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Logo von Stellantis mit einem Auto vor fallenden Aktien
Stellantis muss Milliarden bei seinen Elektroautos abschreiben, während die Aktie an der Börse massiv an Wert verliert.
Stellantis muss Milliarden bei seinen Elektroautos abschreiben, während die Aktie an der Börse massiv an Wert verliert.
dall.e/weekend

"Blutbad": Auto-Riese verliert über 20 Milliarden

07.02.2026 um 11:50, Marcel Toifl
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Stellantis verbucht Milliardenabschreibungen bei Elektroautos und streicht die Dividende. Die Stellantis-Aktie hat daraufhin einen massiven Kurssturz erlitten.

Der Automobilgigant Stellantis zieht bei seiner bisherigen Strategie für Elektroautos radikal die Reißleine. Infolge milliardenschwerer Abschreibungen und eines massiven Kurssturzes der Stellantis-Aktie steht der Konzern vor einer kompletten Neuausrichtung. Die Anpassung an die reale Marktnachfrage fordert nun ihren Tribut in der Bilanz.

Stellantis Elektroautos: Milliarden-Abschreibungen erschüttern Konzern

Wegen der Drosselung der Entwicklungspläne für Stellantis-Elektroautos fielen in der zweiten Jahreshälfte 2025 Belastungen von rund 22,2 Milliarden Euro an. Unter dem Strich entstand ein vorläufiger Verlust von bis zu 21 Milliarden Euro. Knapp 15 Milliarden Euro entfallen dabei auf den US-Markt, bedingt durch gestrichene Förderungen unter US-Präsident Donald Trump und geänderte Abgasrichtlinien. „Das Unternehmen hat die überwiegende Mehrheit der Entscheidungen getroffen, die zur Korrektur der Richtung erforderlich sind“ heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Stellantis Aktie: „Blutbad“ nach Strategiewechsel

Die Nachricht über den Milliardenverlust und den Verzicht auf eine Dividende löste an den Märkten Panik aus. Die Stellantis Aktie brach zeitweise um satte 25 Prozent ein – Analysten sprachen von einem „Blutbad“. Um die Bilanz zu stützen, plant das Management nun die Ausgabe neuer Anleihen im Wert von bis zu fünf Milliarden Euro. Ein positiver Cashflow wird erst für das Jahr 2027 prognostiziert.

CEO Antonio Filosa: Neustart mit Bescheidenheit

Der neue CEO Antonio Filosa sieht in den Abschreibungen die notwendige Korrektur einer Fehleinschätzung. Er betont, dass Stellantis Elektroautos künftig nur noch ein Teil eines flexiblen Portfolios sein werden, das sich strikt an der Kundennachfrage orientiert. „Die Abschreibungen seien die Folge dessen, dass Stellantis das Tempo des Übergangs von Benzin- und Diesel- zu Elektroantrieben überschätzt habe, was uns von den Bedürfnissen, Möglichkeiten und Wünschen vieler Autokäufer in der realen Welt entfernt hat", so CEO Antonio Filosa in einer Aussendung.

Für die Zukunft fordert Filosa eine Rückkehr zu den Grundwerten: „Ein Neustart erfordert Mut, Disziplin und Entschlossenheit. [...] Mit Bescheidenheit, neuem Fokus und unseren Kunden als Leitstern werden wir diese positive neue Dynamik weiter ausbauen.“

Forderung: CO2-Bonus für E-Autos „Made in Europe“

Trotz der Drosselung der eigenen Pläne fordert Stellantis gemeinsam mit Volkswagen mehr Unterstützung gegen die chinesische Konkurrenz. Jedes Fahrzeug, das in Europa produziert wird, soll durch Subventionen und Labeling bevorzugt werden. „Jedes Elektrofahrzeug ‚Made in Europe‘ sollte einen CO2-Bonus erhalten.“

In einem gemeinsamen Gastbeitrag warnen die Manager Filosa und Blume vor einer „neuen Ära geopolitischen Wettbewerbs“, in der Europa entscheiden müsse, ob es „auch zukünftig Produzent und Industriemacht bleiben will“.

Zusammenfassung für Anleger

  • Abschreibungen: 22,2 Mrd. Euro durch Fokus-Korrektur bei E-Autos.
  • Stellantis Aktie: Kurssturz um 25 %; Dividendenstreichung für das laufende Jahr.
  • Strategie: Rückkehr zur Wahlfreiheit (Verbrenner, Hybrid, Elektro) ab Mai 2026.

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