Nachhaltig Kleidung kaufen: Die besten Tipps

Von den rund 150.000 Tonnen Altkleidern, die allein in Österreich pro Jahr anfallen, landen rund 70.000 im Restmüll. Eine Belastung für die Abfallwirtschaft und die Umwelt. Wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung hat der Trend, zu billig hergestellten Textilwaren aus minderwertigen Materialien zu greifen (Fast Fashion), die rasch verschleißen, aus der Form gehen und daher achtlos weggeworfen werden.

Preis-Vergleich

Wer hochrechnet, wie viel er im Lauf seines Lebens für T-Shirts um durchschnittlich 5 Euro, Jeans um rund 10 Euro und Schuhe um 15 Euro ausgibt, kommt am Ende vielleicht auf größere Summen als jemand, der mehr Geld für hochwertige Textilien und Schuhe aufwendet, diese dafür aber länger trägt, nicht so schnell entsorgt und daher erst in größeren Abständen „Nachschub“ benötigt.

Spar-Tipps

Sie würden gerne nachhaltiger Kleidung shoppen und verstärkt in Naturmode investieren, meinen aber, Ihr Geld reicht neben den vielen Ausgaben dafür nicht? Dann versuchen Sie es einmal mit den folgenden Tipps. Auf lange Sicht geht sich damit vielleicht doch das eine oder andere Liebhaberstück aus.

Glückliche Frau liegt an einem sonnigen Herbsttag in ihrem gelben Pullover entspannt auf der Holzterrasse | Credit: iStock.com/Maria Korneeva

1. Garderobe farblich gruppieren

Spontankäufe im Abverkauf sorgen kurzfristig für Glücksgefühle, haben aber in der Regel den Nachteil, sich schwer in die bestehende Garderobe integrieren zu lassen. Über die Zeit sammelt sich auf diese Weise eine Vielzahl an Einzelstücken an, die sich nicht kombinieren lassen. Der gelbe Rock etwa, zu dem man weder passende Schuhe noch Gürtel hat. Hosen in einer Passform und Waschung, die zu den bestehenden Oberteilen und Sneaker einfach nicht passen wollen.

In puncto Mode gilt daher wie in puncto Hautpflege: Weniger ist mehr. Das gelingt umso leichter, wenn man seine Kleidungsstücke um maximal zwei neutrale Nuancen, die Teint und Haarfarbe schmeicheln, aus den Farbgruppen Grau, Blau, Braun oder Schwarz herum aufbaut.

Ein hilfreicher Leitfaden beim Kauf, wenn man sich bei Oberteilen im Wesentlichen nur noch zu fragen braucht: Passt die Farbe des Shirts oder der Bluse zu meinen Basisteilen in Anthrazit? Wer sich diesbezüglich unsicher ist, dem stehen Ratgeber-Bücher und -seminare, aber auch zahlreiche Seiten im Internet mit entsprechenden Farbleitkarten unter dem Suchbegriff „Farben kombinieren Mode“ zur Verfügung.

Wer sich dazu noch auf eine überschaubare Zahl an gut sitzenden Schuhen aus natürlichen Materialien festlegt, die die Füße atmen lassen und dazu passende Gürtel sowie Accessoires berücksichtigt, ist für jeden Anlass gerüstet und stets stilsicher gekleidet.

Stoffmuster in verschiedenen Farben | Credit: iStock.com/Karniewska

2. Kleider bewusst kaufen

Ein häufiges Problem bei billig produzierter Kleidung: Die Materialien sind minderwertig, die Modelle werden unter schlechten Arbeitsbedingungen gefertigt, die Umwelt durch Chemikalien belastet. Die mangelhafte Qualität sorgt dafür, dass die Kleidungsstücke rasch einlaufen, abgetragen aussehen, fuseln und aussäumen und am Ende auch unserer Gesundheit schaden. Geraten sie noch dazu schnell wieder aus der Mode, landen sie nur allzu leicht wieder im Müll.

Wer stattdessen auf qualitativ gefertigte, zeitlose Mode setzt, die den eigenen Typ unterstreicht, schont nicht nur seinen Kleiderschrank, sondern auch die Geldtasche und die Umwelt. Vor allem, wenn die Kleidung aus natürlichen Materialien und ressourcenschonend hergestellt wurde (z.B. das schwedische Nachhaltigkeitslabel Gudrun Sjödén). Damit ist nicht nur gewährleistet, dass die Kleidungsstücke noch nach Jahren wie am ersten Tag aussehen, sondern auch die Haut schonen, die unter natürlichen Materialien wie Bio-Baumwolle oder -Leinen besser atmen kann.

Junge, blonde Frau lehnt an einem sonnigen Wintertag an einem Zaun | Credit: iStock.com/nensuria

3. Kleidung richtig pflegen

Nie waren die Waschmaschinen ökonomischer im Verbrauch und schonender zur Wäsche, und doch kursieren bezüglich der Pflege von Kleidungsstücken immer noch Missverständnisse, die dafür sorgen, dass jene rascher an Form und Farbe verlieren.

