Wie kleide ich mich selbstbewusst?

Wer durch typgerechte Farben und Schnitte seine optischen Vorzüge zu betonen versteht, hat vermutlich schon erlebt, auch als Mensch bewusster wahrgenommen, respektvoller behandelt und mehr gehört zu werden. Ein Effekt, der psychologisch erwiesen ist. Denn, wenn wir uns in unserer Kleidung besser und attraktiver fühlen, kommt das auch in unserer Körpersprache zum Ausdruck.

Die Psychologie von Farben und Formen

Im Alltag lässt sich das leicht überprüfen: In einem perfekt sitzenden Kleid, darunter gut sitzender, schöner Unterwäsche, High Heels und mit lackierten Nägeln bewegt sich "frau" anders als in Jeans, Hoodie und Sneaker. Männer in gut sitzenden Anzügen wirken männlicher und entschlossener auf ihr Umfeld als wenn sie in Bermuda-Shorts und Hawaii-Hemd einen Raum betreten. Es lohnt sich also, in Situationen, in denen "breite Brust", feste Stimme, klarer Blick und Überzeugungskraft gefragt sind, sich der Psychologie von Farben und Formen zu bedienen. Auf die folgenden vier Punkte kommt es dabei an.

Junge Blau in Longblazer und Boots | Credit: iStock.com/feedough

Perfekte Farben

Aus den Farben, die die Situation verlangt, jene Nuance wählen, die einen strahlen lässt. Denn jeder Mensch hat "seine Töne", die seine Augenfarbe unterstreichen, ihm Teint verleihen oder ihn schlanker erscheinen lassen. Gerade in beruflichen Situationen kann dies die eigene Überzeugungs- und Durchsetzungskraft deutlich erhöhen. Wer bewusst auf dunklere Nuancen setzt, ist psychologisch im Vorteil, wenn er seinem Gegenüber Autorität und Tatkraft vermitteln möchte. Menschen, die eine vermittelnde Rolle in Teams und Abteilungen einnehmen, wirken besonders in Blau oder Grün glaub- und vertrauenswürdig.

Es lohnt sich, im Rahmen einer professionellen Typberatung oder mittels Farbkarten sowie Ratgeber-Büchern herauszufinden, ob man in warmen oder eher kühleren Farben gut zur Geltung kommt, um auf die passenden Nuancen zu setzen, die im Umfeld ein positives Echo auslösen.

Perfekte Textilien

Die Vielfalt an Textilien ist groß wie nie, die Auswahl entsprechend schwer. Doch gerade bei Materialien, die als knitter- und bügelfrei gepriesen werden, lohnt ein zweiter Blick. Bedenkt man, dass man Kleidungsstücke den ganzen Tag trägt, sollte man, wann immer möglich, auf natürliche Textilien und so wenig Chemie als möglich setzen. Nicht zuletzt der Umwelt wegen. Naturmode aus Bio-Materialien schont die Haut, wirkt temperaturausgleichend und trägt zu unserem Wohlbehagen entscheidend bei. Das sollte man vor allem beim Kauf von Unterwäsche und eng anliegender Kleidung im Auge behalten.

Perfekte Haltung

Das schönste Kleid oder der teuerste Maßanzug verfehlen ihre Wirkung, wenn sie nicht mit der nötigen Haltung getragen werden. Und diese kann man - zum Glück - üben, auch, wenn man nicht zu den Sportlichsten zählt. Bereits regelmäßige Spaziergänge in gut sitzendem Schuhwerk, bewusstes Ein- und Ausatmen, Meditation oder Schwimmen wirken Wunder. Auch Tanzen oder Bewegungslehren wie Feldenkrais oder Yoga verhelfen einem zu geschmeidigeren Bewegungen und beleben die Körpermitte, die unser Energie- und Kraftzentrum darstellt.

Selbstbewusste junge Frau mit Sonnenbrille und Hut | Credit: iStock.com/JohanJK

Perfekter Schnitt

Röcke, die Falten werfen, Hosen, die zu eng anliegen, Oberteile, die zu weit oder zu lang sind, beeinträchtigen das Erscheinungsbild. Erst, wenn das Kostüm oder der Anzug angegossen wirken und die natürlichen, fließenden Bewegungen mitmachen, hat man modisch gewonnen. Die Nebeneffekte sind nicht zu unterschätzen: Kleidung, die unseren Körpermaßen entspricht, entspannt unser Mienenspiel und lässt uns automatisch ungezwungen gehen, hinsitzen und aufstehen, weil wir instinktiv wissen, dass nichts ziept, verrutscht oder ausbeult. Vor allem bei Jeans, bürotauglichen Kleidungsstücken und figurbetonter, anlassbezogener Mode (Bälle, Hochzeiten etc.) lohnt es sich, sich in einem Geschäft seines Vertrauens von einem Profi beraten zu lassen.

Autor: Ute Daniela Rossbacher, 29.11.2021