Klaus-Michael Kühne tot: Sorge um Salzburger Festspiele
- Klaus-Michael Kühne: Vom Familienbetrieb zum Milliardenimperium
- Klaus-Michael Kühne förderte die Salzburger Festspiele
- Was passiert nach dem Tod von Klaus-Michael Kühne?
Klaus-Michael Kühne ist tot. Der deutsche Logistik-Milliardär und langjährige Förderer der Salzburger Festspiele ist im Alter von 89 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Sein Tod hinterlässt nicht nur in der deutschen Wirtschaft eine große Lücke. Auch in Salzburg ist die Trauer groß. Über Jahre unterstützte Kühne die Festspiele mit Millionen und wurde zu einem ihrer wichtigsten Mäzene.
Klaus-Michael Kühne: Vom Familienbetrieb zum Milliardenimperium
Geboren wurde Klaus-Michael Kühne 1937 in Hamburg. Die Logistik war schon früh Teil seines Lebens. Sein Großvater August hatte 1890 das Unternehmen Kühne + Nagel mitgegründet. Kühne stieg jung in den Familienbetrieb ein und arbeitete sich bis an die Spitze.
Was folgte, war eine außergewöhnliche Unternehmerkarriere. Über Jahrzehnte baute Klaus-Michael Kühne ein gewaltiges Firmen- und Beteiligungsimperium auf. Seine Holding hielt zuletzt rund 53 Prozent an Kühne + Nagel. Sein Vermögen wurde auf rund 36 Milliarden Euro geschätzt.
Doch Kühnes Einfluss reichte weit über das Familienunternehmen hinaus. Er investierte unter anderem in Hapag-Lloyd, Brenntag und Flix. Besonders sein Engagement bei der Lufthansa rückte ihn zuletzt immer wieder ins Rampenlicht. Seit 2022 war Klaus-Michael Kühne größter Einzelaktionär der Lufthansa. Erst im Mai 2026 erhöhte seine Holding ihre Beteiligung auf mehr als 20 Prozent.
Bis ins hohe Alter mischte sich Kühne ein, investierte und machte aus seinen Ansichten keinen Hehl. Nun ist eine der prägendsten Unternehmerpersönlichkeiten Deutschlands verstummt.
Klaus-Michael Kühne förderte die Salzburger Festspiele
Doch Kühne dachte nicht nur in Unternehmen und Milliarden. Einen besonderen Platz nahm für ihn die Kunst ein. Vor allem mit den Salzburger Festspielen verband ihn über viele Jahre eine enge Beziehung.
Bereits seit 2013 unterstützte Klaus-Michael Kühne das Young Singers Project. Gemeinsam mit seiner Frau Christine förderte er junge Sängerinnen und Sänger, die am Beginn ihrer Karriere standen. Aus der Unterstützung des Nachwuchses entwickelte sich eine immer engere Partnerschaft mit den Festspielen.
Seit 2019 gehört die Kühne-Stiftung zu den Hauptsponsoren der Salzburger Festspiele. Mehrere Millionen Euro flossen seither nach Salzburg. 2023 wurde die Partnerschaft noch einmal verlängert und erweitert.
Dabei blieb es nicht beim Überweisen von Geld. Kühne und seine Frau verfolgten die Entwicklung der jungen Talente persönlich. Konzerte des Young Singers Project auf Mallorca und das Abschlusskonzert in Salzburg lagen dem Ehepaar besonders am Herzen.
Wie eng die Verbindung war, zeigt sich auch nach seinem Tod: Das Abschlusskonzert des Young Singers Project am 27. August im Haus für Mozart wird seinem Andenken gewidmet.
Was passiert nach dem Tod von Klaus-Michael Kühne?
Neben der Trauer steht für die Salzburger Festspiele nun eine schwierige Frage im Raum: Wie geht es nach dem Tod von Klaus-Michael Kühne weiter? Der aktuelle Sponsoringvertrag läuft 2027 aus. Ob die Kühne-Stiftung danach weiterhin als wichtiger Geldgeber an Bord bleibt, ist derzeit offen.
Für die Festspiele könnte der Zeitpunkt kaum sensibler sein. Mitte September beginnt der nächste Abschnitt eines gewaltigen Bauprojekts. Die Kosten wurden mit maximal 400 Millionen Euro gedeckelt. Die Sanierung des Hauses für Mozart und der Felsenreitschule ist darin nach aktuellem Stand allerdings nicht enthalten. Dafür fehlt schlicht das Geld.
Die Festspiele müssen deshalb neu priorisieren und entscheiden, welche Projekte zuerst umgesetzt werden. Klar ist auch: Private Förderer spielen bei der Finanzierung eine wichtige Rolle. Gerade deshalb wiegt der Tod eines so bedeutenden Mäzens besonders schwer.
Festspielpräsidentin Kristina Hammer verabschiedete sich mit bewegenden Worten. Mit Klaus-Michael Kühne verliere man einen „großen Freund und außergewöhnlichen Förderer der Kunst“.