Was tun nach der Matura? Ich werde Au Pair!

Als frisch gebackene Maturantin eines Gymnasiums stehen einem ja bekanntlich jede Menge Türen offen. Studieren, arbeiten, Berufsausbildung u.s.w. Meine Tür allerdings heißt "Gap Year". Jaja, das gefürchtete "Die-macht-jetzt-Pause-Jahr". Und da ein Jahr lang Füße-Hochlegen wirklich nicht ganz so gut im Lebenslauf kommt, muss schnell eine Lösung her ...

Als letzten Herbst die Frage zum ersten Mal auftauchte: "Und Lisa, was willst du nach der Matura machen?", stand ich erst einmal völlig überrumpelt da. Nach der Matura? So weit denk' ich doch nicht nach vorne! Als die Frage allerdings immer und immer wieder auftauchte, und Schulkollegen um mich herum begannen, sich einzuschreiben, für Aufnahmetests zu lernen und Mietverträge zu unterschreiben, wurde mir klar, dass auch ich mich endlich dem unheimlichen Thema "Zukunft" widmen sollte. Nur sehr ungern machte ich mich also an die Recherche. Das Angebot ist reichlich, der Informationsfluss überwältigend. Aber woher soll ich denn mit meinen bescheidenen 18 Jahren wissen, was ich werden will wenn ich groß bin ...?

Klar, es gibt da das eine oder andere Fach, das mich interessieren würde, aber sicher? Sicher bin ich mir da nicht. Restlos überfordert und hilflos verloren in dem Chaos saß ich also vor meinem Laptop, als plötzlich das Wort "Gap Year" am Bildschirm schwebte.

"Gap Year" bedeutet wörtlich übersetzt "Lückenjahr" und bezeichnet "den Zeitraum zwischen zwei wichtigen Lebensabschnitten junger Menschen". Das behauptet zumindest Wikipedia.

Natürlich hatte ich schon davon gehört. Zahllose Erörterungen und Artikel mussten in der Schule dazu verfasst werden, aber dass auch mir dieser Weg offen stand, war mir bis dato nie wirklich in den Sinn gekommen. Sofort hatte ich meine damaligen Contra-Argumente im Kopf: Du verlierst ein Jahr, du bist mit dem Studium noch später dran, es kostet zu viel ... trotzdem hatte mich die Neugier gepackt.

Ich setzte mich erneut an den Laptop, doch auch dieses mal erwarteten mich tausende verschiedene Web-Seiten, und es war mir unmöglich, zu einem handfesten Fazit zu kommen. Also packte ich meine sieben Sachen und fuhr mit meinem Papa an meiner Seite nach Wien zur jährlichen Berufs- und Studien-Messe. Dort erwarten einen nicht nur, wie der Name verrät, Uni- und FH-Infostände, sondern ein großer Sektor, der dem "Gap Year" gewidmet ist. Wir wurden herzlich willkommen geheißen und fuhren - vollgepackt mit Flyern, Prospekten und Visitenkarten - wieder nach Hause. Und dann, nach langen Diskussionen, hatte ich mich endlich, endlich entschieden, wie ich mein Lückenjahr verbringen wollte: Ich werde ein Au Pair. Wie langweilig, das kennen wir doch schon, werden sich viele denken. Doch ICH bin Feuer und Flamme. Schon immer hatte ich Kinder sehr gerne, und das Beste daran ist, ich kann diese Erfahrungen mit der Erkundung eines fremden Landes kombinieren.

Doch nun, da das "Wie" festgelegt ist, bleiben immer noch Fragen offen ...

Wo? Wann? Wie lange?

Ich freue mich darauf diese Fragen gemeinsam mit euch, liebe LeserInnen, zu beantworten, darüber hinaus in das Leben eines Au Pair-Mädchens einzutauchen - und das Erlebte zu teilen.

Weekend-Bloggerin Lisa Krempl liebt es, den Globus zu erkunden und ihre Eindrücke und Erlebnisse schriftlich festzuhalten. Als Au Pair lässt die frisch gebackene Maturantin ihre Leser auf weekend.at an ihrem Alltag teilhaben.

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Autor: Lisas Au Pair-Blog, 22.09.2017