Die 6 coolsten Wohntrends des Jahres

Die imm cologne in Köln ist traditionell die erste internationale Möbel- und Einrichtungsmesse des Jahres – heuer gewährte sie tiefe Einblicke in die neuesten Trends, Innovationen und zukunftsweisenden Strömungen in Sachen Wohnen. Vorab: Über allen Wohnnews stehen weiterhin "Homing" als Antwort auf die Schnelllebigkeit der heutigen Zeit, was sich in individueller und gemütlicher Wohlfühleinrichtung äußert, smarte Helfer, die Wohnen sicherer und komfortabler machen, sowie wenige Qualitätsstücke im Gegensatz zu "immer mehr und immer ­billiger".

1. Flexibles Wohnen

Bei den Möbeln steht Wandlungsfähigkeit ganz oben auf der Trendliste. Damit wird die Flexibilität ermöglicht, Möbel einem sich ändernden Wohnbedürfnis praktisch und problemlos anzupassen. Regale sollen so die Möglichkeit offen lassen, sie hoch oder quer zu verwenden, an die Wand zu schrauben oder frei im Raum stehen zu lassen, sie beliebig zu erweitern oder zu verkleinern. Praktisch übrigens auch, wenn sich das Wandregal im Handumdrehen in einen Schreibtisch verwandelt. Auch modulare Sitzgruppen bieten die nötige Freiheit, sich dem Wohnraum flexibel anzu­passen, ebenso modulare Schranksysteme oder sogar Küchenelemente.

2. Eyecatcher

Solitärmöbel, die als Lieblingsstücke einen ganz besonderen Platz im Wohnraum einnehmen, sind ein weiterer angesagter Wohntrend. Damit wird dem Zeitgeist der individuellen Wohlfühleinrichtung entsprochen sowie der Abgrenzung zu Einheitslooks. Die besonderen Eyecatcher-Stücke punkten mit außergewöhnlichen Farben, edlen Materialien oder skulpturalen Formen – und ob es sich dabei um ein organisch geformtes Sofa, einen außergewöhnlichen Lümmelsessel samt auffälliger Stehlampe oder um einen opulenten Stuhlklassiker handelt, bleibt voll und ganz dem Bewohner überlassen. Ebenfalls im Trend: Nach Hockern bekommen nun auch Bänke eine weiche, bequeme Auflage, wodurch sie ihr stiefmütterliches Dasein in Essbereich und Küche endgültig verlieren – ob mit oder ohne Lehne, dank der weichen Auflagen wird darauf gerne Platz genommen.

3. Duftende Räume

Dem „Homing“-Trend folgend sollen die eigenen vier Wände Rückzugsort mit absolutem Wohlfühlfaktor sein. Daher spielen auch die Aspekte Duft und Raumklima eine immer wichtigere Rolle. Duft­architektur, auch Duftdesign genannt, beschäftigt sich mit anspruchsvollen Dufterlebnissen, die die ­Gesamtwahrnehmung eines Raumes positiv beeinflussen. Die idealerweise naturreinen Inhaltsstoffe und ätherischen Öle gelangen über raffinierte Diffusionssysteme in den Raum. Hinsichtlich Raumklima: Nachweislich fühlt sich der Mensch in der Natur frei, wohl, gesund und produktiv. Wände, Leuchten oder Decken aus echtem Moos oder natürlicher Rinde sollen dieses Gefühl in Räume übertragen und so für ein gesundes, der Natur nachempfundenes Raumklima sorgen.

4. Dunkle Farbwelten

In puncto Farben zeigt sich die Wohnwelt 2020 gerne dunkel – von Dunkelblau, der Pantone-Trendfarbe des Jahres, über Dunkelgrün bis Dunkelgrau-Schwarz ist jeder dunkle Farbton gern gesehen. Nicht nur, dass dunkle Farben edel und glamourös wirken, sie lassen sich auch wunderbar mit trendigen Metallic-Akzenten wie Gold oder Messing kombinieren und harmonieren perfekt mit den angesagten Materialien Holz, Glas und Metall. Große Bedeutung kommt auch Braun zu, das in allen Tönen Gemütlichkeit und Naturverbundenheit ausströmt und mit nahezu jeder beliebigen Farbe kombiniert werden kann (Neon ausgenommen). Insgesamt wird die Einrichtungswelt durch intensiv eingesetzte Farbtöne farbiger und Muster ersetzen zunehmend die Einfarbigkeit.

5. Nachhaltigkeit im Trend

Ein Megatrend unserer Zeit ist Nachhaltigkeit, was sich auch deutlich beim Wohnen in allen Facetten zeigt. So geht der Trend z. B. hin zu generationenübergreifendem Design bzw. Funktionalität, sodass Möbel auch bei sich ändernden Lebensumständen nicht gleich ausrangiert werden müssen – vielmehr haben sie ebenso wie die bereits erwähnten wandlungsfähigen Möbelstücke eine lange Lebensdauer. Entscheidend für Langlebig- und somit Nachhaltigkeit sind natürlich auch die entsprechende Qualität bei Verarbeitung und Material – Naturerzeugnisse, nachwachsende Rohstoffe und Recycling stehen somit ganz oben auf der Materialliste. Die Nase vorn hat dabei nach wie vor Holz: Heimische Hölzer wie das dunkle Walnuss-, das edle Kirsch- oder das gesunde Zirbenholz liegen im Trend, ebenso Altholz, das mit seiner ganz besonderen Patina und Gebrauchsspuren punktet.

6. Vernetzte Welt

Smarte Anwendungen sind schon lange nicht mehr aufzuhalten – vielmehr werden sie immer vielfältiger, verlässlicher, einfacher in Handhabung und Bedienung und können immer genauer auf die Bedürfnisse der einzelnen Bewohner abgestimmt werden. Immer häufiger werden sie auch gleich in die Architektur integriert: Ob antizipierende und energieoptimierende Steuerung der Raumluft, innova­tive Bedienung des Dusch-WCs, smarte Haussicherung per Knopfdruck oder intuitiv regelbare Beschattung. Das oberste Ziel der smarten Helfer ist nach wie vor, den Bewohnern das Leben zu erleichtern und die Wohnqualität zu steigern – so übernehmen Schränke die Stimmungsbeleuchtung, Sofas merken sich die indivi­duelle Lieblings-Sitzposition, Betten komplimentieren uns beim Schnarchen sanft in eine andere Position, Leuchten helfen beim Einschlafen und Spiegelschränke punkten mit Multimediafunktionen.

Author: Ute Daniela Rossbacher , 28.01.2020