Die größten Haarpannen für Frauen

„Hurra! Ich hab die Haare schön!“ - Gratuliere! Dann gehören sie wohl zu den Menschen, die sich beim Anblick im Spiegel an ihrer Haarpracht erfreuen. Allen anderen sei getrost gesagt: Sie sind nicht allein! Denn ein Großteil der Menschheit sieht sich immer wieder mit dem „Ärgernis Haare“ konfrontiert. Mal stehen sie zu Berge, lassen sich nicht bändigen oder hängen wiederum nur platt am Kopf. Dann ist es der neue Haarschnitt, der nicht wirklich hält, was er verspricht. Oder die Haare sind zu glatt, zu wellig, zu lang oder zu kurz. Und wer sich mühsam einen langen Haarschopf „züchtet“, schneidet ihn erst recht wieder ab! Es ist wirklich haarsträubend! Und dabei wollen wir doch alle nur eines: gut aussehen und unseren Typ mit unserer Frisur unterstreichen.

Haare als Schönheitssymbol

Haare gelten seit jeher als Schönheitssymbol und sind der Spiegel unserer Gesundheit. Lange Mähnen werden als besonders attraktiv angesehen und verkörpern das Sinnbild der Weiblichkeit. Doch auch pfiffige Kurzhaarfrisuren liegen im Trend, und den „mutigen“ Trägerinnen werden meist Stärke und ein selbstbewusstes Auftreten nachgesagt. Aber ganz egal, für welchen Haarschnitt man sich letztendlich entscheidet, eines wünschen sich wohl die meisten von uns: fülliges Haar, eine schöne Haarfarbe und einen guten Halt.

Frau von hinten mit schönem, langen Haar | Credit: iStock.com/ValuaVitaly

Die Struktur der Haare

Wer beispielsweise mit dünnen, glatten Haaren gesegnet ist, wird dem Traum einer wallenden Löwenmähne leider nur hinterherlaufen können. Denn an der Struktur der Haare lässt sich nicht rütteln, und diese ist – wie auch die Haarfarbe und das Wachstum – hauptsächlich genetisch und hormonell bestimmt.

Das menschliche Kopfhaar ist im Durchschnitt 0,06 bis 0,09 Millimeter dick. Feine Haare sind wesentlich dünner und messen nur 0,03 bis 0,05 Millimeter. Ein einzelnes Haar mag wohl unbedeutend sein, doch in Summe – bei einer durchschnittlichen Gesamtanzahl von ca. 120.000 Kopfhaaren – ergeben sie die Basis für unsere Frisur.

Ob unser Haarschopf nun gelockt oder glatt ist, liegt ebenfalls nicht in unserer Hand, sondern hängt vom Querschnitt der sogenannten Haarfollikel ab. Ist dieser eher rund, sind die Haare glatt, bei einem ovalen Querschnitt fallen sie lockig aus. Bekannterweise wünschen sich Damen mit glattem Haar meist eine lockige Löwenmähne, während die Naturgelockten vorzugsweise zum Glätteisen greifen. Hitze und zu viel Chemie schaden unseren Haaren, insbesondere dünne Haare sind empfindlicher. Und wer sie nicht pflegt und nicht regelmäßig zum Nachschneiden geht, muss – ach du Schreck – dann auch mal mit Spliss rechnen. Nur eine von vielen Haarpannen, die Frauen zu schaffen machen.

Junge blonde Frau mit Vollpony | Credit: iStock.com/SanneBerg

Spliss

Jeder kennt ihn, und keiner will ihn. Der unliebsame Spliss! Er kommt meist zu einem Zeitpunkt, an dem wir ihn überhaupt nicht gebrauchen können, da die gewünschte Traumlänge endlich erreicht ist. Aber die Haare sehen stumpf und ungesund aus und beginnen sich an den Enden zu spalten. Ausgerechnet jetzt! Vielleicht noch schnell mit einem vielgepriesenen „Hair Repair-Booster“ den unansehnlichen Zustand retten? Aber nein, gespaltene Haarspitzen lassen sich nicht mehr zusammenkleben. Da hilft wirklich nur eins – ab zum Friseur zum Spitzenschneiden!

