Augen auf: Sehschwäche bei Kindern erkennen

Sieht mein Kind gut? Vor dem Schulbeginn sollte man die Kids auf Sehstörungen checken.
Autor: Simone Reitmeier, 15.08.2022 um 06:00 Uhr

Damit der Einstieg in den Schulalltag problemlos klappt, ist gutes Sehen von großer Bedeutung. Denn nur wer seine Aufgaben richtig sieht, kann sie auch lösen. Daher ist es ratsam, insbesondere Tafelklässler vor dem ersten Schultag genau im Auge zu behalten, um sicherzugehen, dass kein Sehfehler vorliegt. „Gerade in der Phase des Schulbeginns, in der das stundenlange Nahsehen am Schreibtisch losgeht, sind Schulkinder besonders gefährdet, eine Fehlsichtigkeit zu entwickeln. Leistungsprobleme durch eine unerkannte Sehschwäche sind die Folge“, so Augen- und Kontaktlinsenoptiker Markus Plörer (WK Salzburg).

Warnzeichen für eine Sehschwäche

Bestimmte Anzeichen weisen darauf hin, dass ein Kind nicht richtig sieht. Dazu gehören zum Beispiel folgende:

  • Tollpatschigkeit: Das Kind stolpert häufig, kann die Balance nicht gut halten und Entfernungen schlecht einschätzen, stößt an Möbeln und Türen an oder hat Probleme beim Greifen oder Ballfangen.
     
  • Anstrengung beim Sehen: Die Augen werden häufig zusammengekniffen und/oder gerieben, vermehrtes Stirnrunzeln und Blinzeln, der Kopf wird schief gehalten oder das Kind schielt.
Kleines Mädchen kneift ein Auge zusammen. | Credit: iStock.com/Olga Ignatova
  • Geringer Augenabstand: Der Sprössling klebt förmlich mit der Nase in Büchern oder sitzt sehr nahe an Bildschirmen.
     
  • Schwierigkeiten beim Lesen: Beim Lesen oder Durchblättern eines Buches wird ein Auge zugehalten, die Textzeile verrutscht häufig, ähnliche Buchstaben und Zahlen werden verwechselt. Generell wird sehr langsam gelesen, Wörter werden ausgelassen.
     
  • Unlust: Basteln, Lesen oder Ballspiele macht das Kind nicht gerne oder es hat erhebliche Schwierigkeiten dabei.
     
  • Körperliche Symptome: Kopfschmerzen, häufig gerötete Augen, Lichtempfindlichkeit, schnelle Müdigkeit, häufige Unkonzentriertheit und Unaufmerksamkeit sowie zappeliges Verhalten und Hyperaktivität.

Kurzsichtigkeit bei Kindern vorbeugen

Verbringt man viel Zeit vor Bildschirmen und weniger im Freien, passt sich das Auge an diese Sehbedingungen an – damit steigt das Risiko für Kurzsichtigkeit (Myopie). Betroffenen fällt das Sehen in die Ferne schwer. Sie nehmen weit entfernte Gegenstände verschwommen und undeutlich wahr oder können sie nur schwer bis gar nicht erkennen. Mit diesen einfachen Tipps können Eltern Kurzsichtigkeit bei ihren Kindern vorbeugen:

1. Zeit im Freien verbringen: Mangelndes Tageslicht gilt als Ursache für Kurzsichtigkeit. Nach Möglichkeit sollten Kids mindestens eine Stunde (besser wären zwei Stunden) pro Tag im Freien spielen. Die Augen brauchen natürliches Licht, um sich bestmöglich entwickeln zu können.

2. Abwechslung bieten: Der Blick wechselt zwischen weiten und kurzen Distanzen, das Auge wird trainiert und bekommt natürliches Licht.
 

Kleiner Bub spielt im Freien. | Credit: iStock.com/FamVeld

3. Bildschirmzeit reduzieren: Die Zeit vor Handys, Laptops, Tablets und TV-Geräten nimmt stetig zu und damit auch das Sehen auf kurze Distanzen. Am besten stellt man Bildschirm-Regeln auf, um die Zeit an Smartphone & Co einzuschränken. Mehr als 30 Minuten am Stück sollten die Kleinen nach Möglichkeit nicht mit Nahsehen verbringen.

4. Gute Beleuchtung: Ausreichend Licht beim Arbeiten, Lesen, etc. in Innenräumen kann ebenfalls dabei helfen, Kurzsichtigkeit vorzubeugen.