Große Trauer: Wiener Star-Anwalt überraschend verstorben
Der Wiener Anwalt Peter Zöchbauer ist am Ostermontag völlig überraschend verstorben. Wie seine Kanzlei gegenüber dem Standard bestätigte, erlag der 59-jährige Jurist in seinem Ferienhaus in Niederösterreich den Folgen eines medizinischen Notfalls. Die Nachricht von Zöchbauers Tod löste weit über die Grenzen der Medienbranche hinaus tiefe Bestürzung aus.
Frühe Jahre und Ausbildung
Peter Zöchbauer wurde am 19. November 1966 in St. Pölten geboren. Sein juristischer Weg begann 1985 mit dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien. Nach seiner Zeit als Universitätsassistent am Institut für Strafrecht legte er den Grundstein für seine Karriere als Konzipient in der renommierten Kanzlei von Gottfried Korn. Seit 1996 war er als eingetragener Rechtsanwalt tätig, bevor er 2002 seine eigene Kanzlei gründete, die zuletzt als „Zöchbauer Rechtsanwälte“ firmierte.
Aufstieg zum Medienanwalt
In den späten 1990er-Jahren profilierte sich Zöchbauer durch die Vertretung in der sogenannten „Spitzelaffäre“. Es war der Startschuss für eine Karriere, die ihn zu einem der führenden Experten für Medien- und Persönlichkeitsrecht machte. Neben seiner anwaltlichen Tätigkeit war er Mitherausgeber der Fachzeitschrift „Medien und Recht“ und gab sein Wissen als Lehrbeauftragter an der Universität Wien an die nächste Generation weiter.
Zentrale Fälle und öffentliche Rolle
Zöchbauer galt als der Mann für die „großen“ Fälle. Zu seinem Mandantenkreis gehörten prominente Persönlichkeiten und Konzerne wie:
- Novomatic & Signa-Gruppe: Vertretung in komplexen medienrechtlichen Auseinandersetzungen.
- René Benko: Juristischer Beistand in aufsehenerregenden Verfahren.
- Michael Takács: Vertretung des Bundespolizeidirektors im Rechtsstreit gegen Peter Pilz.
Seine Arbeitsweise war geprägt von strategischem Scharfsinn und der Fähigkeit, den Schutz von Persönlichkeitsrechten im Spannungsfeld zur Pressefreiheit neu zu definieren.
Debatten und Kritik
Peter Zöchbauer war kein Mann der leisen Töne, wenn es um den Schutz seiner Mandanten ging. Er engagierte sich leidenschaftlich gegen den sogenannten „Chat-Pranger“ und plädierte 2024 für ein Zitierverbot aus Ermittlungsakten. Während Kritiker ihm gelegentlich die Führung von SLAPP-Klagen (Einschüchterungsklagen) vorwarfen, betonte er stets, lediglich die rechtswidrige Herabsetzung von Personen durch wahrheitswidrige Inhalte zu bekämpfen.
Reaktionen auf seinen Tod
Wegbegleiter und Kontrahenten zeigen sich nach der Nachricht von seinem Tod gleichermaßen erschüttert. Sein Mentor Gottfried Korn bezeichnet ihn als „besten Medienrechtler des Landes“. Michael Rami würdigt ihn als „hervorragenden Anwalt und sehr guten Freund“. Auch Maria Windhager, die oft auf der Gegenseite stand, findet anerkennende Worte für den sportbegeisterten Juristen, der seine Freizeit am liebsten beim Bergsteigen in Südtirol verbrachte.
Peter Zöchbauer hinterlässt seine Ehefrau und einen Sohn. Die Branche verliert mit ihm einen unerschütterlichen Kämpfer für das Recht.