„So etwas noch nie erlebt“: Riesenhagel trifft Voitsberg
Heftige Gewitter haben am Mittwochnachmittag im Bezirk Voitsberg massive Schäden angerichtet. Besonders Hagel, Starkregen und Sturm setzten mehreren Gemeinden zu. In Maria Lankowitz und Köflach wurden Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern gemessen. Dächer wurden beschädigt, Keller liefen voll und Bäume stürzten auf Straßen. Zahlreiche Feuerwehren standen über Stunden im Einsatz.
Bis zu fünf Zentimeter große Hagelkörner
Gegen 16 Uhr gingen die ersten schweren Gewitter über dem Bezirk Voitsberg nieder. Besonders betroffen waren unter anderem Maria Lankowitz, Köflach, Rosental sowie Teile von Kainach.
Die größten Schäden richtete der Hagel an. In Maria Lankowitz wurden Körner mit bis zu fünf Zentimetern Durchmesser gemessen. Bilder aus der Region zeigen teils große Eisklumpen auf Straßen, Wiesen und in Gärten.
Innerhalb kurzer Zeit häuften sich auch die Einsätze der Feuerwehren. Bis zum frühen Abend waren im Bezirk bereits rund 25 Unwettereinsätze gemeldet worden. Bäume stürzten um, Dächer wurden beschädigt und Regenwasser drang in Gebäude ein.
Köflach besonders schwer getroffen
Massive Auswirkungen hatte das Unwetter auch in Köflach. Starkregen sorgte dort für lokale Überschwemmungen, während Hagel Dächer und Glaskuppeln beschädigte. Auch bei der Therme Nova wurden Plexiglaskuppeln vom Hagel getroffen und Dachziegel verschoben.
Besonders problematisch war, dass Hagel und abgerissene Blätter teilweise Kanalgitter verstopften. Dadurch konnte das Wasser nur erschwert abfließen. Mehrere Keller liefen voll und mussten von den Einsatzkräften ausgepumpt werden.
Rund 50 Feuerwehrleute der Wehren Köflach, Piber und Rosental waren mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Sie pumpten Wasser aus Gebäuden, sicherten beschädigte Dächer und beseitigten weitere Unwetterschäden.
Unwetter trifft auch Tierheim
Auch das Tierheim Franziskus in Rosental an der Kainach blieb von den Gewittern nicht verschont. Hagel und Starkregen trafen die Anlage schwer, mehrere Gehege wurden überschwemmt und mussten anschließend trockengelegt werden.
Tierheimleiterin Nina Mocnik schilderte die außergewöhnliche Intensität des Unwetters in den sozialen Medien. Einen Hagelschauer dieser Stärke habe man dort bislang nicht erlebt. Sie sprach sogar von einem möglichen „Jahrhunderthagel“.
Auch in privaten Gärten und auf landwirtschaftlich genutzten Flächen hinterließ der Hagel deutliche Spuren. Teilweise wurden Pflanzen und Ernten durch die großen Hagelkörner beschädigt oder zerstört.
Rote Warnstufe vor den Gewittern
Die schweren Gewitter kamen nicht völlig überraschend. Bereits zuvor hatten Wetterdienste vor einer erhöhten Unwettergefahr in Teilen der Steiermark gewarnt.
Die Unwetterzentrale hatte unter anderem für Voitsberg, Graz sowie Teile von Graz-Umgebung, Deutschlandsberg und Leibnitz die rote Warnstufe ausgerufen. Auch GeoSphere Austria warnte vor kräftigen Gewittern mit Starkregen, Sturm und Hagel.