Der Bikini feiert seinen 75. Geburtstag!

Es war beides, eine Sensation und eine Provokation, als die 19-jährige Nackttänzerin Micheline Bernardini am 5. Juli 1946 den ersten Bikini im Pariser Schwimmbad "Piscine Molitor" präsentierte. In ihrer Hand hielt sie einen kleinen Würfel, der als Aufbewahrungsbox für den Zweiteiler diente. Schließlich brauchen 190 Quadratzentimeter Stoff nicht wirklich viel Platz. Es war übrigens jene geringe Stoffmenge, die dafür sorgte, das sich jedes andere Pariser Mannequins weigerte, den Bikini zu tragen, geschweige denn zu zeigen. Das gehörte nämlich nicht zum guten Ton.

Knapp, knapper, Bikini

Denn am Anfang des 20. Jahrhunderts trugen Frauen noch Badetrikots. Erst in den 20er Jahren wurde die Bademode immer knapper, der Bauchnabel blieb jedoch immer verdeckt. Bis eben zum Sommer 1946. Verantwortlich dafür waren zwei Männer: Designer Jacques Heim und Maschinenbauingenieur Louis Réard. Fast gleichzeitig entwickelten die beiden ihre Bikini-Modelle. Heim bezeichnete seinen als "knappsten Badeanzug der Welt" und nannte ihn "Atome". Réard hingegen benannte sein Modell "Le Bikini". Inspiriert  wurde der Name vom Bikini-Atoll im Pazifik. Hier wurde, vier Tage vor der Präsentation des Réard-Bikini im "Piscine Molitor", der erste Atombombentest seit Ende des Zweiten Weltkrieges durchgeführt. Die Explosion sorgte für internationale Schlagzeilen. Der Bikini auch. Und er ist beliebter denn je. 

Autor: Cornelia Scheucher, 30.06.2021