Schock für Mitarbeiter: Mediashop sperrt zu
- Mediashop endgültig vor dem Aus
- Liquiditätsloch macht Fortführung unmöglich
- 160 Mitarbeiter betroffen
- Kettenreaktion innerhalb der Firmengruppe
- Verkauf der Vermögenswerte geplant
- Teleshopping-Urgestein seit 1999
Mediashop endgültig vor dem Aus: Der Rettungsversuch ist gescheitert. Teleshopping-Anbieter Mediashop GmbH mit Sitz in Neunkirchen steht vor dem Ende. Das Landesgericht Wiener Neustadt hat die Schließung des Unternehmens angeordnet. Damit ist der Versuch gescheitert, das einstige Teleshopping-Unternehmen im Rahmen eines Sanierungsverfahrens zu retten.
Der Sanierungsplan wurde zurückgezogen, das Mediashop-Insolvenzverfahren wird nun als Konkursverfahren fortgeführt.
Mediashop: Liquiditätsloch macht Fortführung unmöglich
Laut KSV1870 zeigte die Prüfung des Insolvenzverwalters rasch, dass eine Fortführung der Mediashop GmbH wirtschaftlich nicht mehr möglich ist.
„Die intensiven Überprüfungen des Insolvenzverwalters seit Eröffnung des Insolvenzverfahrens haben ergeben, dass eine Fortführung des Unternehmens infolge einer zeitnah zu erwartenden Liquiditätsunterdeckung nicht darstellbar ist. Folglich hat das Insolvenzgericht die Schließung des Unternehmens angeordnet“, erklärt Alexander Greifeneder vom KSV1870.
160 Mitarbeiter von Mediashop-Schließung betroffen
Für die rund 160 Mediashop-Beschäftigten in Österreich ist die Entscheidung ein schwerer Schlag. Sie wurden bereits über die Situation informiert. In den kommenden Tagen sollen Informationsveranstaltungen mit der Arbeiterkammer sowie Betriebsversammlungen stattfinden.
Insgesamt beschäftigte Mediashop zuletzt rund 400 Mitarbeiter in zehn Ländern.
Kettenreaktion innerhalb der Mediashop-Firmengruppe
Die wirtschaftlichen Probleme reichen offenbar weit über die österreichische Gesellschaft hinaus. Laut Alpenländischem Kreditorenverband (AKV) stehen auch wichtige Vertriebsgesellschaften sowie Teile der Unternehmensgruppe unter massivem finanziellen Druck.
Da diese Firmen ihre offenen Rechnungen bei Mediashop voraussichtlich nicht mehr begleichen können, fehlen dem Unternehmen wichtige Einnahmen. Dieses Liquiditätsloch machte eine Fortführung letztlich unmöglich.
Verkauf der Vermögenswerte geplant
Der Insolvenzverwalter wird nun Verwertungsschritte einleiten. Ziel ist es, das Unternehmen oder zumindest Teile davon bestmöglich zu verkaufen.
Da bereits zuvor ein Investorenprozess gestartet wurde, gibt es laut Insolvenzverwaltung bereits erste Interessenten. Im Idealfall könnten dadurch zumindest Teile von Mediashop und möglicherweise auch Arbeitsplätze erhalten bleiben.
Teleshopping-Urgestein seit 1999
Mediashop wurde 1999 gegründet und entwickelte sich zu einem bekannten Anbieter im Teleshopping. Produkte aus den Bereichen Haushalt, Fitness, Gesundheit und Beauty wurden über TV-Sendungen sowie Online-Kanäle verkauft. Bekannt war unter anderem der Sender „Meine Einkaufswelt“.
Der Konzern erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von rund 170 Millionen Euro. Doch verändertes Konsumverhalten, zunehmender Online-Wettbewerb und wirtschaftlicher Druck brachten das Unternehmen schließlich zu Fall.