Wie gut ist "Fluch der Karibik 5"?

Die Regie übernehmen dieses Mal Joachim Ronning und Espen Sandberg, zwei Neulinge innerhalb der Serie. Weniger Neues gibt es bei der Geschichte. Der Film startet ähnlich wie die bisherigen Teile - Jack hat nach und nach alles verloren, trinkt und gaunert sich durch die Karibik und soll letztlich am Galgen landen. Ähnlich ergeht es Carina Smyth (Kaya Scodelario) und Henry Turner (Brenton Thwaites). Letzterer ist der Sohn von William Turner (Orlando Bloom), der auf der Suche nach seinem Vater Kapitän Salazar (Javier Bardem) begegnete. Im Zuge der Hinrichtung wird Jack nebst der beiden jungen, neuen Protagonisten natürlich befreit. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach Poseidons Dreizack. Dieses Artefakt soll Ihnen die Herrschaft über die Meere bringen. Kapitän Salazar ist ihnen direkt auf die Fersen - auch dieser benötigt den Dreizack, um sich von dem über ihn und seine Crew verhängten Fluch zu befreien.

Neue Schauspieler - alte Story

Soviel zur Story ohne bereits zu viel Einblick zu geben. Trotz allem lässt sich sagen, dass wir Geschichten dieser Art bereits kennen - aus nahezu allen Vorgängern. Ein Eindruck der sich durch den ganzen Film zieht. Zwar lässt sich Walt Disney die eine oder andere Wendung einfallen, dennoch werde ich den Eindruck nicht los, all das bereits das fünfte Mal zu sehen. An neuen Ideen fehlt es dem Film ebenso wie an überzeugenden neuen Charakteren. Auch schauspielerisch schaffen es die neuen Figuren nicht Emotionen aufzubauen und den Zuseher zu fesseln. Zudem liefert auch Javier Bardem als Salazar eine überraschend schwache Leistung ab. Seit James Bond wäre ich der Meinung, dass ihm Antagonisten an sich liegen müssten - in "Fluch der Karibik" konnte er aber an seine Leistung aus "James Bond: Skyfall" nicht anknüpfen.

Generell wirkt alles sehr unmotiviert und lustlos. Das betrifft auch die Animationen. Wie im Vorgänger gibt sich Walt Disney sehr viel Mühe in Sachen 3D, generell bietet der Film aber weniger Schauwerte als "Fremde Gezeiten". Seit einigen Jahren frage ich mich bereits, wie die Produktionsfirma den ewigen Gigantismus Mal um Mal toppen möchte - die Antwort gibt mir jetzt der fünfte Teil: Anscheinend schaffen sie es nicht mehr. Der ewige Wahn, noch gewaltigere (und damit teurere) Animationen zu bieten endet, damit verliert der Film aber eine weitere, selbst auferlegte, wesentliche Komponente.

Auch wenn Johnny Depp nach wie vor sehr humorig und charmant in die Rolle von Kaptain Jack Sparrow schlüpft, wirkt "Fluch der Karibik 5: Salazars Rache" leider wie reine Pflichterfüllung. Fans der Reihe werden auch hier über zwei Stunden gut unterhalten, alle, die bereits ohnehin der Meinung sind, dass es mit der Reihe bergab geht, werden sich leider bestätigt fühlen.

Weekend-Blogger Jan Gruber ist Blogger und Podcaster aus Leidenschaft. Seit über einem Jahrzehnt beschäftigt er sich aus diesem Hobby heraus viel mit Technik und Medien aller Art. Dennoch ist er kein Couchpotatoe, seine Freizeit genießt er beim Sport in der Natur. Für seinen Blog sieht er sich die neuesten Kino-Streifen an.

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Autor: Laura Engelmann, 19.06.2017