Paukenschlag: Nachbarland schränkt Tanken massiv ein
Wer für günstigen Sprit nach Slowenien fährt, erlebt seit heute eine Überraschung: Angesichts der angespannten Versorgungslage infolge des Iran-Kriegs schränkt das EU-Land die Abgabe von Treibstoff an den Tankstellen massiv ein. Ab sofort gelten strikte Limits für Benzin und Diesel, um die nationale Versorgung sicherzustellen und den massiven Tanktourismus aus den Nachbarländern einzudämmen. Hierzulande sind die Spritpreise weitaus höher.
50-Liter-Limit an den Zapfsäulen
Wie Ministerpräsident Robert Golob in Ljubljana bekannt gab, dürfen Privatpersonen an den Tankstellen in Slowenien nur noch höchstens 50 Liter Benzin oder Diesel pro Tag tanken. Für Unternehmen wurde die Grenze auf 200 Liter pro Tag festgesetzt. Die Regelung trat am Sonntag, dem 22. März 2026, mit sofortiger Wirkung in Kraft. Wie genau die Einhaltung an den einzelnen Tankstellen kontrolliert wird, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch unklar
Preisdeckel und Autobahn-Ausnahme
Trotz der globalen Krise hält Slowenien an einer amtlichen Preiskontrolle fest. Abseits der Schnellstraßen kostet ein Liter Benzin (95 Oktan) derzeit moderate 1,466 Euro, während Diesel für 1,528 Euro abgegeben wird. An den Tankstellen direkt an den Autobahnen wurde dieser Deckel jedoch bereits am Freitag aufgehoben. Dort müssen Autofahrer mit Spritpreisen um die 1,70 Euro pro Liter rechnen – ein Wert, der dennoch deutlich unter den aktuellen Preisen in Österreich liegt.
Kampf dem Tanktourismus aus Österreich
Die Regierung in Slowenien begründet die Rationierung primär mit dem enormen Zulauf aus dem Ausland. Da die Spritpreise in Österreich und Italien massiv gestiegen sind, herrschte an vielen Tankstellen in Grenznähe regelrechter Ausnahmezustand. Laut Golob seien die Treibstofflager zwar gefüllt, die Logistik komme jedoch mit der zügigen Auslieferung an die lokalen Tankstellen aufgrund der hohen Nachfrage nicht mehr hinterher.
Wahlsonntag und politische Lage
Die Entscheidung zur Rationierung fällt auf einen politisch brisanten Tag: In Slowenien wird heute ein neues Parlament gewählt. Die Umfragen deuten auf ein enges Rennen zwischen dem amtierenden liberalen Lager und der nationalkonservativen Opposition hin. Die Versorgungslage an den Tankstellen und die künstlich niedrig gehaltenen Energiepreise waren zentrale Themen des Wahlkampfs, da die Regierung erst Anfang März die Steuern drastisch gesenkt hatte, um die Belastung für die Bürger abzufedern.