Hilfe, es tropft!

Eine Blasenschwäche, auch Inkontinenz genannt, macht sich durch ungewollten Urinverlust bemerkbar. Zur Inkontinenz kommt es häufig durch einen Infekt oder eine Schwächung der Muskulatur des Beckenbodens. Wenn’s tropft, wenn man es nicht will, muss frau dies aber nicht einfach hinnehmen. Wichtig ist zunächst eine richtige Diagnose, denn Blasenschwäche gehört in die Hände eines Arztes.

Wer ist betroffen?

Frauen leiden öfter an einer schwachen Blase als Männer. Ältere Frauen haben zwar häufiger damit zu kämpfen als junge, grundsätzlich aber kann es alle Altersgruppen treffen. Ursächlich für die Schwäche sind der im Vergleich kürzere Harnleiter, eine mögliche Schwangerschaft oder eine hormonelle Umstellung im Alter. Auch körperliche Belastungen, Übergewicht, Bindegewebsschwäche, Infektionen und neurologische Erkrankungen können Blasenschwäche begünstigen. Die unterschiedlichen Ursachen führen auch zur unterschiedlichen Namensgebung: So gibt es eine Belastungsinkontinenz, wo vor allem körperliche Belastung zum unfreiwilligen Verlust von Urin führt, eine Dranginkontinenz, wo plötzlich starker Harndrang auftritt, obwohl die Blase nicht voll ist, sowie eine Mischinkontinenz als Mischung aus den genannten beiden Varianten.

Behandlung

Das Wichtigste vorweg: Inkontinenz ist behandelbar. Durch verschiedene Tests kann ein Arzt herausfinden, wie es zu einer Blasenschwäche kommen konnte, Medikamente verschreiben oder eine Überweisung zu einem Physiotherapeuten ausstellen. Außerdem gibt es eine ganze Reihe von Übungen und Möglichkeiten, die zur Verbesserung der Blasenfunktion beitragen. Dazu gehören Beckenbodenübungen, die man beispielsweise in einem Fitnessstudio durchführen kann. Manchmal gibt es dort Geräte, die das Anspannen und Entspannen optisch darstellen und so greifbarer machen. Wichtig ist auch, ausreichend Wasser zu trinken (1,5 bis zwei Liter pro Tag), eine Anpassung der Ernährung vorzunehmen, geeigneten Sport zu betreiben sowie Verhaltenstherapien anzuwenden. Außerdem sollte man häufigen Blasenentzündungen auf der Ebene der Körperhygiene entgegenwirken. Es kommt auf eine gute Intimhygiene an, um Keimen das Eindringen in den Harntrakt zu erschweren. Das Immunsystem sollte gestärkt und Füße sowie Unterleib stets warm gehalten werden. Besonders hygienisch ist luftdurchlässige Unterwäsche. Wenn die Symptome einer Blasenentzündung nicht nachlassen, muss die Infektion mit Antibiotika behandelt werden.

Beckenbodenübungen

Hausmittel

Wer nicht gleich zu Medikamenten greifen möchte, kann es auch mit herkömmlichen Mitteln versuchen. Hier ein paar Tipps, welche Hausmittel bei Blasen- schwäche hilfreich sein können. Bei regelmäßiger Anwendung können Kräuter in Form von Tees eine Linderung bei Blasenschwäche begünstigen. Die Auswahl des am besten geeigneten Krauts ist dabei Geschmackssache. Hier gilt es, einfach experimentierfreudig zu sein und die Reaktion des Körpers zu beobachten. Geeignet sind Salbei, Johanniskraut, Melisse, Schafgarbe, Wermut, Spitzwegerich, Bärentraube sowie Brennnessel. Diese Kräuter besitzen beruhigende und entkrampfende Wirkstoffe, die dazu beitragen können, die Blase wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Restharnmenge soll so reduziert und dem Harndrang gegengesteuert werden. Die Ziehzeit von zehn Minuten sollte eingehalten werden. Alkohol, kohlensäurehaltige und stark gezuckerte Getränke besser vermeiden, da sie bei empfindlichen Personen die Blase reizen können. Außerdem eignen sich zur Inkontinenzbehandlung Kürbiskerne, die Linolsäure, Phytosterine, Vitamin E, Magnesium und andere Spurenelemente enthalten. Auch Yoga kann helfen.

Meditation
Autor: Pia Kulmesch, 29.11.2021