Indonesische Affen nutzen Steine als Sextoys

„Abwechslung bitte!“, denken sich indonesische Langschwanzmakaken bei der Selbstbefriedigung offenbar: Mit Steinen treiben sie sich zum Höhepunkt.
Autor: Conny Engl, 18.08.2022 um 11:10 Uhr

Wie einfallsreich Tiere bei der Selbstbefriedigung sein können, zeigen langjährige Beobachtungen eines Biologen-Teams in Indonesien.

Ja, auch Tiere tun es

Wir Menschen sind keineswegs die einzige Spezies, die Selbstbefriedigung für sich entdeckt hat. Auch Vögel, Hunde, Elefanten, Eichhörnchen, ja sogar süße Pinguine und Delfine besorgen es sich selbst. Während wir in puncto Sextoys (mittlerweile) eine riesige Auswahl haben und den gewünschten Spaß-Bereiter ein paar Klicks und Tage später in den Händen halten, greifen Tiere eher selten zu Hilfsmitteln. Und wenn, dann müssen sie darauf zurückgreifen, was Mutter Natur so zu bieten hat.

Klopfen und reiben

Welche Tools Javaneraffen, auch Langschwanzmakaken genannt, geschickt zu Sextoys umfunktionieren, haben Biologen herausgefunden. Das Team rund um Camilla Cenni von der University of Lethbridge hat von 2016 bis 2019 das Verhalten von freilebenden Javaneraffen im balinesischen Affenwald von Ubud dokumentiert. Ein Bericht dazu erschien Anfang August im Fachjournal Ethology. Ausgangspunkt für die „Studie“ waren frühere Beobachtungen von Affen, die mit Kieselsteinen auf ihren Genitalbereich klopfen und reiben. Die Wissenschafter wollten der Sache auf den Grund gehen und herausfinden, ob die Tiere die Steinchen wirklich als Sexspielzeug verwenden.

„Eindeutig sexuell motiviert“

Das Ergebnis nach langjähriger Beobachtung ist klar: Hunderte Aufnahmen zeigen sowohl Männchen als auch Weibchen, wie sie sich duruch Klopfen und Reiben mit den Steinen stimulieren. Die Affendamen greifen dabei vermehrt zu kantigeren Stücken.

Die Tatsache, dass keine anderen Nutzungen mit Steinen, zeitlich mit einer Erektion zusammenhängen, deutet darauf hin, dass das genitale Klopfen/Reiben mit Steinen im Vergleich zu anderen scheinbar spielerischen Handlungen eindeutig sexuell motiviert ist.

Der Faktor Zeit

Warum die Affen so gerne und oft onanieren, liegt nach Meinung der Biologen daran, dass sie einfach so viel Zeit haben. Denn: die Langschwanzmakaken leben zwar in freier Wildbahn, sie müssen sich aber nicht auf anstrengende Nahrungssuche begeben, da sie von Menschen gefüttert werden. Gut für sie: so bleibt mehr Zeit für die angenehmen Dinge des Lebens.