Feuerwalze über Kroatien: Das trieb die Flammen an
- Binnen zehn Minuten breitet sich Feuer massiv aus
- Hitze, Dürre und trockene Vegetation als Faktoren
- Mehr als 1.000 Hektar in vier Stunden verbrannt
- Feuerwehr mobilisiert massive Verstärkung
- Brandursache ist noch völlig offen
Das Ausmaß der Geschwindigkeit ist enorm: Innerhalb von nur rund zehn Minuten soll sich ein zunächst kleines Feuer über einen ganzen Berg ausgebreitet haben. Der schwere Waldbrand, der am Donnerstag bei Lokva Rogoznica an der kroatischen Adriaküste ausgebrochen war, erreichte in der Nacht auch Gebiete bei Omiš.
Für die rasante Entwicklung kamen laut Feuerwehr mehrere Faktoren zusammen. Außergewöhnlich hohe Temperaturen, anhaltende Dürre und ausgetrocknete Vegetation schufen Bedingungen, unter denen sich die Flammen besonders schnell ausbreiten konnten. Die tatsächliche Ursache des Brandausbruchs ist davon klar zu unterscheiden: Sie steht bislang nicht fest.
Binnen zehn Minuten breitet sich Feuer massiv aus
Wie dramatisch die Situation war, schilderte Višeslav Pešić, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Omiš, gegenüber Radio Split. Als die ersten Einsatzkräfte am Brandort eintrafen, habe das Feuer bereits mit großer Intensität gewütet.
Besonders bemerkenswert war die Geschwindigkeit der Ausbreitung. Nach Angaben des Feuerwehrkommandanten benötigte das anfangs noch kleine Feuer nur ungefähr zehn Minuten, um sich über den gesamten Berg auszubreiten.
In weiterer Folge erfasste der Brand ein immer größeres Gebiet. Betroffen waren demnach sämtliche Ortschaften zwischen Lokva Rogoznica und Omiš. Auch der Bereich oberhalb der Stadt Omiš wurde von den Flammen erreicht.
Hitze, Dürre und trockene Vegetation als Faktoren
Hinter der außergewöhnlich schnellen Ausbreitung stand laut Feuerwehr ein besonders gefährliches Zusammenspiel mehrerer Bedingungen. Hohe Temperaturen hatten gemeinsam mit der Dürre dafür gesorgt, dass die Vegetation stark ausgetrocknet war.
Damit stand den Flammen reichlich leicht entzündliches Material zur Verfügung. Trockene Gräser, Büsche und andere Vegetation können einem Feuer ermöglichen, sich innerhalb kürzester Zeit über größere Flächen weiterzufressen.
Pešić sprach von idealen Bedingungen für einen derartigen Brand. Entscheidend ist dabei jedoch die Unterscheidung zwischen Ausbreitungsfaktoren und Brandursache: Hitze und Trockenheit erklären, warum sich ein Feuer besonders schnell entwickeln kann, nicht aber, wodurch es ursprünglich ausgelöst wurde.
Mehr als 1.000 Hektar in vier Stunden verbrannt
Wie extrem die Bedingungen waren, zeigt auch die verbrannte Fläche. Laut Pešić wurden innerhalb von lediglich vier Stunden mehr als 1.000 Hektar vom Feuer erfasst.
Der Feuerwehrkommandant verglich die Situation mit dem schweren Brand, der im vergangenen Jahr den Ort Pisak getroffen hatte. Der aktuelle Brand sei noch schlimmer gewesen. Neben der enormen verbrannten Fläche entstand demnach auch erheblicher materieller Schaden.
Weil sich das Feuer über den Küstenabschnitt hinweg ausbreitete, war zeitweise ein weitläufiges Gebiet gefährdet. Aus einem zunächst kleinen Brand entwickelte sich damit innerhalb weniger Stunden ein großflächiger Feuerwehreinsatz.
Feuerwehr mobilisiert massive Verstärkung
Aufgrund der rasanten Entwicklung wurden zunächst sämtliche verfügbaren Feuerwehreinheiten der betroffenen Gespanschaft mobilisiert. Später rückten weitere Einsatzkräfte aus anderen Regionen an. Auch Verstärkung vom kroatischen Festland wurde in das Brandgebiet gebracht.
Erschwert wurde die Situation dadurch, dass die Canadair-Löschflugzeuge zeitweise auf die Halbinsel Pelješac verlegt worden waren. Bei Bedarf sollten die Maschinen am Nachmittag wieder zurückkehren.
Die enorme Geschwindigkeit des Feuers stellte die Einsatzkräfte vor eine besondere Herausforderung. Während Verstärkung organisiert wurde, hatte sich der Brand bereits über eine riesige Fläche ausgedehnt.
Brandursache ist noch völlig offen
Noch nicht geklärt ist, warum das Feuer überhaupt ausbrach. Auf die Frage nach dem genauen Ausgangspunkt beziehungsweise der Entstehung des Brandes verwies Pešić auf die Ermittlungen der Polizei.
Damit gibt es bislang keine bestätigte Brandursache. Die von der Feuerwehr genannten außergewöhnlich hohen Temperaturen, die Dürre und die trockene Vegetation sind ausdrücklich Faktoren für die schnelle Ausbreitung des Feuers und dürfen nicht mit dem Auslöser des Brandes gleichgesetzt werden.