Trend Eishotel: Die 6 coolsten Bauten der Welt

Sobald genug Schnee lag, haben wir unser Eimerchen geschnappt und mit festgeklopftem Schnee Wände aufgezogen und Sitzbänke planiert - wer erinnert sich noch an das Iglu-Bauen in Kinderzeiten? Einfache Iglus aber waren gestern. Sobald es kalt wird, werden heute nämlich rund um den Erdball ganze Dörfer und Paläste aus Schnee und Eis errichtet, mit Kuppeln und Spitzbögen, labyrinthartigen Gängen und kunstvoll gestalteten Suiten, Restaurants und Kapellen.

1. SnowVillage (Finnland): Welt aus Eis

Eines der bebrühmtesten Eishotels ist das finnische SnowVillage im finnischen Lappland, nahe der Stadt Kittilä.Rund 200 Kilometer nördlich des Polarkreises werden dort seit 2011 jedes Jahr im Herbst rund 20 Millionen Kilogramm Schnee und 350 Tonnen kristallklares Eis zu einem sagenhaften Hotel gezimmert, das mit 24 Suiten, Korridoren, Restaurants und Skulpturen aus Eis und Schnee seine Gäste bezaubert. Das Besondere: Die eisige Architektur steht jedes Jahr unter einem anderen Motto. Letzte Saison stand das SnowVillage ganz im Zeichen von Game of Thrones - wo man sich auch aufhielt, überall traf man auf Drachen und Hauptfiguren, Wappen und Landkarten von "Westeros". Dieses Jahr lautet das Thema "Arctic Illusions". Eine Nacht für zwei Personen kostet übrigens rund 250 Euro.

2. Jukkasjärvi (Schweden): Ur-Eishotel

Die Mutter aller eiskalten Nächtigungsmöglichkeiten ist das Eishotel im schwedischen Jukkasjärvi. Mit einer Eisskulpturen-Ausstellung sollte 1989 der Tourismus angekurbelt werden, 1990 fand eine weitere Ausstellung in einem extra dafür errichteten Iglu statt. Spontan nächtigten einige Gäste in dieser Eishalle, in warme Schlafsäcke und Rentierfälle gepackt. Die Idee zu einem Eishotel war somit geboren und 1991 wurden erstmals Schlafräume, Empfangshalle und eine Bar aus Schnee und Eis geformt. Im heutigen Eishotel Jukkasjärvi können in den rund 60 Schlafzimmern bis zu 140 Gäste pro Nacht für rund 300 Euro residieren - jede Saison werden bis zu 14.000 Übernachtungen gebucht, zusätzlich besuchen 45.000 Tagesgäste die Anlage.

Das Eishotel in Jukkasjärvi umfasst Suiten, Restaurants, eine Kirche, ein Kino und neuerdings auch ein Eistheater. Spektakulär ist vor allem die Empfangshalle samt Bar, die über ein fünf Meter hohes Spitzbogengewölbe verfügt. Doch wie kann man solch Eisbauten überhaupt errichten? Am Anfang stehen Stahlschalungen, in die mittels Radlader und Schneekanonen Schnee "gegossen" wird. Nachdem der Schnee quasi tiefgefroren und steinhart geworden ist, werden die Schablonen entfernt. Für Raumabgrenzungen werden massive Schneeblöcke aufgemauert, klare Eisquader bilden die Fenster. Diese Eisquader, die auch für Skulpturen und die Inneneinrichtung verwendet werden, werden aus dem Tornefluss gewonnen - insgesamt werden jährlich rund 4.000 Tonnen Eis benötigt. Übrigens, auch die Betten sind aus puren Eisblöcken, allerdings isoliert durch Holz, eine Matratze und Rentierfelle.

3. Balea Lac (Rumänien)

Dass Übernachten in Eishotels und Igludörfern im Trend liegt, beweisen nicht zuletzt die zahlreichen Standorte rund um den Globus. Das Eishotel am Gletschersee Balea Lac in den Karpaten, das 16 Personen Platz bietet, ist Rumäniens berühmtestes Hotel.

4. Hotel de Glace (Kanada)

In Quebec in Kanada ist das Hotel de Glace seit über 15 Jahren die Attraktion im Village Vacances Valcartier, dem größten Wunder-Freizeitpark der Welt.

5. Aurora Arctic Museum (Alaska)

In Alaska beeindruckt das Aurora Arctic Museum seit 2001 unter anderem mit einer gotischen Kathedrale nachempfundenen Eishalle, in der auch prachtvoll geheiratet werden kann. Das Aurora Arctic Museum hat übrigens dank einer innovativen Kühltechnologie, die mit geothermaler Wärme arbeitet, das ganze Jahr über geöffnet - aus kurioserweise brandschutztechnischen Gründen darf es aber offiziell nicht als Hotel um Gäste werben, inoffiziell aber kann dort sehr wohl auch stilvoll genächtigt werden.

6. Iglu-Dorf (Schweiz, Deutschland & Österreich)

Aus eigenem Ansporn, frühmorgens der Erste auf dem Berg zu sein, hat der Schweizer Wintersportler Adrian Günter 1996 sein erstes Iglu in eisigen Höhen gebaut. In den darauffolgenden Jahren ist daraus die erfolgreiche Iglukette "Iglu-Dorf" entstanden, die heute an vier Standorten in der Schweiz, auf der Zugspitze in Deutschland und im Kühtai in Tirol Igludörfer betreibt. Jedes Jahr entstehen dort unter verschiedenen Themen originell gezimmerte Iglus: das Iglu-Dorf in Davos zum Beispiel stellt sich heuer unter das Motto "Bella Italia", auf 2.600 Meter Höhe und mit Blick auf den Gletscher kann man auf der Zugspitze in Fabelwelten eintauchen und im Tiroler Kühtai blühen Almwiesen aus Schnee und Eis auf. Apropos Tirol: Oberhalb von Brixen im Thale im Tiroler Skigebiet Ski-Welt lädt das Alpeniglu-Dorf ebenfalls zu Nächtigungen im Schnee-Iglu, zum genussvollen Dinner im Schneerestaurant oder zur Führung durch die jährlich wechselnde Eiskunstausstellung - letztere lockt heuer unter dem Titel "SkiWelt" mit originellen Skulpturen, die den Zauber der Region in Eis und Schnee eingefangen haben.

Autor: Ute Daniela Rossbacher , 07.07.2020