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Nahaufnahme einer Zapfsäule mit Diesel- und Benzin-Zapfhähnen an einer Tankstelle
Der Dieselpreis in Österreich hat mit 2,268 Euro pro Liter einen neuen Rekordwert erreicht.
Der Dieselpreis in Österreich hat mit 2,268 Euro pro Liter einen neuen Rekordwert erreicht.
KI-generiert / dall.e / Stefanie Hermann

Spritpreis auf Rekordhoch: Diesel so teuer wie noch nie

18.09.2026 um 13:37, Stefanie Hermann
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Neuer Rekord an Österreichs Tankstellen: Diesel kostet 2,268 Euro pro Liter. Experten halten sogar Spritpreise bis 2,70 Euro für möglich.

Jetzt ist der alte Rekord gefallen: Der Spritpreis in Österreich steigt weiter kräftig an. Diesel kostete am Mittwoch 2,268 Euro je Liter und war damit so teuer wie noch nie. Eine Entspannung an der Zapfsäule ist vorerst nicht in Sicht.

Diesel so teuer wie noch nie

Der bisherige Diesel-Rekord von 2,245 Euro Ende März 2026 wurde damit übertroffen. Auch Benzin bleibt teuer. Super kostete zuletzt 1,959 Euro je Liter und liegt damit 14 Cent unter dem historischen Höchstwert von 2,099 Euro aus dem Juni 2022.

Iran-Krieg lässt Spritpreis steigen

Der Blick zurück zeigt, wie rasant es an den Zapfsäulen nach oben gegangen ist. In der Woche vor Beginn des Iran-Krieges kostete Diesel im Durchschnitt noch 1,57 Euro, Benzin 1,52 Euro je Liter. Seither sind die Spritpreise um rund 50 Cent gestiegen.

Eine ähnliche Entwicklung gab es nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Anfang März 2022 verteuerten sich Benzin und Diesel innerhalb von nur zwei Wochen ebenfalls um rund 50 Cent. Auch Deutschland verzeichnet derzeit Höchstpreise: Laut ADAC kostete Diesel am Mittwoch im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,453 Euro.

ÖAMTC fordert Entlastung für Autofahrer

Die Entwicklung erhöht auch den Druck auf die Politik. Der ÖAMTC fordert eine EU-weite Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne. Damit könnten Mineralölsteuer und CO₂-Bepreisung gesenkt werden.

„Die Konsument:innen sind an der Zapfsäule mit Höchstpreisen konfrontiert und Konzerne erzielen außerordentliche Gewinne“, sagt ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexperte Martin Grasslober. Es sei an der Zeit, jene Menschen zu entlasten, „die auf das Auto angewiesen sind“.

Zusätzlich will der ÖAMTC die internationalen Preisnotierungen für Diesel und Super kritisch untersuchen und stärker regulieren lassen.

Wirtschaft will 25 Cent pro Liter zurück

Die Wirtschaftskammer Steiermark fordert unterdessen einen 25-Cent-Zuschuss für gewerblich genutzten Treibstoff. Unternehmen sollen von Oktober bis Dezember 2026 für jeden nachweislich betrieblich verbrauchten Liter 25 Cent zurückbekommen.

„Der Staat darf nicht zum Krisengewinner geopolitischer Verwerfungen an der Zapfsäule werden“, sagt Spartenobmann Johann Reisenhofer.

Für Betriebe können die Mehrkosten erheblich sein. Diesel macht laut Wirtschaftskammer rund ein Fünftel der gesamten Transportkosten aus. Bei einzelnen Lkw-Transporten liegt der Anteil sogar zwischen 20 und 30 Prozent.

Transportbranche schlägt Alarm

Auch Alexander Klacska, Obmann der WKÖ-Bundessparte Transport und Verkehr, drängt auf Maßnahmen. Seit Jahresbeginn sei der Dieselpreis um 48 Prozent gestiegen. Österreich liege bei den Treibstoffkosten für den Schwerverkehr bereits im obersten Viertel der EU.

Als Beispiele nennt Klacska Italien und Frankreich, wo der gewerbliche Verkehr über Rückvergütungen entlastet werde. Die hohen Kosten treffen laut Branche nicht nur Lkw und Lieferwagen. Über Lieferungen, Material, Service und Produktion könnten sie sich in weitere Wirtschaftsbereiche übertragen.

Spritpreis könnte auf 2,70 Euro steigen

Eine weitere Verschärfung schließt Wifo-Ökonom Josef Baumgartner nicht aus. Abhängig vom Verlauf des Iran-Krieges hält er sogar Spritpreise von 2,50 bis 2,70 Euro je Liter für möglich.

Spielraum sieht Baumgartner bei der Mineralölsteuer. Eine Begrenzung der Margen der Mineralölkonzerne sollte seiner Einschätzung nach allerdings auf europäischer Ebene erfolgen, da ein österreichischer Alleingang den Wettbewerb verzerren könnte.

VCÖ und WWF setzen dagegen auf einen geringeren Treibstoffverbrauch, einen Ausbau des öffentlichen Verkehrs und einen schnelleren Umstieg auf Elektrofahrzeuge. Wie sich die Lage an den Zapfsäulen weiterentwickelt, hängt nun wesentlich vom Verlauf des Iran-Krieges ab

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