Kitchentalk! Ein oscar-reifer (Kärntner) Koch

Der gebürtige Villacher Michael Köberl arbeitet seit 17 Jahren Hand in Hand mit Kärntens Kulinarik-Export Nummer 1, Wolfgang Puck, bei der Oscar-Verleihung in Los Angeles. Das Weekend Magazin im Gespräch mit dem Herd-Virtuosen.
Autor: Mirela Nowak-Karijasevic, 18.02.2016 um 12:20 Uhr

Weekend: Herr Köberl, Sie sind Koch aus Leidenschaft. Was fasziniert Sie an Ihrem Beruf?

Michael Köberl: Ich liebe es, mit den besten Produkten arbeiten zu dürfen, die man finden kann. Denn das Produkt macht die Küche aus.

Weekend: Kochen Sie privat auch gerne oder überlassen Sie da die Küche lieber jemandem anders?

Michael Köberl: Ich koche überall, wo ich nur kann!

Weekend: Welche Stationen haben Sie auf Ihrem Karriereweg schon passiert?

Michael Köberl: Nach der Berufsschule in Oberwollanig und der Lehre im Brauhof Villach führte mich mein spannender Karriereweg quer durch die ganze Welt von Shanghai über die Cayman Inseln und die Bermudas bis hin nach New York, Miami und Los Angeles.

Weekend: Apropos Los Angeles – wann sind Sie in die USA ausgewandert?


Michael Köberl: 1987, mit 19 Jahren, habe ich mich entschieden, den berühmten amerikanischen Traum zu leben.

Weekend: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Ihrem Landsmann Wolfgang Puck?

Michael Köberl: Ich habe Wolfgang Puck im Jahr 1984 in der Berufsschule kennengelernt. Damals sagte er zu mir, ich solle zu ihm kommen, sobald ich mit der Schule fertig bin. Und das habe ich auch getan.

Weekend: Sie sind seit 1999 im „Oscar-Team“. Wie viele Kärntner Köche sind außer Ihnen und Wolfgang Puck noch dabei?

Michael Köberl: Insgesamt besteht das Team, das für die Verköstigung der Oscar-Gäste zuständig ist, aus rund 400 Köchen. Außer mir und Wolfgang Puck ist noch Hannes Tschemernjak vom „Tschebull“ am Faaker See dabei. Wir zwei sind seit unserer Lehrzeit befreundet. Es ist schön, dass ich auch anderen meine Welt zeigen kann.

Weekend: Ist das Oscar-Spektakel für Sie inzwischen zur Routine geworden?


Michael Köberl: Nein, für mich ist das alles nicht zur Routine geworden, ich freue mich jedes Jahr aufs Neue und bin dankbar, dabei sein zu dürfen. Außerdem ist es für mich immer etwas Besonderes, Wolfgang zu treffen, Zeit mit ihm zu verbringen und mit ihm und den anderen Köchen zusammenzuarbeiten.

In welcher Küche sind Sie derzeit zu finden?

In meiner eigenen zu Hause.

Wie entspannen Sie?

Beim Meditieren.

Ihr Lebensmotto?

„Underpromise and overdeliver“ („Verspreche wenig, liefere viel“)