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Eis und Schnee zu sehen auf einem winterlichen Boden.
Anfang Juni könnte die sogenannte Schafskälte zuschlagen.
Anfang Juni könnte die sogenannte Schafskälte zuschlagen.
Tobias Arhelger/Shutterstock.com

Temperatursturz: Deshalb wird es im Juni plötzlich kalt

22.05.2026 um 10:18, Yunus Emre Kurt
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Nach frühsommerlichen Temperaturen zu Pfingsten warnen Meteorologen bereits vor dem nächsten markanten Kälteeinbruch im Juni 2026.

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Nach den Eisheiligen kehrt in Österreich und Deutschland rund um Pfingsten endlich frühsommerliches Wetter zurück. Viele Menschen hoffen bereits auf einen stabilen Start in den Sommer. Meteorologen bremsen die Euphorie allerdings deutlich: Schon Anfang Juni könnte mit der sogenannten Schafskälte der nächste markante Temperatursturz bevorstehen. 

Dabei sind laut Wetterexperten sogar Regen, Bodenfrost und Neuschnee in höheren Alpenlagen möglich.

Pfingsten bringt vorerst Sommer-Gefühle

Nach einem ungewöhnlich kühlen und wechselhaften Mai deuten die aktuellen Wetterprognosen zunächst auf eine deutliche Wetterbesserung hin. Vor allem rund um das Pfingstwochenende erwarten Meteorologen vielerorts sonniges Wetter und frühsommerliche Temperaturen. Regional könnten die Werte sogar nahe an die 30-Grad-Marke heranklettern. 

Besonders der Pfingstsamstag dürfte vielerorts sehr freundlich verlaufen. Auch der Pfingstmontag zeigt sich nach derzeitigen Berechnungen oft sonnig und warm. Doch die langjährigen Wetterdaten zeigen auch: Der frühe Sommer in Mitteleuropa ist häufig nur von kurzer Dauer.

Was hinter der Schafskälte steckt

Zwischen dem 4. und 20. Juni kommt es statistisch immer wieder zu einer markanten Wetterumstellung, der sogenannten Schafskälte. Dabei handelt es sich um eine meteorologische Singularität. So bezeichnen Wetterexperten Wetterlagen, die mit erhöhter Wahrscheinlichkeit zu bestimmten Jahreszeiten auftreten. 

Ähnlich wie bei den Eisheiligen gelangt dabei häufig kalte Polarluft aus Nordwesten nach Mitteleuropa. Besonders rund um den 11. Juni, dem statistischen Höhepunkt der Schafskälte, können die Temperaturen innerhalb kurzer Zeit um fünf bis zehn Grad abstürzen. Dazu kommen oft dichte Wolken, Regen und teilweise kräftiger Wind. In höheren Alpenregionen kann sogar nochmals Schnee fallen.

Zwei Kältewellen im Alpenraum möglich

Im Alpenraum beobachten Meteorologen häufig sogar zwei typische Kältephasen. Die erste Welle tritt oft zwischen dem 3. und 5. Juni auf. Eine zweite markante Abkühlung folgt häufig zwischen dem 15. und 21. Juni. Gerade in den Bergen kann es dadurch nochmals winterlich werden. Selbst im Juni sind dort Schneefälle keine Seltenheit. Für Wanderer, Bergsteiger und Urlauber in alpinen Regionen kann die Wetterlage deshalb rasch unangenehm werden.

Daher stammt der Name „Schafskälte“

Ihren ungewöhnlichen Namen verdankt die Wetterlage der traditionellen Landwirtschaft. Anfang Juni beginnt vielerorts die Schafschur. Kommt danach plötzlich kalte und feuchte Luft nach Mitteleuropa, geraten die frisch geschorenen Tiere rasch in Gefahr. Vor allem junge Lämmer und Muttertiere reagieren empfindlich auf Kälte und Nässe. Deshalb warten erfahrene Schäfer oft bewusst bis nach Mitte Juni, bevor sie ihre Tiere vollständig scheren.

Kalte Polarluft trifft auf warmes Europa

Meteorologisch entsteht die Schafskälte durch das Zusammenspiel von bereits stark aufgeheiztem Festland und vergleichsweise kaltem Meerwasser im Nordatlantik sowie in der Nordsee. Während sich Europa im Juni rasch erwärmt, bleiben die Meere deutlich kühler. Dadurch bilden sich unterschiedliche Druckgebiete. 

Über dem warmen Kontinent steigt Luft auf, während über dem kalten Meer Hochdruck dominiert. Die Folge ist eine Nordwestströmung, die kalte und feuchte Polarluft nach Mitteleuropa transportiert. Meteorologen sprechen deshalb scherzhaft sogar vom „europäischen Sommermonsun“.

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