Tollwut im Streichelzoo: Babyziegen infiziert, Behörden warnen Besucher
- Tollwut bei Babyziegen in mobilem Streichelzoo
- Stinktier dürfte Ziegen mit Tollwut angesteckt haben
- Besitzerin Misty Love: „Es ist ein Albtraum“
- Veterinär warnt trotz geringen Risikos
- Gesundheitsbehörde fordert Betroffene zum Handeln auf
- Warum Tollwut so gefährlich ist
Ein harmloser Besuch im Streichelzoo hat für zahlreiche Familien in den USA plötzlich ernste Folgen. Babyziegen eines mobilen Streichelzoos in North Carolina haben sich mit Tollwut infiziert. Drei Tiere sind nach Angaben der Gesundheitsbehörden positiv auf das Virus getestet worden, bei einer vierten Ziege wird ebenfalls von einer Infektion ausgegangen. Die Tiere wurden mittlerweile eingeschläfert. Nun suchen die Behörden nach Menschen, die möglicherweise Kontakt mit den Ziegen gehabt haben.
Tollwut im Streichelzoo: Die wichtigsten Fakten
- Ort: North Carolina, USA
- Streichelzoo: Farm Adventures aus Harmony
- Betroffene Tiere: vier Babyziegen
- Tollwutfälle: Drei Infektionen sind durch Tests bestätigt, eine vierte Ziege gilt ebenfalls als infiziert.
- Vermutete Ursache: Ein infiziertes Stinktier dürfte in das Gehege gelangt sein und die Ziegen gebissen haben.
- Maßnahmen: Die vier Babyziegen sind eingeschläfert worden, der Betrieb ist unter Quarantäne gestellt worden.
- Besucher: Mögliche Kontaktpersonen sollen sich an die zuständige Gesundheitsbehörde wenden.
Tollwut bei Babyziegen in mobilem Streichelzoo
Die betroffenen Tiere gehören zum mobilen Streichelzoo Farm Adventures aus Harmony im US-Bundesstaat North Carolina. Seit dem 28. Juli sind die Ziegen bei zahlreichen Veranstaltungen mit Besucherinnen und Besuchern in Kontakt gekommen.
Besonders heikel ist, dass der Streichelzoo auch Veranstaltungen besucht hat, bei denen Kinder und ältere Menschen anwesend gewesen sind. Gesundheitsbehörden versuchen nun gemeinsam mit den jeweiligen Veranstaltern, möglicherweise betroffene Personen ausfindig zu machen.
Stinktier dürfte Ziegen mit Tollwut angesteckt haben
Mittlerweile gibt es eine wahrscheinliche Erklärung dafür, wie die Tollwut in den Streichelzoo gelangt ist.
„Die Ziegen sind in einem abgeschlossenen Gehege gehalten worden, um jeglichen Kontakt mit Wildtieren zu verhindern“, sagt Misty Love, Besitzerin von Farm Adventures gegenüber dem US-Sender WSOC-TV. Ende Juli dürfte aber ein infiziertes Stinktier durch eine Öffnung in das Gehege der jungen Ziegen eingedrungen sein und die Tiere gebissen haben. Erst mehrere Wochen nach dem mutmaßlichen Kontakt haben die jungen Ziegen Anzeichen einer Erkrankung gezeigt.
Besitzerin Misty Love: „Es ist ein Albtraum“
Für Misty Love ist der Tollwutfall auch persönlich ein schwerer Schlag. „Jeder, der mich kennt, weiß, dass meine Tiere für mich das Wichtigste auf der Welt sind. Deshalb ist es schwer“, sagt die Besitzerin gegenüber WSOC-TV. „Es ist ein Albtraum.“
Nachdem die Tollwutfälle bekannt geworden sind, sind die vier betroffenen Babyziegen eingeschläfert worden. Der Betrieb wurde unter Quarantäne gestellt. Die anderen Tiere des mobilen Streichelzoos sind laut Love nicht erkrankt und haben vorsorglich eine Auffrischungsimpfung gegen Tollwut erhalten.
