Insolvenz-Hammer: Über 1.000 Jobs bei Zulieferern weg
Neben der Insolvenz der traditionsreichen Eitek GmbH steckt auch die Autobranche in Deutschland in der Krise. Der bekannte Automobilzulieferer Schlote GmbH & Co. KG (Schlote-Gruppe) steht trotz intensiver Rettungsbemühungen vor dem operativen Aus. Gemeinsam mit der Insolvenz des Gießereispezialisten Bohai Trimet sind damit über 1.000 Arbeitsplätze in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen unmittelbar gefährdet.
Insolvenz der Schlote-Gruppe: Kunden ziehen Aufträge ab
Die Insolvenz der Schlote GmbH & Co. KG hat eine dramatische Wendung genommen. Wie Insolvenzverwalter Manuel Sack am Dienstag mitteilte, haben die Hauptkunden aus der Automobilindustrie entschieden, ihre Bauteile künftig von anderen Lieferanten zu beziehen. Ohne diese Kernaufträge entfällt die Geschäftsgrundlage für die Weiterführung der Produktion.
Betroffene Standorte: Wernigerode, Harzgerode und Brandenburg
Von der Entscheidung der Auftraggeber sind mehrere Werke der Gruppe direkt betroffen:
- GAW Wernigerode: Getriebe- und Antriebstechnik vor dem Ende.
- Schlote Harzgerode: Produktion wichtiger Getriebeteile gefährdet.
- Schlote Brandenburg GmbH & Co. KG: Im Werk in Brandenburg an der Havel läuft die Produktion bereits aus; die Schließung ist für Herbst 2026 geplant.
Gescheiterte Rettung: Millionen-Investitionen ohne Erfolg
Besonders bitter: Die Fortführung der Schlote GmbH & Co. KG wurde im vergangenen Jahr durch Verlustübernahmen der Kunden in zweistelliger Millionenhöhe gestützt. Trotz des Interesses von drei strategischen Investoren und aktiver Unterstützung durch die Landesregierung Sachsen-Anhalt konnte keine Einigung erzielt werden. Die Kluft zwischen den Forderungen der Investoren und den Zusagen der Automobilhersteller erwies sich als unüberbrückbar.
Wirtschaftlicher Doppelschlag: 1.000 Jobs vor dem Aus
Zusammen mit dem Gießereispezialisten Bohai Trimet verliert die Region Harz zwei ihrer wichtigsten industriellen Anker. Während bei Schlote rund 330 Mitarbeiter betroffen sind, bangen bei Bohai weitere 680 Beschäftigte um ihre Zukunft. Insgesamt sind über 1.000 direkte Arbeitsplätze bedroht – indirekt hängen laut Experten weitere hunderte Stellen bei regionalen Dienstleistern an der Existenz der Automobilzulieferer.