Doktor Smartphone

Ob Haut, Herz oder Blutzucker: mittlerweile gibt es tolle Apps, die helfen, die Gesundheit zu kontrollieren. Vier Beispiele, wie die Technik das Wohlbefinden unterstützt.
Autor: Pia Kulmesch, 18.05.2022 um 10:54 Uhr

Die Beziehung zum eigenen Smartphone ist wohl eine der innigsten, die wir kennen. Es ist stets und überall dabei, speichert in Form von Notizen, Aufnahmen oder Fotos unser Leben und ist immer griffbereit. Und so kann es auch unserer Gesundheit helfen: mit speziellen Apps, die auf unseren Körper ausgerichtet sind.

Made in Austria

Das Grazer Startup medaia GmbH (= MEDical Artificial Intelligence Applications) hat sich der Gesundheit via Smartphone angenommen. Mit der App „SkinScreener“ steht Nutzern ein rasches und kostengünstiges Tool zur Verfügung, um das Risiko von Hautveränderungen zu beurteilen, wie Mitbegründer und Dermatologe Michael Tripolt informiert. Eine rechtzeitige Früherkennung beeinflusst die Heilungschancen grundlegend. Die Anwendung ist einfach. Die betroffene Hautstelle wird zunächst mit der Handykamera fotografiert. Die App zeigt dann mittels eines Ampelsystems die Risikogruppe an. Die Zuverlässigkeit von „SkinScreener“ konnte in einer klinischen Studie belegt werden. In der Erkennung von gutartigen sowie krankhaften Veränderungen wurde eine Genauigkeit von 95 Prozent erzielt. Die App steht in den Stores von Apple und Android kostenlos zum Herunterladen zur Verfügung, nach der Registrierung erhält man zwei kostenlose Scans. Die Kosten für weitere Scans variieren zwischen 4,99 Euro und 24,99 Euro. Mehr Infos dazu finden Sie auf der Homepage www.skinscreener.com.

Gesundes Herz

Ein anderes Beispiel für künstliche Intelligenz ist die App „HerzFit“ der Deutschen Herzstiftung, die auch in Österreich verfügbar ist. Ziel ist, mit digitaler Hilfe die Herzgesundheit zu verbessern sowie Herzinfarkten und Schlaganfällen vorzubeugen. Mit der kostenlosen Smartphone-App können persönliche Daten für Blutdruck, Herzfrequenz, LDL-Cholesterin, Gewicht, Langzeitblutzucker und Schrittzahl erfasst werden. Das biologische Alter lässt sich mit den genannten Werten und der Beantwortung einiger Fragen ermitteln. Außerdem kann damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingeschätzt werden. Stichwort Datenschutz: auch wenn die Informationen, die man preisgibt, sehr persönlich sind, muss man sich keine Sorgen machen. Die Angaben können nicht von Dritten eingesehen werden. Die App ist in den gängigen App-Stores erhältlich, man kann aber auch auf der Webseite der Deutschen Herzstiftung einem Verweis, der direkt zum digitalen Helfer führt, folgen.

Digitaler Diabetes-Helfer

Die App des Wiener Startups „mySugr“ erleichtert den Alltag von Diabetikern. Die App richtet sich an Patienten mit Typ 1- und Typ 2-Diabetes, MODY (Erwachsenendiabetes, der bei Jugendlichen auftritt), LADA (autoimmun-bedingter Diabetes bei Erwachsenen) sowie Schwangerschaftsdiabetes. Im Mittelpunkt steht das Diabetes-Monster, das herum zappelt und Farbe sowie Form wechselt. Ziel ist, das Monster zu zähmen. Man kann neue Blutzuckerwerte, das Essen, Aktivitäten oder Insulinmenge eintragen und den Verlauf des Blutzuckers kontrollieren. Da man das Smartphone meist dabei hat, lässt sich wunderbar ein digitales Tagebuch führen. Es gibt zwei Varianten der App: die kostenlose Tagebuch-App („mySugr Basic“) und das kostenpflichtige „mySugr Pro“, wobei man entscheiden kann, ob man für einen Monat oder ein Jahr PRO sein möchte. So zahlt man nur, wenn man „mySugr Pro“ auch wirklich nutzt.

Mentale Gesundheit

Neben der physischen ist es natürlich auch die psychische Gesundheit, die beachtet werden sollte. Eine App, die sich damit beschäftigt, ist „Happify“. Sie hilft, die Kontrolle über die eigenen Emotionen zu behalten. Jederzeit durchführbare Übungen, wie Meditationen und angstreduzierende Spiele, werden angeboten. Die App soll dem Auftreten von Depressionen vorbeugen. Die Basisversion ist kostenlos!