Für Eltern, die wegen eines möglichen Kontakts ihrer Kinder verunsichert sind, hat Love gegenüber WSOC-TV einen deutlichen Rat: „Allen Eltern, die irgendwelche Zweifel haben, empfehle ich dringend, sich impfen zu lassen.“
Veterinär warnt trotz geringen Risikos
Veterinär Michael Martin warnt davor, einen möglichen Kontakt mit den infizierten Tieren zu ignorieren. „Ich habe von keinem einzigen Fall gehört, bei dem sich ein Mensch bei einer Ziege mit Tollwut angesteckt hat. Wir wissen aber, dass eine Ansteckung durch Kontakt mit Nutztieren möglich ist“, erklärt Martin gegenüber WRAL.
Das Risiko mag gering sein, die möglichen Folgen einer Infektion sind jedoch schwerwiegend. „Das ist ein ernstes Ereignis. Auch wenn das Risiko relativ gering sein mag, will man nicht an den Punkt kommen, an dem man sich fragen muss: Was ist, wenn man sich geirrt hat?“, sagt Martin gegenüber dem Sender.
Gesundheitsbehörde fordert Betroffene zum Handeln auf
Auch das Gesundheitsministerium von North Carolina hat Besucherinnen und Besucher aufgefordert, einen möglichen Kontakt abklären zu lassen. „Betroffene Personen sollten sich an ihr örtliches Gesundheitsamt wenden, um festzustellen, ob Medikamente zur Verhinderung einer Infektion notwendig sind“, heißt es in einer Mitteilung des North Carolina Department of Health and Human Services, NCDHHS. Die Behörde versucht gleichzeitig, weitere mögliche Kontaktpersonen zu erreichen.
Bislang sind keine Tollwutinfektion eines Menschen durch die betroffenen Ziegen bekannt.
Warum Tollwut so gefährlich ist
Tollwut ist eine Virusinfektion, die nach dem Auftreten von Symptomen nahezu immer tödlich verläuft. Eine Übertragung kann stattfinden, wenn infektiöser Speichel eines erkrankten Tieres beispielsweise durch einen Biss, einen Kratzer oder über eine offene Wunde in den Körper gelangt.
Besonders gefährlich ist, dass zwischen einer Ansteckung und ersten Beschwerden Wochen vergehen können. Nach einem möglichen Kontakt ist deshalb eine rasche medizinische Abklärung entscheidend.
Der Großteil der gemeldeten Tollwutfälle betrifft Wildtiere, insbesondere Stinktiere, Fledermäuse, Waschbären und Füchse.
FAQ: Tollwut, Ansteckung und Kontakt mit infizierten Tieren
Kann eine Ziege Tollwut auf Menschen übertragen?
Eine Tollwut-Übertragung von einem infizierten Säugetier auf einen Menschen ist grundsätzlich möglich. Veterinär Michael Martin erklärt im Zusammenhang mit dem Fall, dass ihm zwar kein Fall einer Übertragung von einer Ziege auf einen Menschen bekannt sei, eine Ansteckung durch Kontakt mit Nutztieren aber möglich ist.
Wie wird Tollwut übertragen?
Tollwut wird durch infektiösen Speichel eines erkrankten Tieres übertragen. Ein Risiko besteht insbesondere bei einem Biss oder wenn infektiöser Speichel über eine offene Wunde in den Körper gelangt.
Was sollen Besucher des betroffenen Streichelzoos tun?
Das Gesundheitsministerium von North Carolina fordert möglicherweise betroffene Personen auf, sich an ihr zuständiges Gesundheitsamt zu wenden. Dort soll abgeklärt werden, ob nach dem Kontakt Medikamente zur Verhinderung einer Tollwutinfektion notwendig sind.
Wann treten Symptome einer Tollwutinfektion auf?
Zwischen einer möglichen Ansteckung mit Tollwut und ersten Beschwerden können Wochen vergehen. Deshalb ist es wichtig, einen möglichen Kontakt medizinisch abklären zu lassen und nicht auf das Auftreten von Symptomen zu warten.
Warum ist Tollwut so gefährlich?
Tollwut verläuft nach dem Auftreten von Symptomen nahezu immer tödlich. Deshalb kommt der raschen Abklärung nach einem möglichen Kontakt mit einem infizierten Tier besondere Bedeutung zu.
Wie haben sich die Babyziegen mit Tollwut infiziert?
Nach den bisherigen Erkenntnissen dürfte ein mit Tollwut infiziertes Stinktier Ende Juli in das Gehege der Babyziegen gelangt sein und die Tiere gebissen haben. Wochen später haben die jungen Ziegen Anzeichen einer Erkrankung gezeigt.