Frau pflegt ihre Haarspitzen | Credit: iStock.com/triocean

Verschnitt

Beim Spitzenschneiden kann man eigentlich nicht viel falsch machen, oder etwa doch? Hatten wir nicht Spitzenschneiden gesagt? Und jetzt kommen ganze fünf Zentimeter ab! Wie ärgerlich! Schließlich entsprechen fünf Zentimeter einer durchschnittlichen Wachstumsdauer von circa fünf Monaten, sodass wir uns beinahe um ein halbes Jahr zurückversetzt fühlen.

Doch glücklicherweise erweisen sich die meisten Friseurbesuche als angenehm. Zugegeben, manchmal fühlen wir uns beim Verlassen des Salons etwas verkleidet, doch meist kann sich das Ergebnis durchaus sehen lassen. Manch einer ist von seiner typgerechten Veränderung sogar so begeistert, dass er sich beinahe wie neu geboren fühlt. Schade nur, dass ab und an die Frisur nach ein paar Tagen zu „bröckeln“ beginnt, und wir spätestens nach der ersten Haarwäsche feststellen, dass wir nicht annähernd denselben „Wow-Effekt“ erreichen. Aber zumindest ist es kein Verschnitt! Denn wie es sich anfühlt, mit verschnittenen Haaren herumzulaufen und sich blöde Sprüche anzuhören, ist wohl auch dem einen oder anderen bekannt.

Trotz mancher Missgeschicke, die auch mal passieren können, an dieser Stelle ein großes Lob an alle Friseure! Denn spätestens seit Lockdown-Zeiten wissen wir den regelmäßigen Friseurbesuch noch mehr zu schätzen. Und wer selbst bereits zur Schere gegriffen hat, der weiß es genau: besser Finger weg davon.

Friseurin beim Spitzenschneiden | Credit: iStock.com/yacobchuk

Bad Hair Day

Haben wir die Haare dann endlich schön, kommt plötzlich jener Tag, vor dem wir uns am meisten fürchten: der berühmt-berüchtigte Bad Hair Day. Es ist ein Tag, an dem nichts mehr geht, und alles anders zu sein scheint, als es gestern noch war. Die Haare sind widerspenstiger als sonst. Sämtliche Styling-Versuche schlagen fehl, da hilft weder Bürsten, Sprayen noch Jammern!

Aber auch Menschen, die zu fettigem Haar neigen, werden öfters von einem Bad Hair Day heimgesucht. Aufgrund der übermäßigen Talgproduktion kleben die Haare nur noch am Kopf, sodass ein perfektes Styling unmöglich erscheint. Hätte man doch gestern noch rechtzeitig die Haare gewaschen! Aber das Schlimmste am Bad Hair Day ist: Er verdirbt nicht nur unseren Look, sondern definitiv auch unsere Laune!

Frau kämmt sich ihr nasses Haar | Credit: iStock.com/triocean

Haargenau – wir lieben sie!

Vielleicht ist es eine Hassliebe, die uns mit unseren Haaren verbindet. Aber ganz darauf verzichten möchten wir jedenfalls nicht. Schließlich sind sie ein Teil unserer Identität und spiegeln unser Seelenleben wider. Bei Bedarf können wir uns verwandeln, beispielsweise von der smarten Blondine in die rassige Dunkelhaarige oder in die feurige Rothaarige. Wir „spielen“ mit unseren Haaren, sind manchmal brav und seriös, dann wieder cool, wild oder verführerisch. Manchmal hassen wir sie. Doch dann lieben wir sie wieder.

Gerade deshalb sollten wir stets bedenken, dass selbst der schlimmste Bad Hair Day wieder vorübergeht. Unser Gegenüber nicht annähernd die „Dramatik“ sieht oder nur versteht. Dass, je weniger wir über unsere Haare nachdenken, sie umso unbedeutender für uns werden. Gut tun wir daran, Tag für Tag unserem Spiegelbild mit einem Lächeln zu begegnen. Denn ganz ehrlich: Wer will denn schon immer alles haargenau nehmen?

Frau mit roter Löwenmähne | Credit: iStock.com/Elena Batkova

Zur Autorin

Als idealen Ausgleich zu ihrer Arbeit hat Passion Author Margit Kainz das Schreiben entdeckt. Kleine Anekdoten und Tipps sind die Spezialität der reisebegeisterten Tirolerin, die sie in ihren Beiträgen auf www.weekend.at serviert.

Autor: Margit Kainz, 18.04.2022