Die Stimmung kippt: Mehrheit für Ende der Russland-Sanktionen

Die Österreicher dürften genug von den Sanktionen gegen Russland haben. Zumindest wenn es nach einer Umfrage auf Puls4 geht. Die Mehrheit ist für die Beendigung.
Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 26.07.2022 um 12:30 Uhr

Russland führt einen brutalen Angriffskrieg gegen die Ukraine und wurde deswegen von der EU und den USA mit strengen Wirtschaftssanktionen bestraft. Je länger der Krieg aber nun andauert, desto mehr spüren die Österreicher die Situation am eigenen Leib. Steigende Kosten für Lebensmittel, Energie und Treibstoff werden zur enormen Belastung. Die Schuld daran geben viele den Sanktionen gegen Russland und das sieht man auch an einer brandaktuellen Umfrage.

Puls4 hat, zusammen mit dem IFDD-Meinungsforschungsinstitut, rund 6.800 Österreicher zu aktuellen Themen befragt und heute in der Morgensendung Cafe Puls die Ergebnisse veröffentlicht. Und in einem Punkt ist die Stimmung hierzulande komplett klar: 48 Prozent der Befragten fordern mittlerweile ein Ende der Russland-Sanktionen. Nur 43 Prozent sprechen sich für die Beibehaltung aus. Die Schwankungsbreite der Umfrage beträgt nur rund 1,2 Prozent, somit ist die ablehnende Mehrheit solide. Auch Meinungsforscher Christoph Haselmayer vom IFDD spricht zerknirscht davon, dass die Stimmung in dieser Frage wohl komplett gekippt ist. Die Sendung zum Nachsehen gibt es hier.

Menschen sind bereit Energie zu sparen, fordern aber Hilfe

Während die Russland-Frage klar beantwortet ist und ein düsteres Bild zeichnet, sind andere Aspekte der Umfrage jedoch positiver ausgefallen. So sind 85 Prozent der Befragten dazu bereit Energie zu sparen, nur 13 Prozent komplett dagegen. Die Temperatur im Winter auf nur 19 Grad abzusenken können sich widerum nur 48 Prozent der Befragten vorstellen. 45 Prozent sind strikt dagegen und wollen es wärmer haben.

Einen Denkzettel an die Regierung fördert die Umfrage auch ans Licht. 84 Prozent der rund 6.800 Befragten fordern nämlich einen staatlichen Preisdeckel für Strom- und Gaspreise. Nur 10 Prozent sind bei dieser Frage strikt dagegen.