einsetzen, oftmals wird es allerdings erst nach vielen Jahren, meist zwischen dem 20. und 60. Lebensjahr diagnostiziert, da es bei älteren Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen zunächst nur unspezifische Symptome auslöst. Es sollte daher auch bei Beschwerden wie Laktoseintoleranz, unerklärlichen Leberwerterhöhungen, Reizdarmsyndrom oder rheumatischen Erkrankungen das Vorliegen einer Zöliakie in Betracht gezogen werden. Ein medikamentöses Ausheilen ist in weiterer Folge leider nicht möglich. Betroffenen bleibt also nichts anderes übrig, als glutenhaltige Lebensmittel ein Leben lang zu meiden.

Frisch gefüllte Biergläser

Genau hinschauen

In diesem Zusammenhang sind es vor allem traditionelle Getreidesorten wie Weizen, Roggen, Gerste oder Dinkel, die von dem täglichen Speiseplan verbannt werden müssen. Ferner ist zu berücksichtigen, dass auch Produkte, die diese Getreidesorten enthalten, bei einer Zöliakie tabu sind. Dazu zählen beispielsweise Bier, bestimmte Wurstwaren, Mehl, Fertigsuppen oder Eis. Eine Ausnahme stellen lediglich Nahrungsmittel dar, die weniger als zwei Milligramm Gluten pro 100 Gramm (20 ppm) enthalten. Um ganz sicher zu gehen empfiehlt es sich daher, nach einem Glutenfrei-Symbol auf der jeweiligen Verpackung Ausschau zu halten. Letztere sollte zudem besonders genau studiert werden, um ein Glutenverunreinigung ausschließen zu können. So sollte etwa darauf geachtet werden, dass Käse nicht mit Bier behandelt wurde oder die Lebensmittel keine Emulgatoren, Verdickungsmittel und Geschmacksverstärker beinhalten.

Gut verpackte Lebensmittel

Getrennt zubereiten

Des Weiteren ist es unerlässlich, auch bei der Zubereitung der Speisen eine besondere Sorgfalt walten zu lassen: So sollten zum Beispiel die Hände gewaschen werden, wenn sie mit glutenhaltigen Zutaten in Kontakt gekommen sind, sowie glutenfreie von glutenhaltigen Lebensmitteln getrennt und erstere in dicht verschließbaren Behältnissen aufbewahrt werden. Außerdem sollten glutenfreie Lebensmittel in eigens dafür vorgesehenen Töpfen und Pfannen gekocht und die fertigen Gerichte mit einem separaten Servierbesteckt aufgetischt werden. Die Anschaffung von Küchenutensilien wie Toaster, Handrührgeräte oder Getreidemühlen, die exklusiv für die Zubereitung glutenfreier Gerichte zum Einsatz kommen, sollte ebenfalls angedacht werden.

Autor: Stefan Kohlmaier, 28.10.2020