Sieht man von Unterwäsche, Strümpfen und Socken ab, die aus hygienischen Gründen täglich gewechselt werden sollten, muss nicht jedes Kleidungsstück bereits nach einmaligem Tragen in die Waschmaschine gesteckt werden. Vor allem dann nicht, wenn es weder verschwitzt noch verschmutzt ist. Nächtliches Auslüften an der frischen Luft ist häufig ausreichend – etwa bei Blazern, Mänteln oder Parkas.

Hinzu kommt, dass nicht alle Materialien Weichspüler vertragen oder für den Trockner geeignet sind. Wer sich lange an seinen Lieblingsstücken erfreuen möchte, tut gut daran, diese Dinge zu beherzigen, vor allem bei Jeans sowie Shirts mit Elasthan-Anteil oder atmungsaktiver Sportbekleidung.

Kleidungsstücke aus besonders empfindlichen Materialien, die man nicht mit der Hand waschen kann oder möchte, gibt man am besten in die Reinigung.

Frau mit Wollpullovern in ihren Händen | Credit: iStock.com/Evgeniia Siiankovskaia

4. Alte Kleidung reparieren oder re-designen

Alte Kleidung wegzuwerfen sollte immer nur die letzte denkbare Option sein. Und ist im Grunde auch kaum nötig, bedenkt man, wie rasch sich kleine Mängel beheben lassen.

Kaputter Reißverschluss, loser Knopf, aufgegangene Saumnähte? Das alles und mehr lässt sich in Änderungsschneidereien richten, wenn man sich die Ausbesserungen nicht selbst zutraut. Hat man schlichtweg keine Lust mehr, die Kleidung in dieser Form zu tragen, lässt sie sich redesignen. Mit neuem Pep versehen, lässt sie sich neu kombinieren.

Schere, Maßband, Nadel und Garn zum Ausbessern von Kleidungsstücken | Credit: iStock.com/Valengilda

5. Alte Kleidung anders nutzen

Ist Kleidung zu beschädigt, gibt es zahlreiche Weiternutzungsmöglichkeiten: Aus Stoffresten lassen sich Einkaufstaschen nähen, aus Stoffstreifen dekorative Webteppiche knüpfen oder häkeln, Sets für den Mittagstisch, Kissenbezüge, Patchwork-Tagesdecken oder Sitzsäcke für das geliebte Haustier fertigen. Der eigenen Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt – selbst dann, wenn man kein eigenes Nähzimmer hat.

Wer das Handarbeiten verlernt hat, kann seine Fertigkeiten in puncto Nähen und Stricken über Kurse, aber auch Video-Tutorials einfach erlernen oder auffrischen. Ganz nach dem Motto: Selbst sind die Frau und der Mann!

Frau häkelt eine weiße Decke | Credit: iStock.com/HannesEichinger

6. Alte Outfits im Internet verkaufen

Gebrauchte, aber gut erhaltene, vor allem aber saubere Kleidung (in Plastiksäcken verpackt) kann in dafür vorgesehenen Sammel-Containern eingefüllt werden, gespendet oder an Second-Hand-Läden weitergegeben werden. Mit etwas Geschick bekommen Sie dafür noch gutes Geld, das Sie wiederum in qualitativ hochwertige Outfits investieren können.

Gute Chancen, seine Ware an die Frau oder den Mann zu bringen, hat man vor allem, wenn man diese in einwandfreiem Zustand bei gutem Licht ansprechend fotografisch in Szene setzt und im Inseratentext hilfreiche Detail-Informationen mitliefert, um das Kaufinteresse zu steigern. Etwa nicht nur die Kleidergröße angibt, sondern auch die Beinlänge bei Jeans oder die Brustweite bei Oberteilen. Je genauer die Beschreibung ausfällt und je aussagekräftiger die Fotos sind, desto größer die Wahrscheinlichkeit, seine Kleidungsstücke für einen guten Preis im Internet zu verkaufen.

Frau sondiert auf ihrem Tablet Shop-Angebote im Internet | Credit: iStock.com/Zinkevych

Nachhaltig ist gesund

Sechs Schritte, die dazu beitragen, auch in puncto Mode Nachhaltigkeit zu leben. Dass wir damit schlussendlich nicht nur der Umwelt, sondern auch unserer eigenen Gesundheit einen Gefallen tun, ist nur ein weiterer Grund dafür, heute damit anzufangen. Vor allem, wenn man die Folgeschäden, die von krankmachender Mode ausgeht, bedenkt – chemisch belastete Textilien, zu enge Kleidung oder Schuhe, die Haut, Venen, Kniegelenke und Füße nachhaltig belasten.

Autor: Ute Daniela Rossbacher, 01.11.2021