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Frau schiebt Süßigkeiten weg | Credit: iStock.com/Liudmila Chernetska
Auf Zucker zu verzichten, ist nicht leicht
Auf Zucker zu verzichten, ist nicht leicht
iStock.com/Liudmila Chernetska

Keine Challenge, sondern ein Kampf: 14 Tage zuckerfrei

26.06.2023 um 13:10, Artikel von Passion-Autor: Hanna E. Lore
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Seit der Adventzeit schleppe ich zehn Kilo mehr mit mir herum. Die Hosen zwicken, das ärgert mich. No Sugar Challenge – die Lösung?

Einen flachen Bauch hatte ich noch nie und werde ich vermutlich auch nie haben. Für eine schlanke Mitte ernähre ich mich einerseits zu ungesund, esse zu gern und zu viel, andererseits bin ich zu faul und mein ansonsten IMMER!!! vorhandener Ehrgeiz löst sich ausgerechnet beim Sport in Luft auf. Genau das ist also meine Problemzone, ein kleines Bäuchlein. Grundsätzlich ist das okay, so bin ich eben. Das habe ich inzwischen akzeptiert, aber nun ist das Ausmaß „klein“ leider überschritten. Wie lässt sich mit möglichst wenig Bewegung und Anstrengung Gewicht verlieren? Indem man auf einen der Dickmacher schlechthin verzichtet: Zucker!

Der Sinn der Sache

Zu viel Zucker ist schädlich für uns. Er erhöht die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes, Fettleibigkeit, einer Fettleber oder eventuell sogar Krebs zu erkranken. All das führt wiederum zu Folgeerkrankungen, ein Teufelskreis. Noch dazu macht Zucker uns abhängig. Wir wollen immer mehr davon!

Die traurige Nachricht für alle süßen GenießerInnen lautet: Wir brauchen keinen Zucker. Gemeint ist damit der böse Haushaltszucker. Für ein gesundes Energielevel reicht Glucose. Und diesen Energielieferanten holt sich unser Körper beispielsweise aus Gemüse. Ich wollte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: 1. Gewicht verlieren, 2. in ein gesünderes Leben starten und dieses nach Ende der Challenge beibehalten.

Frau schneidet Gemüse klein | Credit: iStock.com/Ekaterina Naumenko
Keinen Zucker und eine Ernährungsumstellung

Die Challenge

Sieben, 14 oder 30 Tage sind die klassischen Varianten für die Herausforderung „zucker-frei“. Ich entschied mich für zwei Wochen, wobei meine zwei Wochen länger als 14 Tage dauerten. Pro Woche gönnte ich mir zwei Cheat Days. Ich kenne mich, meinen Körper, meine schwache Disziplin, wenn es um Essensverzicht geht … 14 Tage radikal durchzuziehen, hätte mich an den Rand des Nervenzusammenbruchs gebracht. Lustig war, dass ich an den Cheat Days kaum Zucker konsumiert habe, obwohl ich an den anderen Tagen ständig den Drang danach verspürt habe. Außerdem habe ich Abstriche gemacht: Honig und Fruchtzucker waren erlaubt. Manches war leicht: Ich trank den Kaffee schwarz statt mit Milch und Zucker. Ich griff zu Wasser (kombiniert mit Zitronensaft) statt Limonade. Ich aß Vollkornprodukte statt Weißbrot. Zwischendurch naschte ich nicht Schokolade, sondern Obst.

Lebensmittel checken

Ich checkte sämtliche Lebensmittel auf ihre Inhaltsstoffe und da kam recht bald das böse Erwachen. Unfassbar, wo überall Zucker enthalten ist! Sogar in vermeintlich gesunden Sachen wie Joghurt (stinknormalem Joghurt ohne alles!) oder im Kräuteraufstrich. Ich bin keine geschickte Köchin, also kaufe ich lieber, als etwas selbst zu fabrizieren. Häufig stand ich somit wirklich vor großen Hürden. Es gab Tage, an denen hätte ich überhaupt nichts essen dürfen. Deshalb machte ich erneut Abstriche und habe schlussendlich meinen Zuckerkonsum weitestgehend reduziert, anstatt ganz darauf zu verzichten. Mein Körper leistet Tag für Tag sehr viel. Ich wollte ihn fordern, aber nicht unnötig quälen!

Frau isst Süßigkeiten | Credit: iStock.com/Antonio_Diaz
Süßigkeiten: Die Dosis macht das Gift

Mein Fazit

Der mehr oder minder zuckerfreie Höllenritt hat mich schlussendlich um ein mickriges Kilogramm erleichtert! Ich weiß noch genau, wie ich auf der Waage stand, ungläubig und deprimiert: Echt jetzt?! All der Aufwand für ein Kilo, mehr nicht?! Ich war enttäuscht, aber auch wütend auf mich. Wieso hatte ich nicht zumindest probiert, die Hardcore-Variante durchzuziehen? Oder 30 Tage lang verzichtet? Bald darauf wurde mir klar, dass ich das niemals durchgestanden hätte. Ich liebe Kuchen, Eis, Pizza, Burger, Schokolade, Chips und Co. einfach zu sehr, um sie dauerhaft von meinem Speiseplan verbannen zu können. Die Dosis macht das Gift. Und manches Mal lässt sich auch eine gesündere Alternative finden, die genauso schmackhaft ist wie das Original, nach dem man sich in dem Moment verzehrt.

Das habe ich in diesen 18 Tagen gelernt

Ein bisschen Verzicht ist gelegentlich okay, doch es sollte sich alles im Rahmen halten. Das Leben ist zu kurz und zu schön, um es sich selbst schwer zu machen. Meinen Plan, die restlichen neun Kilogramm loszuwerden, habe ich nicht aufgegeben … aber in Maßen, Etappen und erreichbaren Zielen. Ein zuckerfreies Leben ist definitiv nicht das richtige für mich. Geschadet hat mir das kurze, lehrreiche Intermezzo trotzdem nicht. Einen Versuch, sich und sein Essverhalten näher zu analysieren, ist es auf jeden Fall wert. Wenn ihr mögt, probiert es aus.

Zur Autorin

Ungewöhnliche Trends und wenig Alltägliches - von leichter Hand präsentiert: Dem hat sich Passion Author Hanna E. Lore buchstäblich verschrieben.

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