Die häufigsten Selbstlügen, die wir uns erzählen!

Wir belügen uns sporadisch aus einem einzigen Grund: Selbstschutz. Wenn wir die Realität zu unseren Gunsten positiv verzerren, bleiben uns Gewissensbisse, Schmerz, Schuldgefühle, Enttäuschungen oder Selbstzweifel vom Hals – zumindest temporär. Die häufigsten Selbstlügen, die wir uns erzählen, lesen Sie hier.

„Beim nächsten Mal mach ich’s anders!“

Sie haben zum Beispiel mit dem Partner gestritten und jedes Mal im Anschluss ein schlechtes Gewissen, weil Sie sich dessen bewusst sind, grundlos ausgetickt zu sein. Wenn er oder sie Ihnen dieses Mal noch verzeiht, kommt es nie wieder vor. Von wegen! Ihre Streitkultur ist Teil Ihrer Persönlichkeit, die sich natürlich bessern kann, jedoch nicht vom einen zum nächsten Mal.

„Ich kann jederzeit aufhören“

Egal, welchen Süchten Sie ausgeliefert sind, Sie erzählen sich jahrelang dieselbe Lüge: „Ich kann jederzeit aufhören“. Wie oft haben Sie es denn schon probiert? Hat es geklappt? Beim elften Versuch vermutlich schon, doch so einfach wie gedacht, war es bestimmt nicht.

„Nächsten Montag fang' ich mit Sport/ Diät an“

Kaum jemand fängt spontan mit Sport an. Der Mensch braucht immer einen festgelegten Termin, damit er sich mental auf sein Vorhaben einstellen kann. In vielen Fällen kommt aber genau dann etwas Wichtiges dazwischen, sodass es sich wieder LEIDER nicht ausgeht. Einfach auf den nächsten Tag verschieben? Nein! Es muss ein Montag sein, sonst kommt der Körper durcheinander (?).

„Ob ich wähle, macht auch keinen Unterschied“

Wahl-Muffel beruhigen sich gerne mit diesem Satz. Das Problem ist nur, dass sie damit nicht alleine sind, denn es gibt abertausende Wahl-Muffel, die lieber lustigere Dinge tun würden als wählen zu gehen. Wer sich seinem Privileg jedoch entzieht, darf sich auch in keinster Weise über die Bundesregierung beschweren. Punkt.

„Für die nächste Prüfung lerne ich rechtzeitig“

Studenten kennen das: Es gab einfach viel zu viele bessere Dinge, als für die öde Klausur zu pauken, also müssen sie sich irgendwie mit einem Genügend durchschlängeln. Dafür fangen sie nächstes Mal rechtzeitig zum Lernen an. Klar...

„Das eine Glas mehr ist auch schon wurscht“

Eigentlich wollten Sie es heute einmal ruhig angehen, doch ihre Freunde sind in guter Stimmung. Was macht da schon ein Gläschen mehr? Nun, ein Gläschen mehr kann das Fass zum Überlaufen bringen und schon sind Sie sturzbetrunken. Das ist im Grunde nicht schlimm, doch leider müssen Sie am nächsten Morgen in die Arbeit. Und dann folgt auch schon die nächste Selbstlüge: „Das mache ich nie wieder!“ Das Gleiche gilt übrigens auch für andere Dinge, wie beispielsweise Essen. Sie sind eigentlich auf Diät, haben sich jedoch vom Kuchen nicht fernhalten können. Da es jetzt auch schon egal ist, gönnen Sie sich eben noch ein Stück... stimmt's? Morgen fasten Sie dann sowieso...

"Morgen mach ich es!"

Sie verschieben ein Telefonat, den Lohnsteuerausgleich, das Putzen oder andere wichtige, aber unlustige Dinge schon seit Wochen und belügen sich selbst jeden Tag damit, dass Sie es ohnehin nach Feierabend tun werden. Nein, werden Sie nicht... Doch mit der Prokrasitnation wird die Aufgabe nicht attraktiver, also Augen zu und durch!

Autor: Andreea Iosa, 27.09.2017