Wie man (hoffentlich) die perfekte Gastfamilie findet

Nachdem ich mich dafür entschieden hatte, mein Gap year als Au Pair zu verbringen, blieben noch viele weitere Dinge zu erledigen, beispielsweise, die perfekte Gastfamilie zu finden. Das war gar nicht so einfach:
Autor: Lisas Au Pair-Blog, 01.10.2017 um 20:19 Uhr

Nachdem ich den Entschluss gefasst hatte, ein Au Pair-Mädchen zu werden, sollte noch ein langer Weg vor mir liegen, bevor ich MEINE Gastfamilie fand. Zuallererst machte ich mich daran eine Agentur zu finden, die mir eben dabei helfen sollte. Das ist natürlich etwas teurer als selbstständig eine Familie via Internet zu suchen, doch ich wollte einfach zu 100 Prozent sicher sein, dass ich nicht in eine Falle tappe oder mich plötzlich allein in einem fremden Land wieder finde.

Doch schon allein das war eine Herausforderung: Denn interessanterweise sind fast alle Agenturen, die sich ausschließlich auf das Au Pair-Wesen konzentrieren, aus Deutschland. Schließlich fand ich jedoch mit Hilfe einer Bekannten, die selbst schon mit dieser zusammengearbeitet hat, eine österreichische Agentur, bei der ich auch sofort die nötigen Unterlagen anfragte. Gesagt getan.

Es folgten Wochen des Ausfüllens, Unterschreibens und genauen Durchlesens. Alles muss genauestens angegeben werden, auch Wunschvorstellungen kamen hier nicht zu kurz. Ich versuchte mir viel offen zu halten, da ich selbst nicht so ganz wusste, was ich eigentlich wollte. Eines jedoch stand für mich fest – es musste England sein!

Doch ... will ich zwei, drei, vier oder mehr Kinder? Würde ich mich um Haustiere kümmern? Bin ich bereit für die Familie zu kochen u.s.w.?

Schließlich war alles fertig ausgefüllt und abgeschickt, das Warten begann. Das dauerte auch nicht besonders lange, denn schon wenige Stunden (!), nachdem meine Programm-Teilnahmegebühren bezahlt waren, trudelten die ersten Steckbriefe in meinem Postkasten ein. Ehrlich gesagt waren es sogar so viele, dass ich anfangs etwas überfordert war: Ich wusste einfach nicht, wonach ich gehen sollte, welche Familien ich ausschließen sollte u.s.w.

Schließlich stellte ich für mich selbst einen Masterplan zusammen, der wie folgt aussah:

  • Ruhig bleiben!
  • Auswahlkriterien festlegen, aber trotzdem offen bleiben. Ich beschloss beispielsweise sehr bald, mich auf zwei Kinder zu beschränken, sprach jedoch trotzdem mit einer sechsköpfigen Familie, da sie mich in anderer Weise überzeugte.
  • Sprich mit so vielen Familien wie möglich! Anfangs lehnte ich viele Familien ab, einfach weil so viele Angebote in meinem Postkasten steckten. Später versuchte ich so viele Gespräche wie möglich zu führen, da alleine der Steckbrief niemals ausreicht, um ein echtes Bild von einer Familie zu bekommen. Auf einem Dokument empfindet man Personen oft sympathischer als nach einem ersten echten Gespräch - oder auch umgekehrt. Ich war häufig positiv überrascht und habe in dieser Phase vor allem viele freundliche und offene Mütter kennengelernt.
  • Sag keiner Familie zu, nur weil du denkst, es kommt keine bessere mehr! Auch das musste ich mir zu Herzen nehmen: Denn nachdem der erste Strom versiegt war, hatte ich für mich selbst zwar zwei Familien gefunden, musste deren Absage aber hinnehmen, da diese sich für ein anderes Au Pair entschieden hatten. Danach war ich bereit, jede Familie anzunehmen, die daherkam, weil ich Angst hatte, mehr Absagen zu erhalten. Doch auch hier bewies sich, dass Ruhig-Bleiben eine gute Devise ist: Ich fand meine perfekte Gastfamilie.
  • Geduld, Geduld, Geduld. Nicht immer läuft es so wie geplant. Kriterien, an denen man von Anfang an festgehalten hat, werden plötzlich über Bord geworfen, weil man seine Familie gefunden hat. Die Suche nach der perfekten Familie ist mit viel Zeit und Kompromissen verbunden. Das musste ich einsehen. So hat sich beispielsweise mein Abreisedatum um fast ein Monat nach hinten verschoben! Trotzdem bin ich glücklich jetzt ein Zuhause gefunden zu haben.

Nach fast 3 Monaten (!), zahllosen E-Mails, Skype-Gesprächen und Telefonaten habe ich mich im Endeffekt für eine junge Familie entschieden, die in London mit kleinen Zwillingen wohnt, und einfach sofort super sympathisch und einfühlsam war. Ich bin gespannt auf die erste Zeit mit ihnen und freue mich darauf, meine Erlebnisse mit euch zu teilen!

Weekend-Bloggerin Lisa Krempl liebt es, den Globus zu erkunden und ihre Eindrücke und Erlebnisse schriftlich festzuhalten. Als Au Pair lässt die frisch gebackene Maturantin ihre Leser auf weekend.at an ihrem Alltag teilhaben.

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