Brücken-Katastrophe in Genua: Urteil nach acht Jahren
Inhalt
- Morandi-Brücke in Genua: 43 Menschen starben beim Einsturz
- Urteil nach Brückeneinsturz: Zwölf Jahre Haft für Ex-Autobahnchef
- Morandi-Brücke löste Debatte über Italiens Infrastruktur aus
Morandi-Brücke: Fast acht Jahre nach dem Brückeneinsturz in Genua, bei dem 43 Menschen ums Leben kamen, ist das Urteil gefallen. Der frühere Chef des Autobahnbetreibers Autostrade per l'Italia, Giovanni Castellucci, wurde zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich sogar 18 Jahre Gefängnis gefordert.
Morandi-Brücke in Genua: 43 Menschen starben beim Einsturz
Der Brückeneinsturz der Morandi-Brücke am 14. August 2018 erschütterte ganz Italien. Ein Pfeiler des Bauwerks gab plötzlich nach, rund 200 Meter der Fahrbahn brachen in sich zusammen. Zahlreiche Fahrzeuge stürzten aus großer Höhe in die Tiefe.
Bei der Katastrophe kamen 43 Menschen ums Leben. Die Staatsanwaltschaft warf den Verantwortlichen vor, notwendige Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten über Jahre hinweg vernachlässigt zu haben. Nach Auffassung der Anklage soll Giovanni Castellucci dringend notwendige Arbeiten an jenem Brückenpfeiler verschoben haben, der später einstürzte. Die Verteidigung führte dagegen einen bislang unentdeckten Baufehler als Ursache an.
Urteil nach Brückeneinsturz: Zwölf Jahre Haft für Ex-Autobahnchef
Mit dem Urteil endet einer der größten Gerichtsprozesse der vergangenen Jahre in Italien. Der Mammutprozess zog sich über vier Jahre und umfasste 283 Verhandlungstage. Insgesamt standen 57 Angeklagte vor Gericht. Unter ihnen befanden sich neben früheren Managern von Autostrade per l'Italia auch Mitarbeiter des italienischen Infrastrukturministeriums.
Eine Vertreterin der Angehörigen der Opfer kritisierte nach der Entscheidung, dass bis zuletzt niemand echte Verantwortung für die Tragödie übernommen habe.
Morandi-Brücke löste Debatte über Italiens Infrastruktur aus
Der Brückeneinsturz der Morandi-Brücke in Genua löste damals eine landesweite Diskussion über den Zustand der italienischen Verkehrsinfrastruktur und die Wartung von Brücken aus. An der Stelle des eingestürzten Bauwerks steht heute eine neue Brücke.